Bürgermeister-Kandidatenrunde organisiert – 90 Besucher in der Halle in Bleiwäsche
Familie Henkel will es genauer wissen

Bad Wünnenberg (WB). Vier Kandidaten – drei Männer und eine Frau – bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters der Stadt Bad Wünnenberg. Doch wer sind diese Kandidaten? Was sind ihre Intentionen? Was möchten sie verändern? Warum stellen sie sich zur Wahl? Fragen, mit denen sich auch die Familie von Gisbert Henkel aus Fürstenberg beschäftigt hat.

Montag, 07.09.2020, 12:25 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 12:28 Uhr
Dubberke, Reisige, Gisbert Henkel (Mitte) leitete das Gespräch in der Schützenhalle in Bleiwäsche. Rede und Antwort standen (von links) Nadine Dubberke (Grüne), Ingmar Reisige (FDP), Stefan Stachowiak (SPD) und Christian Carl (CDU). Foto: Hans Büttner

„Beim Frühstück haben wir uns darüber unterhalten und sind zu dem Entschluss gekommen, eine Podiumsdiskussion auf die Beine zu stellen, wo alle Bewerber sich vorstellen können und die Bürger die Möglichkeit haben, ihre Fragen an die Kandidaten zu stellen“, sagte Gisbert Henkel. Der 56-jährige Einkaufsleiter nahm Kontakt zu den Parteien und zu den Bewerbern auf und traf auf deren volle Zustimmung. Am Freitag war es dann so weit. Rund 90 Besucher waren auf Einladung in die Bleiwäscher Schützenhalle gekommen, um sich an der Podiumsdiskussion zu beteiligen.

Die Kandidaten

Auf der Bühne: Ingmar Reisige (FDP), Christian Carl (CDU), Stefan Stachowiak (SPD), Nadine Dubberke (Grüne).

Während SPD-Mann Stachowiak aus Bleiwäsche mit seinem 30-jährigen politischen Engagement im Rat der Stadt und Christian Carl als Ortsvorsteher von Leiberg bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad im Stadtgebiet haben, sind Ingmar Reisige und Nadine Dubberke eher Neulinge in der Szene.

Ingmar Reisige stellte sich kurz vor: Er ist 43 Jahre alt, stammt aus Menden, lebt mit seiner Familie in Bleiwäsche und ist beruflich als Geschäftsführer eines Transport-und Logistikunternehmens unterwegs.

Nadine Dubberke kommt gebürtig aus Halle/Westfalen, ist 25 Jahre alt, wohnt in Bad Wünnenberg, und arbeitet als selbstständige Moderatorin, Musikerin und Kabarettistin.

Fünf Fragethemen á drei Minuten

Alle vier Kandidaten zeigten sich gut vorbereitet. Zu fünf Fragenthemen sollten sie Stellung beziehen. Jeder hatte dafür einen Zeitraum von drei Minuten einzuhalten. Im ersten Thema ging es um das Rathaus beziehungsweise um den Standort. In Bad Wünnenberg oder in Fürstenberg? In dieser Frage waren sich alle Kandidaten dahingehend einig, dass ein Rathausneubau in Fürstenberg sinnvoll sei und der Spankenhof in Bad Wünnenberg als Repräsentationsstätte aufgewertet werden soll. Details sollten aber im neuen Rat besprochen werden und unter der Beteiligung der Bürger erfolgen.

Einigkeit bestand auch darin, dass das von der Stadt Bad Wünnenberg beauftragte Gutachten zu diesem Thema öffentlich gemacht werden soll. Ingmar Reisige wünschte sich zudem, dass der Spankenhof Bürgermeisterstandort werde und die Touristik in das neue Kurmittelhaus einziehe.

Der nächste Fragen- und Themnenkomplex drehte sich um die Entwicklung der Stadt, einbezogen dabei auch die Frage nach Bauplätzen.

„Bauplätze ja, aber Ressourcen schonen“, sagte Reisige. Möglichkeiten würden sich auch durch den Ankauf von Leerständen ergeben. Die Mittelstraße gelte es aufzuwerten und, wenn möglich, durch neue Geschäftsansiedlungen attraktiver zu machen.

Stadtentwicklung

Das Thema Stadtentwicklung war Punkt drei des Abends. Hier sprach sich die FDP für eine Erweiterung des Bauplatzangebote aus, aber unter der Berücksichtigung, Leerstände in innerörtlichen Bereichen zu bevorzugen. Auch verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Innenstadt stünden auf der Agenda.

Diese wünschen sich auch die Grünen, die sichere Wege zu den Kindergärten und Schulen einfordern. Weiterhin wollen sie unter anderem ein größeres Augenmerk auf umweltschonende Energien setzen.

In der Bauplatzfrage sprach sich auch Stefan Stachowiak für eine Innenverdichtung aus. Und besonders in den Dörfern sei die Infrastruktur zu verbessern.

Christian Carl sieht einen Bedarf an Bauplätzen in allen Stadtteilen. Zudem möchte er die Innenstadt aufwerten, Gewerbegebiete erweitern, dadurch Arbeitsplätze sichern oder auch schaffen sowie Bad Wünnenberg als Tourismus - und Gesundheitsstandort ausbauen. Die Schaffung einer Downhill-Strecke im Bereich der Aatalsperre wäre eine zusätzlich Attraktion.

Klimaschutz

Klimaschutz war das vierte Thema. Nadine Dubberke setzt hier auf die Stärkung der vorhandenen Ressourcen und die Nachhaltigkeit der regionalen Landwirtschaft. Als weitere Aspekte nannte sie 1-Euro-Tickets, Bürgerbus und eine Verringerung des CO2- Ausstoßes.

In Sachen Klimaschutz setzt Stefan Stachowiak auf die Nutzung vorhandener professioneller Möglichkeiten; Christian Carl wünscht sich Investitionen in die Aufforstung des Waldes.

Die Erweiterung des Angebotes an Ladesäulen für E-Autos, die Aufforstung des Waldes und eine Verbesserung des Personennahverkehrs, liegen Ingmar Reisige am Herzen.

Im letzten Themenblock des Abends ging es um Gewerbegebiete. SPD, FDP und CDU sprachen sich für eine Ausweitung der Gewerbegebiete und eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Bad Wünnenberg aus. Die Grünen setzen hier eher auf die Stärkung des Tourismus und der Landwirtschaft. Einig waren sich die Kandidaten von SPD, FDP und CDU darüber, dass der Bürgermeister gerade in Sachen Unternehmensansiedlungen erster Gesprächspartner sein sollte. Die Grünen setzten hier auf die Einbeziehung mehrerer Beteiligter.

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