Heimische Landwirte haben Wintergetreide ausgesät – Feldmäuse sind neues Problem
Ernte der Zuckerrüben beginnt

Bad Wünnenberg (WB). Die Wintergerste zeigt sich schon und überzieht die heimischen Äcker mit einem grünen Flaum. Doch sehr „verzettelt“, wie der Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer, Ferdinand Falke, sagt. Deutlich zu sehen ist auf den Feldern, wo das Getreide Wasser findet und wo der Boden zu trocken ist.

Samstag, 26.09.2020, 08:21 Uhr aktualisiert: 26.09.2020, 08:24 Uhr
Zweigeteilt: Die Ackerfläche hinter Johannes Giesguth (links) ist trockener als die hinter Ferdinand Falke, wo die Wintergerste Feuchtigkeit findet und sich bereits zeigt. Foto: Neesen

Das Thema Trockenheit hat den heimischen Landwirten in diesem Jahr erneut zu schaffen gemacht. „Die Getreideernte ist um die Hälfte geringer ausgefallen als in früheren Jahren“, so Falke. Einzige Vorteile der Trockenheit: Das Getreide konnte gesund abreifen, und die Erntebedingungen waren gut. Die Niederschläge im Juni und Juli haben indes dem Mais gut getan, der jetzt noch geerntet wird. „Beim Mais sind keine Ausfälle zu erwarten, die Erträge sind besser als im Vorjahr“, so Kreislandwirt Johannes Giesguth.

„Wir hoffen auf Regen“

In den nächsten Tagen beginnt schließlich die Ernte der Zuckerrüben. Doch die Landwirte blicken bereits voraus und legen derzeit den Grundstein für die Ernte 2021. Auf 20.000 Hektar wird im Kreis Paderborn Wintergetreide angebaut: Gerste, Triticale, Weizen und Roggen sind schon im Boden. „Eine Herbstaussaat mitten im Staub“, berichtet Giesguth von den vorherrschenden Bedingungen, „wir hoffen jetzt auf Regen, damit die Saat gut über den Winter kommt.“

Derweil hat sich für die Bauern ein neues Problem eingestellt: Feldmäuse. Den starken Anstieg ihrer Population führen die Landwirte ebenfalls auf die milden Winter zurück, in denen sich die Mäuse gut vermehren können. „Es gibt erhebliche Schäden. Manche Grünlandflächen sind total unterhöhlt“, sagt der Kreislandwirt. Die Landwirte hätten nur wenige Möglichkeiten, gegen die Nager vorzugehen. Giftige Köder auszulegen, sei aber erlaubt. Auch die Wildschweinpopulation sei weiterhin sehr hoch. Die Tiere fänden sowohl in den Wäldern als auch auf den Äckern Bedingungen wie im „Restaurant“ vor.

Angst vor der Schweinepest

Gleichzeitig blicken die Landwirte mit Sorge nach Brandenburg, wo die Afrikanische Schweinepest unter den Wildschweinen ausgebrochen ist. Der Schweinepreis sei sofort zusammengebrochen. Und schließlich seien es bis Brandenburg nur 400 Kilometer, fürchtet Giesguth eine Einschleppung der Krankheit. Die Schweinepest 1996/97 sei immerhin aus China eingeschleppt worden. Märkte und Landwirte seien verunsichert. „Wir sind nicht direkt betroffen, aber wir hoffen, dass die Schweinepest in Brandenburg zum Stillstand gebracht wird“, so der Kreislandwirt, der nach 24 Jahren sein Ehrenamt in diesem Jahr niederlegt.

Im November wird ein Nachfolger in Urwahl bestimmt. Als Landwirt bleibt der 66-jährige Haarener aber weiterhin tätig. Er wünscht sich jetzt einen anständigen Winter: „Das wäre gut für die Natur.“

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