Spedition Keimeier und Finke investiert zehn Millionen Euro in neues Logistikzentrum In einer Nische auf Wachstumskurs

Bad Wünnenberg-Haaren (WB). Das Bekenntnis der Spedition Keimeier und Finke zum Standort Haaren wiegt schwer – sehr schwer sogar. Zehn Millionen Euro hat sich das Unternehmen sein neues Logistikzentrum im Gewerbegebiet kosten lassen. Am Wochenende wurde es mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt.

Von Per Lütje
Aus der Luft wird das ganze Ausmaß des Firmengeländes deutlich. In der Mitte ist das neue Logistikzentrum zu sehen. Mit jetzt rund 60.000 Quadratmeter Grund und Boden hat die Spedition fast doppelt soviel Platz wie vorher.
Aus der Luft wird das ganze Ausmaß des Firmengeländes deutlich. In der Mitte ist das neue Logistikzentrum zu sehen. Mit jetzt rund 60.000 Quadratmeter Grund und Boden hat die Spedition fast doppelt soviel Platz wie vorher.

Die Verlagerung der Firma von der Otto-Lilienthal-Straße an die Graf-Zeppelin-Straße war auch für die Speditionsprofis eine logistische Herausforderung. Gerade einmal fünf Tage dauerte der Umzug der insgesamt rund 220 Mitarbeiter in die neue Zentrale. Mit jetzt rund 60.000 Quadratmeter Grund und Boden hat die Spedition nun fast doppelt soviel Platz wie vorher. Neben knapp 4000 Quadratmeter Lagerfläche und 30 Verladetoren, an die Lastwagen andocken, beherbergt das neue Domizil auch die Verwaltung des 1992 gegründeten Unternehmens, dessen Geschichte jedoch bis in das Jahr 1936 reicht.

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In einer hart umkämpften Branche, der in den nächsten Jahren das Fehlen von rund 100.000 Fahrern prognostiziert wird, kann sich die Spedition Keimeier und Finke nicht nur behaupten, sie baut ihre Marktstellung sogar aus. Die 82-jährige Firmengeschichte ist geprägt von beständigem Wachstum und mutigen unternehmerischen Entscheidungen: weg vom klassischen Speditionsgeschäft, dafür Konzentration auf Bereiche, die andere Logistiker nicht anbieten. Hinzu kommt die exzellente Lage des Gewerbegebietes Haaren mit direkter Anbindung an die A 44 und die A 33. Unternehmen wie eben der »Spedition und Logistik Haaren« verdankt Ostwestfalen-Lippe seinen Ruf als Mittelständler-Hochburg. Per Lütje

Einst ein kleiner Holzrückebetrieb mit einem einzigen Lastwagen, zählt das Unternehmen, das in der dritten Generation von den Brüdern Siegfried und Franjo Finke sowie Mitgesellschafter Norbert Keimeier geführt wird, mittlerweile 65 Zugmaschinen und rund 100 Auflieger. Insgesamt stehen dem Unternehmen am neuen Standort neben dem neu errichteten Logistikzentrum zwei weitere Hallen mit jeweils etwa 3000 Quadratmetern Fläche zur Verfügung. Am alten Firmensitz an der Otto-Lilienthal-Straße befinden sich vorerst noch die Lkw-Waschanlage und die betriebseigene Werkstatt.

In einer Branche, die hart umkämpft ist und in der in den vergangenen Jahren nicht wenige Unternehmen vom Markt verschwunden wird, ragt die »Spedition und Logistik Haaren« mit zum Teil zweistelligen Umsatzzuwächsen heraus. »Wir konzentrieren uns auf die Nischen im Speditionsbereich«, sagt Geschäftsführer Norbert Keimeier. »Heute liegen unsere Schwerpunkte in der Endkundenbelieferung von klein bis groß – egal ob es eine Duschkabine ist, auf die der Installateur morgen Früh in Hamburg wartet, oder die Gartenhäuser, auf die sich etwa 20.000 bis 25.000 Kunden oder Familien jedes Jahr freuen, und welche wir mit unseren Kran- und Mitnahmestapler-Fahrzeugen vor Ort zustellen. Hier sind wir zu Hause, das können wir, und damit haben wir uns einen Namen gemacht.«

Freuen sich über die Zehn-Millionen-Euro-Investition (von links): CDU-Landtagsabgeordneter Bernhard Hoppe-Biermeyer, Siegfried Finke, Hanno Drewitz (Generalunternehmen BMS Industriebau), Franjo Finke, Bürgermeister Christoph Rüther, Norbert Keimeier, Josef Schmolke (»Spedition und Logistik Haaren«) und Kais Zahelzei (BMS Industriebau). Foto: Per Lütje Dabei macht Keimeier keinen Hehl daraus, dass sich der Wettbewerb in der Branche zugespitzt hat: »Transport- und Logistikkosten sind heutzutage extrem knapp gerechnet. So stehen wir heute auch permanent im europaweiten Preiswettbewerb. Die immer härtere Kostensituation hat das Controlling zu einem der wichtigsten Bereiche in unserem Gewerbe werden lassen.« »Umso mehr freut es uns, dass wir uns trotz der schwierigen Situation am Markt festigen- und sogar noch auf ein gesundes Wachstum zurückblicken konnten«, sagt Siegfried Finke.

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