Traditionsgeschäft Lücke in Bad Wünnenberg-Fürstenberg besteht seit 110 Jahren
Vom Buchdruck zum Patchwork

Fürstenberg (WB/bw). Runder Geburtstag in Fürstenberg: Das Traditionsgeschäft Lücke an der Forstenburgstraße 22 blickt auf 110-jähriges Bestehen zurück.

Mittwoch, 04.11.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 14:46 Uhr
Geschäftsinhaberin Elisabeth Lücke und Ehemann Bernhard feiern das 110-jährige Bestehen ihres Geschäfts in der Forstenburgstraße 22 in Fürstenberg. Früher eine Druckerei, ist es heute eine Institution bei Näh- und Patchworkfreunden geworden. Foto: Wieskotten

Man schrieb das Jahr 1910, als der Buchbindermeister Josef Lücke den ehemaligen Hutladen seiner Schwiegereltern übernahm und ihn in eine Buchbinderei verwandelte. Im Laufe der Zeit wurde die Fürstenberger Buchbinderei ergänzt durch eine Buchdruckerei und den Handel mit Schreibwaren, Bürobedarf und Bastelartikeln. Im Jahr 1984 reagierte die Familie Lücke auf die steigende Nachfrage und ergänzte das Sortiment mit kleinen Geschenkartikeln. An die Tradition als Druckerei erinnern noch heute historische Familienunterlagen, Trauerbriefe und Totenzettel, gedruckt von der Buchdruckerei Lücke.

Mit der Zeit wurden die Geschäftsräume zu eng. Im Jahr 1995 wurde daher das alte Geschäfts- und Wohnhaus abgerissen, und es entstand ein neuer, größerer Geschäftsraum mit zusätzlichen Schulungsräumen. Zu dieser Zeit vor 25 Jahren bekam das Geschäft den Namen, den es auch heute hoch hat: „Dies und Das bei Elisabeth Lücke“.

Die Leidenschaft der Inhaberin Elisabeth Lücke für das Nähen, für Stoffe und das Patchworken schlug sich in den folgenden Jahren auch im Geschäft nieder: Das Sortiment wurde mit Patchwork-Stoffen und Patchwork-Zubehör ergänzt.

Insidertipp für Nähfreundinnen

Nach intensiven Schulungen bot Elisabeth Lücke außerdem Patchwork-Kurse an, sodass sich die einstige Buchdruckerei zu einem anerkannten Patchwork-Spezialgeschäft entwickelte. Weit über die Grenzen Bad Wünnenbergs hinaus gilt „Dies und Das bei Elisabeth Lücke“ mittlerweile als Insidertipp für Nähfreundinnen. Die Stoffe kommen heute aus Deutschland, aber auch aus dem europäischen Ausland wie England, Dänemark und den Niederlanden.

Und wer nicht selbst an der Nähmaschine Platz nehmen möchte, kann auch fertige, künstlerisch gestaltete Textilobjekte wie Läufer, Kissen, Kinderdecken, Wandbehänge und ähnliches käuflich erwerben. Die textile Kunst des Patchworkens wird – wenn nicht gerade das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung macht – regelmäßig in Ausstellungen gezeigt, zuletzt auf dem Landesgartenschaugelände in Bad Lippspringe und regelmäßig alle drei Jahre im Alten Schafstall.

Die bereits siebte Ausstellung mit dem Namen „Stoffinspirationen“ musste allerdings in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Sie kann aber hoffentlich, so Elisabeth Lücke, im kommenden Jahr stattfinden. An Ideen für das kreative Hobby fehlt es ihr und ihrem nationalen und internationalen Freundeskreis an Näherinnen jedenfalls nicht.

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