Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen fordert Kreisverkehr bei Dörenhagen
»Konsequenzen aus Unfall ziehen«

Borchen (WB). »Zwei schwerstverletzte Kinder und ihre verstorbene Mutter verbieten es, einfach zur Tagesordnung überzugehen.« Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen fordert in einem Schreiben an den Kreis Paderborn Konsequenzen aus dem tragischen Unfall am Montag, 8. April, zu ziehen. Er plädiert dafür, einen Kreisverkehr an der Kreuzung B 68/Kirchborchener Straße zu errichten – und zwar dringend.

Freitag, 03.05.2019, 22:00 Uhr
Eine tückische Gefahr für den Kreuzungsbereich hinter der kleinen Anhöhe ist die ehemalige Tankstelle an der B 68. Um nach Paderborn zu kommen, fahren Autofahrer zunächst rechts auf die B 68 und nutzen das Gelände als Wendeplatz Foto: Lukas Brekenkamp

Eine solch schreckliche Familientragödie dürfe sich an diesem »äußerst gefährlichen Knotenpunkt« nicht wiederholen, fordert Allerdissen den Kreis zum Handeln auf und verweist auf eine besondere Verkehrssituation im Kreuzungsbereich, die immer wieder eintrete und wahrscheinlich auch zu diesem Unfall geführt habe.

»Der Pkw der Unfallopfer hielt auf der Bundesstraße, um links auf ein ehemaliges Tankstellengelände zu fahren. In der Folge prallte ein Auto ungebremst auf den Kleinwagen, schleuderte ihn in den Gegenverkehr, um dort nochmals von einem entgegenkommenden Pkw mit hoher Geschwindigkeit gerammt zu werden«, schreibt der Bürgermeister. Nach seinen Informationen wollte die Fahrzeugführerin aus Dörenhagen kommend auf die B 68 links in Richtung Paderborn abbiegen. Dies sei aber aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der B 68 oft nicht möglich, was inzwischen auch schon außerhalb der Spitzenzeiten immer wieder der Fall sei.

Über das Tankstellengelände in Richtung Paderborn

Die Mutter sei daher offenbar rechts abgebogen, um über das ehemalige Tankstellengelände dann wieder in Richtung Paderborn wenden zu können.

Diese Möglichkeit nutzen inzwischen sehr viele Fahrzeugführer aus Richtung Dörenhagen, um überhaupt nach Paderborn gelangen zu können, berichtet der Bürgermeister. Er selber habe dies auch schon öfter tun müssen, sagt Allerdissen, der mit seiner Familie auch in Dörenhagen wohnt.

Er bemängelt in diesem Zusammenhang die Verkehrsstatistik, die einen solchen Unfall nicht der Kreuzung selbst, sondern der freien Strecke zuordne.

Schwerste Unfälle seit Jahren

Schon viel zu viele Unfälle mit nicht selten tödlichem Ausgang seien auf der B 68 in diesem Bereich zu beklagen. »Auf den nächsten zu warten, ist sicherlich keine Option«, fordert Reiner Allerdissen ein schnelles Handeln. Denn: Der Verkehr auf der B68 und auch aus Dörenhagen aufgrund der neuen Wohngebiete nehme stetig zu. Dies verschärfe die Gefährdungslage, meint er. Seit Jahren müsse er als Bürgermeister der Gemeinde Borchen schwere und schwerste Unfälle auf der B 68 zwischen Borchen und Paderborn zur Kenntnis nehmen. »Der jüngste Unfall muss aber Anlass sein, Konsequenzen zu ziehen«, fordert Allerdissen Maßnahmen.

In seinem Schreiben an den Kreis und Straßen NRW fordert der Borchener Bürgermeister dringend einen Kreisverkehr. »Dieser hätte mit großer Sicherheit nicht nur diesen Unfall vermieden, sondern sicherlich auch andere Unfälle in der Vergangenheit«, bilanziert er.

Ratsbeschluss noch im Februar

Noch in Zuge der Haushaltsberatungen zu Jahresbeginn hatte auf politischer Ebene die SPD-Fraktion die Verkehrssituation auf der Kreuzung thematisiert: Sie verwies auf die intensive Neubautätigkeit im Ort und die zunehmenden Verkehrsprobleme. Einem entsprechenden Antrag der Fraktion, mit Straßen NRW Gespräche mit dem Ziel eines Kreisverkehrs aufzunehmen, schlossen sich bei der Haushaltsverabschiedung Anfang Februar alle Ratsmitglieder an.

11.297 Fahrzeuge pro Tag im Kreuzungsbereich

Die Bundesstraße wird in diesem Bereich zunehmend frequentiert. Nach den jüngsten Verkehrszählungsdaten rollen täglich 11.297 Fahrzeuge auf der Straße bis zur Kreuzung Dörenhagen. Knapp 3000 werden dann Richtung Dörenhagen gezählt, 1700 in Richtung Dahl. Bis Lichtenau ebbt die Zahl also auf 8600 Fahrzeuge ab. Zum Vergleich: Die B 64 hat im Bereich Buke etwa 16.000 Fahrzeuge. Aus Sicherheitsgründen wurden hier bei Schwaney und im Bereich Buke vor Jahren Einfädelungsspuren geschaffen und auch der Kreuzungsbereich Buke/Eggekamm fiel weg.

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