Mallinckrodthof Borchen: Behörde gesteht »Missverständnisse« ein Streit um Aufzug: Gemeinde und LWL einigen sich

Borchen (WB). Nach und nach werden die Schleier gehoben, die den Blick auf die Vorgänge zwischen der Gemeinde Borchen und der Denkmalbehörde in Münster offenbar lange Zeit zugedeckt und für einen erbitterten Streit in den politischen Gremien gesorgt haben.

Von Per Lütje
Der Betonschacht des Aufzuges am Mallinckrodthof soll in Absprache mit der Denkmalbehörde des LWL verkleidet werden.
Der Betonschacht des Aufzuges am Mallinckrodthof soll in Absprache mit der Denkmalbehörde des LWL verkleidet werden. Foto: Jörn Hannemann

Bereits beim Neujahrsempfang hatte Bürgermeister Reiner Allerdissen aus einer E-Mail der LWL-Referatsleiterin Dr. Barbara Seifen zitiert, danach die Gemeinde Borchen bei der Gestaltung der Außenaufzugsanlage am Mallinckrodthof denkmalkonform gehandelt habe (WV vom 22. Januar). Vielmehr seien nach Angaben der zuständigen Abteilungsleiterin für den Bereich Praktische Denkmalpflege »interne Abstimmungsprozesse für andere Zwecke verwendet worden«. Damit dürfte sich Seifen auf eine auch dieser Zeitung vorliegende E-Mail des LWL-Landeskonservators bezogen haben, aus der CDU und Grüne die Schlussfolgerung zogen, dass die Gemeinde Borchen die Gestaltung des Lifts nicht mit der Oberen Denkmalbehörde abgestimmt habe und sogar nicht einmal genehmigt worden sei .

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Die Missverständnisse sind aber wohl eher beim LWL, als bei der Gemeinde Borchen zu suchen.

LWL-Sprecher Markus Fischer

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Nachfragen des WESTFALEN-BLATTES am Montag stützten noch einmal die Aussagen Allerdissens, dass sich seine Verwaltung in der Angelegenheit nichts habe zu schulden kommen lassen . LWL-Pressesprecher Markus Fischer betonte gegenüber dieser Zeitung, dass es Missverständnisse in der Zusammenarbeit gegeben habe. »Diese sind aber wohl eher beim LWL, als bei der Gemeinde Borchen zu suchen«, sagte Fischer. Auch habe die Denkmalbehörde in Münster entgegen anders lautender Behauptungen in der Vergangenheit sehr wohl den Bau des Aufzuges in der jetzigen Form genehmigt. »Wir bedauern diese Entwicklung, zumal wir mit der Gemeinde Borchen in Denkmalangelegenheiten in der Vergangenheit immer gut und gerne zusammen gearbeitet haben«, sagte LWL-Pressesprecher Fischer.

Denkmalbehörde: Verkleidung mit Lärchenholzstäben ideale Lösung

Wie berichtet, kamen am Montag Vertreter der Münsteraner Denkmalbehörde und der Gemeinde Borchen zusammen. Laut Fischer sollte es dabei nicht nur um die Gestaltung der Außenfassade des Außenaufzuges am Mallinckrodthof gehen, sondern auch um die Aufarbeitung der »Missverständnisse«. In einer am Nachmittag verbreiteten Pressemitteilung teilte Bürgermeister Allerdissen mit, dass mit dem LWL schnell Einigkeit erzielt worden sei, dass eine Verkleidung mit Lärchenholzstäben mit der Möglichkeit einer Bepflanzung die ideale Lösung für die Verkleidung des Aufzugs darstelle. Die Verkleidung mit einer luftigen Wirkung solle kein Material verstecken und sich so gut an das Haupthaus anpassen.

In seinem Statement beim Neujahrsempfang wies Allerdissen darauf hin, dass der Aufzugschacht sicher keine Augenweide werde. Er sichere aber endlich den barrierefreien Zugang. Außerdem ging er auf die Baukosten ein. Ursprünglich habe die Verwaltung bei einer Glas-Stahl-Konstruktion gegenüber der Betonvariante mit Zusatzkosten in Höhe von 30 Prozent kalkuliert. Nach aktueller Expertenmeinung werde dies bei weitem nicht ausreichen: Die Mehrkosten lägen vielmehr bei 58 Prozent – unterm Strich also knapp 130.000 Euro.

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