Schützenhalle wird vorsorglich für die Aufnahme von Flüchtlingen vorbereitet Alfener Karneval fällt aus

Alfen (WB/bel). Die Flüchtlingswelle zieht in vielerlei Hinsicht weite Kreise. Die Alfener  Karnevalsveranstaltung ist jetzt abgesagt worden. Hintergrund ist die Bereitstellung der  Schützenhalle als Notfall für eine vorübergehende Flüchtlingsunterkunft. 

Derzeit laufen die Vorbereitungen an der Alfener Schützenhalle für eine  vorsorgliche Notunterkunft für Flüchtlinge. Die Gemeinde Borchen will so sicherstellen, dass kein Engpass eintritt, bis das neue Gebäude im Gewerbegebiet fertiggestellt ist.
Derzeit laufen die Vorbereitungen an der Alfener Schützenhalle für eine vorsorgliche Notunterkunft für Flüchtlinge. Die Gemeinde Borchen will so sicherstellen, dass kein Engpass eintritt, bis das neue Gebäude im Gewerbegebiet fertiggestellt ist. Foto: Besim Mazhiqi

»Wir sind selbstverständlich bereit, uns zurückzunehmen und nehmen natürlich die Flüchtlinge bereitwillig auf«, bestätigte auf Anfrage Rita Verhufen als Leiterin der »Alfener Karnevalszicken« die Absage. Der Alfener Karneval ist nach dem Schützenfest immerhin die zweitgrößte Veranstaltung im Ort. Die Gemeinde Borchen bereitet derzeit die Alfener Schützenhalle sicherheitshalber für die Aufnahme von Flüchtlingen vor. Ob diese Notwendigkeit eintreten wird, ist derzeit aber noch offen.

Konsens zur Aufnahme von Flüchtlingen

Nachdem die Verwaltung diese Vorsichtsmaßnahme bekannt gegeben hatte, haben sich die Alfener Närrinnen, eine Abteilung der Frauengemeinschaft in Alfen mit ihren 300 Mitgliedern, am Montag entschlossen, auf den Karneval zu verzichten. Nicht nur für die geplanten zwei Aufführungen im Januar hätte es keinen alternativen Veranstaltungsort gegeben, so Rita Verhufen zu der Entscheidung. Bereits im kommenden Monat hätte man mit den Vorbereitungen für das Programm beginnen müssen. Immerhin sind 18 Aktive in der Spielschar, 15 Damen gehören zur Garde und das Männerballett mit zehn Akteuren hätte dann laufend Übungsräume gebraucht. Da zudem die Halle zu Jahresanfang auch noch von Vereinen für Versammlungen benötigt werde und das Dekorieren etwa eine Woche Zeit vor den Veranstaltungen benötigt, hätte man sich angesichts der Unsicherheit für eine Aufgabe in diesem Jahr entschieden. Eventuell werde man als kleinen Ersatz in diesem Jahr in der Gaststätte des Schützenhauses eine Party feiern. Auch Ortsvorsteher Konrad Hansmeier bestätigte für die Dorfgemeinschaft einen breiten Konsens zur Aufnahme von Flüchtlingen. »Wir wollen es nicht nur bei guten Worten belassen, sondern wollen anpacken«, sagt er.

Der Ortsteil Alfen ist derzeit allein zahlenmäßig der Schwerpunkt der Flüchtlingsaufnahme in Borchen. Neben dem Heim mit seinen derzeit etwa 60 Bewohnern wird im Gewerbegebiet eine neue Halle mit zahlreichen Wohnungen für insgesamt 60 bis 120 Flüchtlinge gebaut. Auch ein weiteres Gebäude im Gewerbegebiet ist angemietet worden und könnte nach entsprechenden Umbauten weiteren 26 Flüchtlingen Obdach geben.

Fehlende Sanitäreinrichtungen

Die Schützenhalle in Alfen wird derzeit aber nur sicherheitshalber als Notunterkunft hergerichtet. Die Gemeinde Borchen verfügt in allen Ortsteilen über Hallen, hatte die Alfener Halle aber deshalb ausgewählt, weil sie am wenigsten durch Vereine belegt ist. Die Entscheidungsgrundlage kann Ortsvorsteher Hansmeier nachvollziehen, hält die Halle aber von den baulichen Gegebenheiten als die denkbar schlechteste Lösung. Es sei ein überaus dunkler Raum, auch aufgrund fehlenden Fenster, und die Heizung verursache erhebliche Geräusche. Fehlende Sanitäreinrichtungen kämen noch hinzu. Doch auch er hofft, dass die Halle, wenn überhaupt, nur kurzfristig benötigt wird. Eine »Rücksprache« mit ihm oder dem Oberst der Schützenbruderschaft zur Belegung der Halle habe es aber nicht gegeben. Beide seien von der Gemeindeverwaltung darüber nur informiert worden.

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