Einwendungen gegen Bad Lippspringer Windpark noch bis 1. März möglich – Widerstand aus Marienloh
Verfahren geht in finale Runde

Bad Lippspringe/Marienloh -

Das Erörterungsverfahren zum geplanten Bau eines Windparks auf Bad Lippspringer Stadtgebiet geht in seine abschließende Runde. Noch bis zum 1. März haben all diejenigen, die bereits Einwände gegen das Vorhaben vorgebracht haben, Gelegenheit, sich zu den jetzt vorliegenden Stellungnahmen der Flütwind Projekt GmbH zu äußern.

Dienstag, 09.02.2021, 22:37 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 22:40 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Die sechs beantragten und bis zu 246,60 Meter hohen Anlagen sorgen insbesondere in Marienloh für Unruhe. Dort haben sich mehrere Bürger, darunter Ortsheimatpfleger Ralf-Peter Fietz und Ortsvorsteher Matthias Dülme, zum „Arbeitskreis Windkraft“ zusammengeschlossen mit dem Ziel, das Vorhaben, so wie es jetzt im Süden der Kurstadt zwischen Kreuzweg und Josefstraße geplant ist, zu verhindern. Ihnen ist vor allem ein Dorn im Auge, dass mit einem Abstand von gut 1000 Metern zu einer Marienloher Wohnsiedlung („Aachener Siedlung“) ausgerechnet die derzeit größte auf dem Markt verfügbare Anlage entstehen soll.

Im Bad Lippspringer Stadtrat hatten die Proteste aus dem Nachbarort gegen die Festsetzung der Windvorrangzonen kein Gehör gefunden. Dort waren die Einwände gegen die Aufstellung des Flächennutzungsplans einstimmig abgelehnt worden.

Die Investitionssumme für den Windpark gibt das Unternehmen mit etwa 30 Millionen Euro an. Die 13 zumeist ortsansässigen Investoren gehen von zusätzlichen jährlichen Gewerbesteuereinnahmen für die Badestadt im unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich aus, wie sie im August vergangenen Jahres gegenüber dieser Zeitung geäußert hatten.

Widerstand gegen das Vorhaben regt sich aber nicht nur in Marienloh. Besonders betroffen ist zudem das Gewerbegebiet Hohe Kamp am Pfingststuhlweg in Bad Lippspringe, wo 14 Gewerbetreibende mit ihren Familien auch leben. Es ist sogar nur 650 Meter vom geplanten Riesenwindrad entfernt, weil der 1000-Meter-Abstand laut Gesetzgeber nur für Wohngebiete gilt. Entsprechend macht auch Ulrich Gerken, der ein Unternehmen im Pfingst­stuhlweg betreibt und dort mit seiner Familie wohnt, gegen die Pläne der Flütwind GmbH mobil.

Zahlreiche Marienloher und auch Bad Lippspringer Bürger hatten vergangenes Jahr die Gelegenheit genutzt, ihre Kritik an dem Vorhaben schriftlich beim Kreis Paderborn als Genehmigungsbehörde zu äußern. Mittlerweile liegen dem Kreis die Stellungnahmen der Flütwind Projekt GmbH zu den insgesamt 70 Einwendungen vor. Veröffentlicht sind diese auch auf der Homepage www.marienloh.de. Ursprünglich war das Erörterungsverfahren für Oktober vergangenen Jahres im Bad Lippspringer Kongresshaus geplant, seinerzeit aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Schwerpunkte der vorgebrachten Bedenken sind insbesondere die Themen Schallprognose und Infraschall, Schattenwurf, Natur- und Artenschutz sowie Brandschutz, Eiswurf und optisch bedrängende Wirkung. Noch bis zum 1. März besteht Gelegenheit, zu den bereits vorgetragenen Bedenken gegen das geplante Vorhaben nochmals ergänzend eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Nach Ablauf dieser Frist ist das Erörterungsverfahren der Flütwind Projekt GmbH abgeschlossen. Der Kreis Paderborn als Genehmigungsbehörde wird in einem weiteren Schritt alle Einwendungen abschließend prüfen und dann letztlich eine Entscheidung über die Anträge treffen.

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