Neuer Paradevogel der Nordborchener Bruderschaft zum 100. Schützenfest Präzisionsarbeit aus der Schweiz

Nordborchen (WB). Er sollte zum 100. Schützenfest nicht »von der Stange« sein und so entschied sich die Nordborchener St.-Sebastian-Schützenbruderschaft für eine solide Präzisionsarbeit aus der Schweiz: Der neue Paradevogel der Bruderschaft wird am Pfingstsonntag erstmals den Festzug der Schützen anführen.

Von Bernhard Liedmann
Sind mit Oberst Achim Fahney (rechts) stolz auf den neuen Paradeadler (von links): Heinrich Schade, Johannes-Dieter Huneke und Hermann Huneke. Er erstellte die Insignien und Heinrich Schade die Naturlandschaft an der Wand.
Sind mit Oberst Achim Fahney (rechts) stolz auf den neuen Paradeadler (von links): Heinrich Schade, Johannes-Dieter Huneke und Hermann Huneke. Er erstellte die Insignien und Heinrich Schade die Naturlandschaft an der Wand. Foto: Jörn Hannemann

»Es war die Liebe zum Detail. Und er sieht aus wie ein echter Adler«, sagt Oberst Achim Fahney zum gelungenen Abschluss der monatelangen Suche. Der alte Paradevogel war nach 20 Jahren nicht mehr ansehnlich und zum 100. Königsschießen wollte man der Bruderschaft und den Gästen etwas Besonderes bieten. Eine gute Grundlage für die Neuanfertigung lieferte eine Spende über 300 Euro.

In der Schweizer Werkstatt: der Adler aus Pappelholz im Rohzustand. Foto: Huneke

Die Suche nach Holzschnitzern in Deutschland war allerdings nicht so erfolgreich und schließlich stieß man im Internet unter dem Stichwort Paradevogel auf den Schweizer Holzkünstler Paul Kohli. Seine Werke überzeugten den Vorstand und so schuf der Schweizer in seiner Werkstatt den Paradeadler, der jetzt von Fähnrich Johannes-Dieter Huneke und Oberst Achim Fahney persönlich in der Schweiz abgeholt wurde. »Er hat sogar einen richtigen Blick«, ist Oberst Fahney von der authentischen Arbeit begeistert.

Mit einer Spannweite von etwas mehr als einem Meter und einem Gewicht von acht Kilogramm ist er auch über Strecken von mehreren Kilometern tragbar. Dies war eine wichtige Maßgabe der Schützen an den Schweizer Künstler.

Die Insignien für den Adler wurden anschließend in Borchen gefertigt. Und damit der Adler einen würdevollen Platz in der Gemeindehalle hat, schuf Malermeister Heinrich Schade eine Wandlandschaft in der Gemeindehalle, vor der der Adler einen festen Platz während der Feiern der Schützen bekommt. Seinen Ruhehort außerhalb der Festivitäten wird er im Raum der Schützen im Mallinckrodthof bekommen.

Am Pfingstsonntag ist es dann soweit, der neue Paradevogel wird erstmals den Festmarsch anführen. Nach dem Antreten um 14.30 Uhr werden erst Oberst Achim Fahney und der Adler abgeholt. Danach geht es zum amtierenden König Stefan Fecke und nach dem Umzug durch den Ort wird auf dem Festplatz der 100. König der Bruderschaft ermittelt. Zum Jubiläumsfest wird während des Vogelschießens in der Halle Kaffee und Kuchen angeboten.

Dass der Verein im Jahr 2015 aber schon sein 175-jähriges Bestehen feiern konnte, findet seine Ursachen darin, dass 1840 der Bürgerschützenverein auf dem Hartmannschen Hof, dem heutigen Mallinckrodthof, durch Initiator, Mitbegründer und ersten Oberst Johann Carl vom Hartmann gegründet wurde. In diesem Jahr wurde auch das erste Schützenfest gefeiert. Erster König war Karl Meyer. Als Königin stand ihm Maria vom Hartmann zur Seite.

In den ersten 110 Jahren konnte jedoch nicht regelmäßig gefeiert werden: Zu oft kamen Kriege, Missernten oder Hungersnöte dazwischen. In der Kaiserzeit standen zudem die Kriegervereine im Vordergrund und so wurde im Wechsel gefeiert. 1949 traten die Nordborchener schließlich dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften bei und aus dem Bürgerschützenverein wurde eine Schützenbruderschaft. Unterm Strich wird damit im Jahr 2017 das 100. Schützenfest gefeiert.

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