Pläne für neues Vier-Sterne-Haus – bis zu 20 Millionen Euro Investitionskosten Friedbert Agethen kauft Aatal-Hotel

Bad Wünnenberg (WB). Windkraft-Spezialist Dipl.-Ing. Friedbert Agethen aus Helmern hat das Gelände mit dem leer stehenden Aatal-Hotel im Bad Wünnenberger Aatal gekauft: Das hat der 60-jährige Familienvater während einer Veranstaltung der CDU-Mittelstandsvereinigung Bad Wünnenberg um ihre Vorsitzende Maria Junge bestätigt.

Das Hotel im Aatal in der Nähe des Paddelteiches steht seit langem leer. Windbaron Friedbert Agethen hat das Areal gekauft und kann sich an gleicher Stelle ein Haus mit 90 Zimmern vorstellen. Die alten Gebäude müssten abgerissen werden.
Das Hotel im Aatal in der Nähe des Paddelteiches steht seit langem leer. Windbaron Friedbert Agethen hat das Areal gekauft und kann sich an gleicher Stelle ein Haus mit 90 Zimmern vorstellen. Die alten Gebäude müssten abgerissen werden.

Es gibt Pläne, auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück ein Vier-Sterne-Hotel auf drei Etagen mit mindestens 90 Zimmern zu bauen. Die Investitionskosten liegen geschätzt bei 15 bis 20 Millionen Euro.

Gleichzeitig wurden Pläne bei der Veranstaltung der CDU-Mittelstandsvereinigung Bad Wünnenberg bekannt, an der Aabach-Talsperre einen Gastronomiebetrieb auf einem bewaldeten Grundstück des Grafen von Westphalen anzubieten. Hoch über dem See soll eine »bewirtschaftete Hütte« mit Seeblick gebaut werden, in der sich Wanderer oder Radler erlaben können. Dazu gibt es aber auch Kritik.

Auf Bitten des Bürgermeisters gekauft

Vor den Mittelständlern skizzierte Friedbert Agethen Visionen einer Hotelbelebung auf dem Gelände des Aatal-Hotels, das jetzt in seinem Besitz ist. Agethen hat nach eigenem Bekunden auf Bitten von Bürgermeister Christoph Rüther das Areal erworben. Der Bürgermeister wollte verhindern, dass das Aatal-Hotel wie schon beim einstigen Hotel Jagdhaus für Arbeiter-Mietwohnungen zweckentfremdet werde.

Eine Machbarkeitsstudie, so Agethen, halte den Betrieb eines Hotels im Aatal für sinnvoll, wenn es eine entsprechende Größenordnung aufweise. Dazu gehörten in einem dreistöckigen Gebäude mindestens 90 Zimmer, die bei einer theoretischen Vollbelegung Bad Wünnenberg 32.000 Übernachtungen jährlich bescheren könnten. »Heute zählt Bad Wünnenberg jährlich etwa 160.000 Übernachtungen«, sagte der Bürgermeister. Das Hotel müsse Passagieren von zwei Omnibussen Platz bieten.

Investoren und Betreiber finden

Agethen stellte bereits Visionen »seines« Vier-Sterne-Hotels vor, für das er aber noch Investoren und Betreiber sucht. Das Hotel soll einen Erlebnis-, einen Spa-, einen Event- und Tagungsbereich, Restaurant und Außengastronomie mit Badeteich vorhalten. Erst bei einer Auslastung von wenigstens 60 Prozent sei das Hotel wirtschaftlich zu führen. Das heutige Gebäude sei komplett marode und müsse abgerissen werden.

Es gehe nun darum, Investoren und Betreiber zu finden. Friedbert Agethen erinnerte daran, dass es ihm gelungen sei, für die Windkraftgenossenschaft Westfalenwind zur Finanzierung von Windkraftanlagen 21 Millionen Euro von 1130 Genossenschaftlern aus dem Raum Bad Wünnenberg einzusammeln. So leicht werde dies bei einem Hotel sicherlich nicht, weil bei einer Rendite von höchstens drei Prozent »der Bart ab ist«.

In der Veranstaltung vor 60 Besuchern im Aatalhaus am Paddelteich durfte auch der ehemalige IT-Angestellte Gerhard Scholand seine Träume von einer weiteren Gastronomie im Aatal und insbesondere an der Aabach-Talsperre vorstellen. Dabei nannte Scholand eine »bewirtschaftete Hütte« nördlich des Sees oberhalb des Staudamms auf einer heute bewaldeten Fläche, die dem Grafen von Westphalen gehört. Der Graf und auch der Wasserverband Aabach-Talsperre sowie weitere Fachbehörden hätten zumindest nicht »Nein« gesagt.

Hütte ist »verschossener Elfmeter«

Nach Scholands-Visionen soll eine Hütte an der Klippe nach Willinger Vorbild (Graf Stollberg Hütte) gebaut werden. Gäste könnten die Hütte über einen etwa einen Kilometer langen Fußweg erreichen. Die Hütte müsse jeden Tag geöffnet sein, habe ihm der Wirt von »Siggis Hütte« (Willingen) ans Herz gelegt. Die rustikale Hütte soll innen 70 und außen nochmals 150 Plätze bieten. Sie könne im Bedarfsfall erweitert werden.

Für diese Visionen erntete Scholand allerdings auch skeptische Nachfragen. Bezweifelt wurde, dass eine solche Hütte von Wanderern und Radfahrern wirtschaftlich getragen werden könne. Auch seine Idee einer weiteren Gastronomie an der Aa (Aatal-Walk) in Höhe des Wohnmobilhafens stieß auf Skepsis. Scholand glaubt, dass Wohnmobil-Gäste und weitere Besucher sowie Bad Wünnenberger dieses kleine Lokal im rustikalen Stil tragen könnten. Investoren oder Betreiber gäbe es aber derzeit für beide Projekte noch nicht.

Eine Gastronomie an der Aabach-Talsperre, die Besucher tatsächlich immer wieder vermissen (es gibt dort lediglich einen Eiswagen am Parkplatz) hält Bürgermeister Christoph Rüther für möglich. »Wir waren noch nie so weit wie jetzt«, sagte er. Andere Besucher der Veranstaltung bezweifelten, dass eine solche Hütte Investoren und Betreiber anziehe. Vielmehr müsse ein Angebot geschaffen werden, das nicht nur auf Wanderer und Radler setze, sondern auch weitere Gäste anziehe, etwa um Hochzeiten oder Geburtstage zu feiern oder Firmenveranstaltungen zu ermöglichen. Auch ein Restaurantbetrieb sei sinnvoll. Der Standort müsse mit dem Auto erreichbar sein. Eine zweite »Siggis Hütte« wie in Willingen sei fehl am Platz der Aabach-Talsperre. Gefragt sei ein Angebot mit Alleinstellungsmerkmal für eine gesamte Region. Eine bewirtschaftete Hütte sei ein »verschossener Elfmeter«, sagte eine Besucherin.

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