Prozess am Landgericht Paderborn gegen 32-jährigen Bad Lippspringer: Haft abgewendet
Drogendealer kommt glimpflich davon

Bad Lippspringe/Paderborn -

Dreieinhalb Jahre Haft hatte das Landgericht Paderborn Ende 2019 gegen einen Drogenhändler aus Bad Lippspringe verhängt: Er hatte über Jahre hinweg „schwunghaft“ mit Marihuana gedealt. Jetzt kommt der 32-Jährige doch noch um einen Gefängnisaufenthalt herum.

Sonntag, 07.02.2021, 05:25 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 05:30 Uhr
Ein Joint mit Marihuana. Foto: dpa

Zweieinhalb Jahre lang hatte der ehemalige Sonderschüler in der Badestadt mit „Gras“ gehandelt, mehrere Kilogramm der Droge in überdurchschnittlicher Qualität an Konsumenten verkauft – was ihm im Dezember 2019 eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten einbrachte. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil jedoch auf die Revision des Bad Lippspringers hin im Mai 2020 auf: Die 1. Große Strafkammer müsse die Gesamtstrafe neu bilden. Denn aus Sicht der Karlsruher Richter hatten ihre Kollegen in Paderborn mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten etwas hoch gegriffen, die sie dem 32-Jährigen in dem Tatkomplex als Einzelstrafe für 100 Gramm Marihuana verpassten, die er Anfang 2016 bei seinem „Bunkerhalter“ zwischengelagert hatte.

Hier sei die strafrechtlich relevante „nicht geringe Menge“ an Betäubungsmitteln gerade mal um neun Gramm des Wirkstoffes THC überschritten gewesen – so wenig, dass sogar die Generalstaatsanwaltschaft angeregt hatte, dies als einen minderschweren Fall zu betrachten, was die Paderborner Richter zuvor nicht getan hatten.

Auch sei bei dem Prozess strafverschärfend eine einschlägige Vorbelastung des 32-Jährigen berücksichtigt worden: Diese belief sich auf zwei recht geringe Geldstrafen für Drogenbesitz, aber nur eine davon zeitlich vor der angeklagten Einzeltat – und nur diese sah der Bundesgerichtshof als zu berücksichtigen an.

Das Verfahren, das jetzt von der 8. Großen Strafkammer noch einmal aufgerollt wurde, endete für den 32-Jährigen glimpflich. Die Kammer erkannte tatsächlich in dem einen Anklagepunkt auf einen minderschweren Fall, der mit einer Einzelstrafe von zehn Monaten belegt wurde –­ was die Gesamtstrafe auf drei Jahre und zwei Monate reduzierte.

Weil der Bad Lippspringer zudem auch glaubhaft machen konnte, selbst drogenabhängig zu sein und in ­wenigen Wochen eine stationäre Suchttherapie antreten werde, wurde die Haftstrafe zunächst ausgesetzt.

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