Überfall auf Bad Wünnenberger Penny-Markt: Letzter Täter vor Gericht DNA-Spuren sind eindeutig

Bad Wünnenberg (WB). Es war kein kleiner Überfall, sondern eine rabiate und brutale Tat, als zwei maskierte Männer am 17. Dezember 2016 den Penny-Markt in Bad Wünnenberg überfielen . Mit einem 29 Jahre alten Marokkaner steht nun der letzte der mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht Paderborn.

Von Ulrich Pfaff
Dieser Penny-Markt in Bad Wünnenberg wurde am 17. Dezember 2016 überfallen. Der letzte Täter steht jetzt vor Gericht.
Dieser Penny-Markt in Bad Wünnenberg wurde am 17. Dezember 2016 überfallen. Der letzte Täter steht jetzt vor Gericht. Foto: Brigitta Wieskotten

An jenem Samstagabend betreten zwei vermummte Männer kurz vor Ladenschluss den Einkaufsmarkt. Mit Pistolen bedrohen sie die drei Verkäuferinnen, fesseln zwei von ihnen, während die Schichtleiterin mit vorgehaltener Waffe gezwungen wird, zuerst die Kasse zu öffnen und dann den Tresor. Die Frauen müssen nach unten schauen. »Runter, sonst Kopf kaputt«, droht einer der Täter und unterstreicht diese Drohung mit Schlägen auf den Nacken. 4000 Euro Bargeld und vier Stangen Zigaretten nehmen die Männer mit. Bevor sie den Markt verlassen, sprühen sie den Frauen Pfefferspray ins Gesicht. Eine der Überfallenen kann sich selbst befreien und alarmiert die Polizei.

Anklage: schwerer Raub

Über ein Jahr nach der brutalen Tat muss sich nun ein marokkanischer Asylbewerber wegen schweren Raubes vor dem Landgericht verantworten. Den anderen Haupttäter (24) hat die 1. Große Strafkammer schon zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt, zwei weitere junge Männer, die ihre Bekannten mit dem Auto in der Nähe des Tatorts abgeholt hatten, bekamen Geldstrafen wegen Begünstigung und Hehlerei.

De 29-Jährige war sofort nach der Tat nach Belgien verschwunden, aber dort identifiziert und verhaftet worden. Zum Verhängnis wurden ihm Papiere, in denen es um sein Asylverfahren ging: Die fand die Polizei in der Tatnacht in einer Plastiktüte in einem Bus, in dem auch der 24-Jährige festgenommen wurde.

JVA hat vergessen, Zeugen vorzuführen

Der Angeklagte schweigt. Die beiden »Chauffeure« gibt er vor nicht zu kennen, obwohl einer der beiden, der als Zeuge aussagte, ein Foto von ihm auf seinem Handy hat. Und dann ist es noch die moderne Wissenschaft, die dem 29-Jährigen bescheinigt, in die Sache verstrickt zu sein: Es gibt DNA-Spuren, gesichert an diversen Gegenständen, die bei dem Überfall benutzt und zum Teil in einem Waldstück in unmittelbarer Nähe des Einkaufsmarktes gefunden wurden. Unter 1,2 Trilliarden Menschen kämen diese eindeutigen DNA-Spuren nicht ein weiteres Mal vor, stellte ein Gutachter fest. Grund für Staatsanwalt Frank Stegen süffisant zu erklären: »Es gibt nur einen Verursacher dieser Spuren, und der sitzt da hinten.«

Trotz dieser erdrückenden Beweise konnte die Strafkammer gestern noch kein Urteil fällen. Es fehlten zwei Zeugen. Den inhaftierten Mittäter hatte die Justizvollzugsanstalt Werl vergessen zur Verhandlung nach Paderborn zu bringen, der zweite »Chauffeur« kam der Ladung nicht nach. Beide werden am 29. Januar in uniformierter Begleitung zum Gerichtssaal gebracht.

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