Anwalt Detlev Stoffels vermisst belastbare Momente gegen beschuldigten Schwiegersohn
Bluttat in Borchen: Beschwerde gegen U-Haft

Borchen (WB). „Es gab anfänglich eine Verdachtslage, diese hat sich jedoch aufgelöst“, ist im Fall der Borchener Bluttat an einer 76-jährigen Rentnerin Anwalt Detlev Stoffels weiterhin von der Unschuld seines seit drei Monaten in U-Haft sitzenden Mandaten überzeugt. Gegen die Inhaftierung des 53-jährigen Schwiegersohns der Toten, ein Paderborner Veterinärmediziner, hat er inzwischen eine Haftbeschwerde eingereicht, die jetzt vom Paderborner Amts- und Landgericht beurteilt werden muss. Sollte diese abgelehnt werden, will Stoffels den Beschwerdegang zum Oberlandesgericht antreten.

Freitag, 20.12.2019, 10:49 Uhr aktualisiert: 20.12.2019, 10:52 Uhr
Die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Tod der 76-jährigen Borchenerin dauern inzwischen drei Monate. Foto: Oliver Schwabe

Über ihn als Anwalt habe der Beschuldigte klar seine Unschuld geäußert, so Stoffels. Und bislang seien ihm seitens der Paderborner Staatsanwaltschaft keine weiteren belastenden Momente vorgelegt, die einen Verbleib seines Mandaten in der U-Haft rechtfertigten. Als nicht haltbar habe sich beispielsweise der Vorwurf einer Flucht erwiesen. Es sei eine Fahrt in den Urlaub gewesen, so der Paderborner Anwalt. Der Tierarzt sitzt derzeit in einer Detmolder Justizvollzugsanstalt ein.

LKA wertet Spuren aus

Gegen die Aufhebung des damaligen Haftbefehls sprechen nach Auffassung des Paderborner Anwalts auch keinerlei Gründe wie beispielsweise eine „Fluchtgefahr“. Zum Verbleib der Ehefrau des Beschuldigten, die seinerzeit bei dem Unfall auf einer Autobahn bei Nürnberg schwer verletzt wurde, wollen die Staatsanwaltschaft und auch Anwalt Stoffels keinerlei Angaben machen. Seinerzeit hieß es nur in einer offiziellen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft, dass eine Tatbeteiligung der Frau nicht auszuschließen sei und sie im Kranenhaus in Nürnberg zur Tat vernommen worden sei. Anfragen hierzu wurden seitens der Staatsanwaltschaft ausschließlich mit dem Hinweis auf „laufende Ermittlungen“ beantwortet. In die Auswertung der Ergebnisse der Spurensicherung ist auch das LKA eingeschaltet worden.

Bei dem Unfall des Ehepaares bei Nürnberg war ein Autofahrer getötet worden. Auch die anfänglich aufgenommenen Ermittlungen der dortigen Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit einem Verdacht der fahrlässigen Tötung gegen die Tochter der Rentnerin im Zusammenhang mit dem Unfall wurden an die Paderborner Staatsanwaltschaft übergeben.

Eine Untersuchungshaft in der Bundesrepublik kann bis zu sechs Monaten andauern. Erst dann muss eine besondere Haftprüfung durch das zuständige Oberlandesgericht erfolgen.

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