Leiberger Kinder nutzen Corona-Zwangspause und verstecken kleine Kunstwerke Stolpersteine schenken Freude

Leiberg (WB). So ein Tag mit Kindern aber ohne Kindergarten und Schule, ohne Freunde und Sport am Nachmittag kann lang und bei aller Liebe auch manchmal ganz schön nervig sein – das haben wohl alle Eltern inzwischen festgestellt. Das ist auch in Leiberg nicht anders. Doch dort haben Eltern und Kinder eine pfiffige Möglichkeit gefunden, das Beste aus der Situation zu machen und dabei auch noch etwas Gutes fürs Dorf zu tun.

Von Hanne Hagelgans
Kristina Stahl und ihre Söhne Niklas (links) und Joshua haben in Corona-Zeiten ein neues Hobby für sich entdeckt. Sie bemalen Steine und verstecken sie in der Leiberger Feldflur, um Mitmenschen eine Freude zu bereiten.
Kristina Stahl und ihre Söhne Niklas (links) und Joshua haben in Corona-Zeiten ein neues Hobby für sich entdeckt. Sie bemalen Steine und verstecken sie in der Leiberger Feldflur, um Mitmenschen eine Freude zu bereiten. Foto: Hanne Hagelgans

Ganz normale Feldsteine zu bemalen und sie dann als kleine Kunstwerke an Spazierwegen wieder zu verstecken, ist in Leiberg (und längst nicht mehr nur dort) gerade ganz groß in Mode. „Wir sind durch Bekannte aus dem Sauerland auf die Idee gebracht worden“, erzählt Kristina Stahl, Mitinitiatorin der Aktion und Mutter von Niklas (10) und Joshua (6). Gemeinsam mit anderen rief sie eine Facebook-Gruppe mit dem Titel „Stolpersteine Leiberg“ ins Leben. Mehr als 100 Mitglieder gehören ihr inzwischen an.

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Wir sind mittlerweile steinreich.

Kristina Stahl

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Das Prinzip ist ganz einfach: Beim Spaziergang – im Familienverbund ist der ja immerhin noch erlaubt – sammeln Eltern und Kinder schön geformte Steine auf. „Davon gibt es wirklich reichlich, wir sind mittlerweile steinreich“, lacht Kristina Stahl. In der heimischen Spüle werden die Steine dann gesäubert, getrocknet und schließlich bemalt. Das geht zur Not mit Filzstiften, besser klappt es mit wasserfesten Acrylstiften.

Niklas, Joshua und viele andere Leiberger Kinder lassen da ihrer Phantasie freien Lauf. Häuser sind bereits auf den Steinen entstanden, Luftballons, verschiedenste Tiere, Lego-Ninja und immer wieder der Schriftzug „Bleib gesund!“.

Auf der Facebook-Seite „Stolpersteine“ hochladen

Im Empertal, rund um Tretbecken und Waldsofa, am Wiesenweg, im Oberdorf und in Richtung Sportplatz werden die Steine dann wieder ausgelegt. Auch in Wünnenberg sind schon welche aufgetaucht.

Wer sie findet, darf sie mitnehmen oder auch liegen lassen, damit andere ebenfalls daran Spaß haben können. Wer mag, kann die Steine auch wandern lassen oder sie gegen eigene kleine Kunstwerke austauschen. In jedem Fall freuen sich die Kinder, wenn Finder mit dem Handy ein Foto der Steine machen und es auf der Leiberger Facebook-Seite „Stolpersteine“ hochladen, damit deutlich wird, dass sie gefunden wurden.

Gesundheit, Glück und Schutz schenken

Alle paar Tage, wenn das Wetter schön ist, ziehen die Kinder los, schauen, ob ihre Steine gefunden wurden, und verstecken neue. Eine Mutter, erzählt Kristina Stahl, habe inzwischen sogar einige kleine Engel gehäkelt und zu ihren Steinen gesetzt. Wer sie findet, darf sie behalten und hoffen, dass sie ihm Gesundheit, Glück und Schutz schenken.

Damit die schöne Aktion zu den strengen Corona-Regeln passt, soll selbstverständlich nicht in großen Gruppen, sondern nur innerhalb der Familie auf Steine-Mission gegangen werden. Und die Initiatoren bitten, die Steine vorsichtshalber mit Handschuhen anzufassen. „Letztlich ist das natürlich jedem selbst überlassen, aber wir sind durch diesen Hinweis auf der sicheren Seite“, erläutert Kristina Stahl.

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Da kommt wirklich eine Menge zusammen.

Niklas Stahl

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Weil die sonst im Frühjahr übliche Dorfreinigung, bei der freiwillige Helfer Müll an den Wegesrändern aufsammeln, im Zuge des Corona-Schutzes in diesem Jahr auch in Leiberg ausgefallen ist, sind die Steine-Verstecker außerdem auf die Idee gekommen, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Wie Niklas und Joshua nehmen mittlerweile viele von ihnen einfach eine Tüte mit und sammeln Müll auf. „Da kommt wirklich eine Menge zusammen“, staunt Niklas.

Und seine Mutter betont: „Ich bin überwältigt, was unsere Idee alles ins Rollen bringt und dass so viele Familien Spaß daran gefunden haben.“

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