Stahlkonstruktion überspannt nun das gesamte Aftetal in Bad Wünnenberg
Die Brücke ist angekommen

Bad Wünnenberg (WB/han). Ganz unspektakulär hat in diesen Tagen ein historisches Ereignis stattgefunden: Der Lückenschluss ist geschafft. Die Brücke der neuen Bad Wünnenberger Ortsumgehung überspannt nun das gesamte Aftetal.

Freitag, 05.04.2019, 16:25 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 16:28 Uhr
Die Stahlkonstruktion der Aftetalbrücke ist jetzt von Nord nach Süd einmal komplett über das Tal gewandert und hat das Widerlager erreicht. Nun muss noch die eigentliche Fahrbahn gebaut werden. 2021 sollen die ersten Autos über die neue Bad Wünnenberger Ortsumgehung rollen. Foto: Brigitta Wieskotten

Seit Sommer 2017 wanderte die Stahlkonstruktion, geführt von einem so genannten Schnabel von Norden (aus Richtung Paderborn) nach Süden (in Richtung Bleiwäsche) über die sechs Brückenpfeiler, die auf 25 Meter in den Boden reichenden Fundamenten ruhen und parallel zum Vorschub der Brücke nach und nach in die Höhe wuchsen.

In einem Verfahren, das höchste Präzision erforderte, wurde der stählerne Unterbau auf der Nordseite montiert, dann über das Tal geschoben und auf den Pfeilern verankert. Der hydraulische Vorbauschnabel verhinderte das Absacken der Brücke. Damit geschoben werden konnte – Anlieger bemerkten das fast nur durch die dann eingeschaltete Beleuchtung auf den Pfeilerspitzen – musste auch das Wetter passen. Zu starker Wind hätte gefährlich werden können.

Nun ist der Unterbau der Brücke auf der Südseite angekommen, und der gelbe Schnabel, der viele Monate lang ein gewohnter Anblick für die Menschen in Bad Wünnenberg und Leiberg war, wird abgebaut.

Auch wenn der Fortschritt sichtbar ist und das Gesicht des Aftetals sich durch die Brücke bereits verändert hat: Es bleibt dabei, dass die Brücke und damit auch die Ortsumgehung B 480 neu ein Jahr später fertig werden als ursprünglich geplant. Grund ist, dass nach neuen Berechnungen 19 Prozent mehr Stahl in die Brückenkonstruktion eingebaut werden müssen.

Durch die Verzögerung soll die Brücke, die das süddeutsche Unternehmen Max Bögl im Auftrag des Landesbetriebs Straßen NRW baut, erst im Herbst kommenden Jahres fertig sein. Abermals ein Jahr später sollen dann 2021 die ersten Autos über die neue Ortsumgehung rollen.

Fachleute rechnen damit, dass sich der Verkehr, der von Bielefeld und Paderborn in Richtung Sauerland rollt und im Kurort Bad Wünnenberg mehr und mehr zu Belastung wird, dann um rund 70 Prozent reduzieren dürfte. Rund 60 Millionen Euro kostet die neue Bundesstraße, davon entfallen allein 45 Millionen auf die 70 Meter hohe und 700 Meter lange Brücke.

Ihr Unterbau besteht aus riesigen Stahlteilen, die nicht nur eine leichte Kurve, sondern auch eine Neigung abbilden müssen. Vorgefertigt wurden die sperrigen und schweren Bauteile am Firmensitz des Unternehmens Max Bögl im süddeutschen Neumarkt. Die Schwertransporte, die sie nach Bad Wünnenberg brachten, konnten nur nachts rollen und gestalteten sich durch die enge Baustelle auf der Autobahn 33 zwischen Elsen und Borchen zusätzlich schwierig.

Nun gilt es in den kommenden Monaten, auf der Stahlkonstruktion die eigentliche Fahrbahn aufzubauen. Parallel dazu wird die Umgehungsstraße auf der Südseite weitergebaut.

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