Spedition Walter in Bad Lippspringe schließt nach 130 Jahren
„Umzug ist Vertrauenssache“

Bad Lippspringe -

1890 ist ein bewegtes Jahr. Otto von Bismarck tritt als Reichskanzler zurück. In Bern geht die erste Schweizer Straßenbahn an den Start. Und auch im beschaulichen Lippspringe tut sich etwas: Johann Walter gründet das zweitälteste Transportunternehmen im Kreis Paderborn. Nach genau 130 Jahren ist diese Erfolgsgeschichte zum Jahreswechsel unwiderruflich zu Ende gegangen.

Sonntag, 03.01.2021, 21:07 Uhr aktualisiert: 03.01.2021, 21:10 Uhr
Spedition Walter ist im Kleinformat seit vielen Jahren bereits im Bad Lippspringer Heimatmuseum zu sehen. Die Miniaturfahrzeuge sind Teil einer historischen Szene am ehemaligen Bahnhof der Stadt. Foto: Klaus Karenfeld

Begonnen hat alles bescheiden 1890 mit einem Pferdewagen. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten haben sich die Dienstleistungen von Spedition Walter deutlich verändert und erweitert: angefangen beim Gütertransport per Eisenbahn über die Gepäckbeförderung der Kurgäste bis hin zum Möbeltransport per Lkw. Die knallroten Fahrzeuge mit dem weißen Firmenlogo und dem Schriftzug „Umzug ist Vertrauenssache“ fielen auf und wurden so auch deutschlandweit Werbeträger für die Kur- und Badestadt.

1999 übernahm Antonius Walter als ausgebildeter Speditionskaufmann in vierter Generation die Geschäftsführung. Immer an seiner Seite: sein jüngerer Bruder Martin, der wie er alles von der Pike auf gelernt hatte. So beherrschten beide viele Kniffe und Tricks für den schonenden Möbeltransport.

Übrigens: Qualität war von Anfang an ein Markenzeichen des Bad Lippspringer Unternehmens. Bis zuletzt gehörte Spedition Walter als Mitglied dem Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. an und war als „anerkannter AMÖ-Fachbetrieb“ zertifiziert.

„Rundum-Sorglos-Paket“

Entsprechend breitgefächert war das Leistungsspektrum des Bad Lippspringer Unternehmens. Antonius Walter spricht in diesem Zusammenhang gerne von einer Art „Rundum-Sorglos-Paket“. Dazu gehörte unter anderem das Ein- und Auspacken wie auch der Auf- und Abbau von Möbeln. Selbst große Gegenstände wie ein Klavier gingen mit Spedition Walter und seinen Mitarbeitern auf Reisen.

So hat Antonius Walter in den folgenden 21 Jahren viel gesehen und erlebt. Im Gespräch fällt ihm die eine oder andere Anekdote ein, wie die von der Hamburgerin, die mit Haushalt und Kanarienvogel nach Bad Lippspringe ziehen wollte. Ohne Auto und Verwandte fuhr sie an der Seite von Antonius Walter und seinem Bruder Martin im Führerhaus mit. „Jeweils nach einer vollen Stunde wurde ein kurzer Halt eingelegt, damit man sich hinten nach dem Befinden des Haustieres erkundigen konnte“, sagt Antonius Walter und schmunzelt.

Ärzten und Kurdirektoren zur neuen Heimat verholfen

Durch die enge Verbundenheit mit den Kliniken hat das Familienunternehmen ebenfalls viele Ärzte und eine Reihe von Kurdirektoren zur neuen Heimat verholfen.

Eine wahre Mammutaufgabe wartete auf das Speditionsunternehmen, als zwei Benediktiner-Klöster renoviert und deshalb leer geräumt werden sollten. Nicht nur sämtliche Möbel aus den 40 Klosterzellen nebst Klavieren mussten äußerst behutsam abtransportiert werden, sondern auch die übergroße Anzahl an Büchern und die zum Teil antiquarischen Bibeln aus der Klosterbibliothek.

Nun aber, nach 130 Jahren, endet die lange Firmengeschichte der Bad Lippspringer Spedition. Antonius Walter tritt in den wohlverdienten Ruhestand. Mit sehr persönlichen Worten verabschiedet er sich von seinen Kunden und Geschäftspartnern. „Für das uns entgegen gebrachte Vertrauen möchte ich mich noch einmal bedanken.“ Das Gleiche gelte für seine zuverlässigen Mitarbeiter, die mit ihm immer vertrauensvoll zusammengearbeitet hätten.

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