Technik aus Bad Lippspringe kommt am Frankfurter Flughafen zum Einsatz
RTB macht Parkhäuser intelligent

Bad Lippspringe -

Eines der modernsten Parkhäuser Deutschlands strebt seiner Vollendung entgegen. Dabei kommt auch Technik aus Bad Lippspringe zum Einsatz. „Das neue Anzeigesystem wird derzeit eingebaut“, berichtet Geschäftsführer Rudolf Broer. Sein Unternehmen RTB, das in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen feiert, bringt im Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens, direkt gegenüber vom Flughafen, einige Innovationen an den Start.

Mittwoch, 27.01.2021, 11:39 Uhr aktualisiert: 27.01.2021, 11:44 Uhr
Bei RTB in Bad Lippspringe zeigen Geschäftsführer Matthias Rieger und Rudolf Broer zusammen mit Tamino (5) die Technik, die in Frankfurt zum Einsatz kommt. Foto: Ingo Schmitz

Die Fraport AG hat 2018 den Bau eines neuen Parkhauses in Auftrag gegeben. Mehr als 1280 Parkplätze und 65 Ladesäulen für E-Mobilität entstehen. RTB ist dafür zuständig, dass die Parkflächen effektiv und flexibel genutzt werden können. Das betrifft zum Beispiel die unterschiedlichen Nutzergruppen: Neben Familien-Parkplätzen gibt es auch spezielle Flächen für XL-Fahrzeuge, Frauen, Behinderte, Mitarbeiter von angrenzenden Firmen oder auch für E-Autos.

So sieht das Fraport-Parkhaus aus, in dem das Unternehmen RTB die Technik made in Bad Lippspringe verbaut.

So sieht das Fraport-Parkhaus aus, in dem das Unternehmen RTB die Technik made in Bad Lippspringe verbaut. Foto: Fraport

RTB hat eine Software entwickelt, die es möglich macht, die vorhandenen Plätze flexibel zu nutzen – je nachdem was gerade besonders stark nachgefragt wird. Damit verbunden ist ein Reservierungssystem. Die Fraport AG als Betreiber kann so die Einnahmemöglichkeiten optimieren. Beispiel: Wenn reservierte Parkplätze für Mitarbeiter nicht benötigt werden, können diese auch von anderen genutzt werden.

Eine weitere Technik, die dort zum Einsatz kommt, ist die Einzelstellplatz-Detektion. Anhand von LEDs ist schon von weitem ersichtlich, wo sich freie Parkplätze befinden. Der Park-Suchverkehr werde so deutlich reduziert, sagt Rudolf Broer.

Eine Innovation, die hier erstmals zum Einsatz kommt, ist ein neues Anzeigesystem. Die digitalen Tafeln zeigen nicht nur die Anzahl der freien Stellplätze an. Sie haben auch die Möglichkeit, gleichzeitig Videosequenzen oder andere Informationen abzuspielen. „Das können allgemeine Informationen, Warnhinweise oder auch Werbung sein“, sagt Broer, der schon seit Jahren mit dem Bielefelder Parkhaus-Experten Goldbeck zusammen arbeitet. Die Technik sei an den Fraport-Rechner angeschlossen, was eine riesige Hürde gewesen sei. Die Sicherheitsvorgaben am Frankfurter Flughafen seien eben immens.

Doch das ist nicht das Einzige, was RTB beherrscht. Weitere Säulen des Unternehmens ist die Technik rund um E-Ladesäulen, Parkscheinautomaten sowie Radargeräte zur Verkehrsdatenerfassung – viele davon sind auch im Kreis Paderborn zu sehen. Sie hängen zum Beispiel an Schildermasten und zählen und qualifizieren die Fahrzeugbewegungen. „Wir sind der einzige Hersteller, der in diesem Bereich eine Zulassung der B.A.S. Verkehrstechnik A.G. hat“, ist Broer stolz.

Matthias Rieger, seit Oktober zweiter Geschäftsführer bei RTB und zuständig für die Finanzen, ist begeistert von dem innovativen Unternehmen. „Ich habe meine Entscheidung nicht bereut“, sagt er. Dass er gerade in der weltweiten Krise eingestiegen sei, sei kein Nachteil, betont er. Im Gegenteil. Derzeit seien die Corona-Folgen noch nicht spürbar. Gemeinsam mit Rudolf Broer geht er aber davon aus, dass der Markt für Parkhäuser in den kommenden zwei Jahren deutlich schwächeln wird.

Das Unternehmen RTB hat sich in den vergangenen 25 Jahren im Bereich Verkehrstechnik weltweit einen Namen gemacht. Seit 2014 gibt es die RTB Tochtergesellschaft in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. „Wir sind in 50 Ländern vertreten. Alle fünf Minuten wird an Werktagen ein Gerät von uns irgendwo auf der Welt installiert. Unser Ziel ist es auf 2,5 Minuten zu kommen.“

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