Anwohner-Klage gegen den Kreis vor Mindener Verwaltungsgericht Streit um Alfener Sportplatz

Borchen (WB/bel). Bälle im Vorgarten, Lärm auch außerhalb der Trainingszeiten und die Flutlichtanlage lassen den Sportplatz Eschenkamp in Borchen-Alfen jetzt zum Streitobjekt vor dem Mindener Verwaltungsgericht werden. Ein Anwohner klagt gegen den Kreis Paderborn als Bauaufsichtsbehörde.

Der Streit um die Emissionen am Alfener Sportplatz wird jetzt vor dem Verwaltungsgericht Minden ausgetragen.
Der Streit um die Emissionen am Alfener Sportplatz wird jetzt vor dem Verwaltungsgericht Minden ausgetragen. Foto: Besim Mazhiqi

Seit Jahren ist der 1968 genehmigte Sportplatz Zankapfel zwischen dem Sportverein Rot-Weiss Alfen und einem Anlieger. Nach Klageeinreichung im Jahr 2015 gab es im Februar einen Ortstermin. Ein Einigungsversuch im März scheiterte, jetzt geht der Streit in die mündliche Verhandlung vor Gericht.

Der Kläger fordert vom Kreis ein bauaufsichtliches Einschreiten, da vor allem die Betriebszeiten auf dem Platz erheblich ausgeweitet worden seien. Deshalb ist auch der Kreis Paderborn Beklagter, während die Gemeinde Borchen und der Sportverein nur Beigeladene sind. Das Gericht wird unter anderem die Frage zu klären haben, ob Kindern und Jugendlichen auf der Spielfläche auch außerhalb von regulären Trainings- und Spielzeiten die Möglichkeit zum Spielen gegeben werden darf und auch, ob auswärtige Vereine hier Trainingsmöglichkeiten bekommen dürfen.

Dies hatte die Gemeinde Borchen insbesondere mit dem knappen Platzbedarf des SC Borchen begründet und auch dem nicht-organisierten Bolzen von Jugendlichen wollte sie keinen Riegel vorschieben. Ein weiteres Problem stellt die Flutlichtanlage dar. Nachdem diese jüngst verändert worden war, fiel sogar das Stichwort von einer »Provokation«.

Schilder weisen auf Nachbarn hin

Es mangelte auch nicht an Versuchen seitens des Vereins, die Belästigungen auf ein Minimum zu reduzieren. So wurde unter anderem mit Schildern darum gebeten, die Bälle nicht mehr aus »Nachbars Garten zu holen«. Sie würden zurückgegeben werden. Zu bestimmten Zeiten wurde auch das Tor in Richtung des Nachbarn abgebaut, um einen Spielbetrieb auf dieser Fläche so weit wie möglich zu unterbinden.

Irgendwelche Feiern im Sportheim am Platz sind nicht Gegenstand von Streitigkeiten, weil sie ohnehin nicht mehr stattfanden. Den Sportverein Rot-Weiß Alfen trifft die Klage auch aus einem anderen Grund in ungünstiger Zeit. Die erste Herren-Mannschaft ist just am Wochenende in die Kreisliga A aufgestiegen. Ob dies dann zu einer verstärkten Nutzung des Platzes führt, ist offen.

Lärminitiative des Bundes

Andererseits kann der Sportverein auf eine Lärminitiative seitens des Bundes verweisen. Dieser hatte zu Jahresbeginn die Grenzwerte für Lärmemissionen von Sportplätzen für die abendlichen Ruhezeiten sowie zusätzlich für die Ruhezeiten an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 15 Uhr um fünf Dezibel erhöht. Es darf damit also um fünf Dezibel lauter zugehen.

Am 12. Mai hat der Bundesrat zudem einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, wonach Kinderlärm auf Sportplätzen mit Kinderlärm auf Kinderspielplätzen oder Kitas gleichgestellt wird und nicht mehr den strengeren Lärmschutzvorschriften für den Erwachsenensport unterliegen soll. Diese Vorschriften sollen daher bei Sportanlagen künftig nicht gelten, wenn die Anlagen von Kindern genutzt werden, begrüßte den Vorstoß auch der Städte- und Gemeindebund.

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