Schützenverein Bad Wünnenberg feiert Jubelfest – Chronik neu aufgelegt
»Unbescholtene Auswärtige« willkommen

Bad Wünnenberg (WB/bw/sen). Der Schützenverein Bad Wünnenberg feiert in diesem Jahr sein 325-jähriges Bestehen. Zwar nahm das Schützenwesen in der Kurstadt vermutlich schon viel früher seinen Anfang, doch wirklich belegt werden kann es erst für das Jahr 1694.

Mittwoch, 01.05.2019, 14:00 Uhr
Schützenfest 1910 mit dem Königspaar Ferdinand Arens und Maria Bürger: In dieser Zeit spielten zum Schützenfest auch Militärkapellen wie die Bückeburger Jäger oder das 1. Westfälische Husarenregiment auf.

Ein Hinweis auf die Neugründung in jenem Jahr findet sich in den noch im Original vorliegenden Statuten von 1837. Ältere Akten oder Schriftstücke sind vermutlich beim großen Brand 1677 vernichtet worden. Lediglich einen Hinweis aus dem Jahr 1582 gibt es noch, in dem von einer gusseisernen Grabplatte für den Fähnrich Scharfen die Rede ist.

Nachdem die Franzosen 1807 die Westfälischen Schützengesellschaften verboten hatten, regte 1837 nach den Befreiungskriegen die Provinzial-Regierung eine Wiederbelebung des Schützenwesens an, und so wurden vom damaligen Bürgermeister Klemens Laufkötter im Jahre 1837 insgesamt 36 neue Schützenstatuten entworfen.

280 Seiten lebendige Schützen- und Stadtgeschichte

Das Jubiläum nehmen die Bad Wünnenberger nicht nur zum Anlass, einen Kaiser auszuschießen und vom 4. bis 6. Mai groß zu feiern. Die über Jahrhunderte bewegte Geschichte des Schützenvereins findet sich jetzt auch in einer neuen Chronik wieder. Sie ist zurzeit in der örtlichen Bestsellerliste an Beliebtheit nicht zu übertreffen. Kaum haben die Bürger und Schützen an den ersten Ausgabetagen das Gesamtwerk erstanden, ist es aus den Haushalten nicht mehr wegzudenken.

280 Seiten lebendige Schützen- und Stadtgeschichte gehen in diesem Werk eine beachtliche Symbiose ein, die dem Leser teilweise ganz neue Seiten seines Heimatortes aufzeigt. Das Redaktionsteam um Ehrenoberst Karl Hötger und Oberst Ulrich Scharfen legte von Anfang an Wert darauf, den Leser auf eine lange Reise von 1694 bis 2019 mitzunehmen und zu gelebten Traditionen, wichtigen geschichtlichen Ereignissen und individuellen Lebensformen der Bürger in ihrem ostwestfälischen Lebensraum zu führen.

Schützenhalle 1948 mit Flüchtlingsfamilien belegt

Das Werk entwickelte sich zu einer Wertschätzung und Repräsentanz der Menschen aller Generationen. Freud und Leid liegen teilweise dicht zusammen, lassen den Leser erstaunen, mit welchem Elan und in welcher Härte das ordnungsorientierte Schützenwesen, das ländliche Leben und die Ortsgeschichte von jedem angegangen, respektiert und bewältigt wurde. Auch wenn es in den Jahrhunderten mal eng wurde, die Lebensfreude und den Humor mit dem festen Willen, die Feste so zu feiern wie sie fallen, ließen sich die Schützen und ihre Familien zu keiner Zeit nehmen.

So wurde das erste Schützenfest nach dem Zweiten Weltkrieg am 26./27. September 1948 gefeiert. Da die Schützenhalle noch mit Flüchtlingsfamilien belegt war, wurde nur die Mitte der Schützenhalle mit Tischen und Bänken bestückt. Getanzt wurde in einem ausgeliehenen Zelt. Da der Besitz und Gebrauch von Schusswaffen noch verboten war, wurde der Vogel, der auf einer Gewindestange befestigt war, so lange mit einer Keule beworfen, bis er sich aus der Gewindestange herausgedreht hatte und zu Boden fiel. Die Königswürde errang der Landwirt Anton Wecker (+) und erkor sich seine Frau Elisabeth (+) zur Königin.

Kaiserschießen am Samstag

In den Statuten von 1837 heißt es in Paragraph 2 übrigens: Auch auswärtige unbescholtene Personen sind von der Teilnahme als Ehrenmitglieder nicht auszuschließen. So wollen es die Bad Wünnenberger auch am Wochenende halten und freuen sich auf viele Gäste beim Jubiläumsfest.

Das Jubiläumsbuch kann für 15 Euro noch am Freitag, 3. Mai, von 18 bis 19.30 Uhr in der Schützenhalle und nach dem Jubelfest in der Bad Wünnenberg Touristik (Spanckenhof) erworben werden. Das Jubelschützenfest beginnt am Samstag, 4. Mai, mit dem Antreten am Kump. Nach Messe, Zapfenstreich und einem gemütlichen Nachmittag beginnt um 17 Uhr das Kaiserschießen.

Im Mittelpunkt des Sonntages steht ein großer Festumzug (12 Uhr Antreten zum Abholen des Kaisers/14 Uhr (Empfang der Gastvereine im Aatalstadion). Das Jubelfest endet erst wieder am Montag, 6. Mai, mit einem gemütlichen Ausklang nach dem Schießen der Jungschützen, das um 11 Uhr beginnt.

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