Bestehende Trasse durch Südkreis wird für 20 Millionen Euro erneuert
Stärkere Stromleitung für Windkraft

Borchen (WB/bel). Die Windkraft hat zahlreiche Auswirkungen im Paderborner Land. Um den zusätzlichen Windkraft-Strom vom Erzeuger zum Verbraucher zu bringen, sind auch neue Überlandleitungen nötig. Für 20 Millionen Euro wird demnächst die 50 Kilometer lange Hochspannungsleitung vom Twistetal bis nach Paderborn komplett erneuert.

Dienstag, 07.05.2019, 09:46 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 09:48 Uhr
Die derzeitige Hochspannungsleitung von Avacon – wie hier im Bereich Etteln – hin zu den Windkraftgebieten soll komplett erneuert werden. Eine Bürgerinformation dazu findet am kommenden Montag in Kirchborchen im Bürgerhaus statt. Archiv- Foto: Besim Mazhiqi

Mit dem Ausbau der Windenergie im Paderborner Raum sind nicht nur neue Umspannwerke erforderlich geworden. Auch die Fernleitungen am Himmel müssen den neuen Anforderungen entsprechen. Entstehen soll eine 110-kV-Leitung (110.000 Volt). Die neue Hochspannungsleitung wird die bisherige Leitungskapazität mehr als verdoppeln.

Netzbetreiber Avacon steigt jetzt in die Planfeststellungsverfahren ein, damit auf der bestehenden Trasse zwischen dem Twistetal und Paderborn Süd die gesamte inzwischen 60 Jahre alte Höchstspannungsleitung mit ihren 150 Masten erneuert und erheblich leistungsstärker wird. Damit werden auch die mehr als 50 etwa 40 Meter hohen Masten nebst Leitungen zwischen Lichtenau und Paderborn erneuert. Allein auf Borchener Gemeindegebiet sind das derzeit 30 Masten.

Bürgerinformation in Kirchborchen

Die neuen Masten haben die gleiche Höhe. Im Schnitt rechnet man mit drei Masten pro Kilometer, je nach Topografie kann die Höhe erheblich schwanken. Jeder neue Mast hat ein Gewicht von 15 Tonnen, die alten lagen bei 12 Tonnen.

Zur Vorbereitung für das Planfeststellungsverfahren für den Paderborner Raum ist deshalb eine Bürgerinformation für Montag, 13. Mai, 16 bis 20 Uhr, im Bürgerhaus Kirchborchen anberaumt worden. Hier werden die Planungen von Avacon für die Netzmodernisierung allen Interessierten vorgestellt. Es gibt kein festes Programm, an einzelnen Ständen können sich Interessierte jederzeit an diesem Tag über das Projekt informieren.

»Das Vorhaben ermöglicht die vollständige Nutzung der Windenergie und dient damit der Energiewende. Wir wollen allen Bürgern durch Transparenz und umfassende Information eine qualifizierte Beschäftigung mit den Planungen ermöglichen«, begründet Avacon-Pressesprecherin Michaela Fiedler die Informationsveranstaltung. Weitere finden auch in den anderen betroffenen Gebieten statt, durch die die Trasse durchführt. Insgesamt sind es drei Planfeststellungsverfahren für die Stromverbindung.

Baubeginn frühstens 2020

Mit dem Baugebinn der neuen Leitung rechnet das Unternehmen im Jahr 2020, bis dahin soll auch das erforderliche Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein. Als Teil des Planfeststellungsverfahren werden dann aufgrund gesetzlicher Vorgaben auch Bewertungen zur Umweltverträglichkeit eingeholt.

Mit dem Bau der neue Leitung sind jedoch auch weitere Baumaßnahmen im Netz erforderlich. Start und Endpunkt der Leitung bilden die Umspannwerke Twistetal im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie das Umspannwerk »Paderborn Süd« Während es im Twistetal nur geringer Umbauten bedarf, geht Avacon von einer Erneuerung der Anlage in Paderborn auf dem gleichen Grundstück aus. Das Werk an der Borchener Straße ist ein 110-/20-kV-Werk von Avacon und der Westfalen Weser Netz (WWN). Es ist ein wichtiger Knotenpunkt im 110-kV-Netz und eine wichtige Übergabestelle zum 20-kV-Mittelspannungsnetzt der WWN.

Die Windenergie hat bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Investitionen ausgelöst, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Dazu zählte beispielsweise vor drei Jahren das 4,2 Millionen Euro teure Umspannwerk bei Henglarn, das die Windenergie aus der Region in das Netz einspeist. Hier nehmen zwei 115 Tonnen schwere Trafos den Windstrom auf und speisen ihn in das Hochspannungsnetz ein.

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