Fest des Nabu in Bad Lippspringe mit mobiler Mostmacherei und Pflanzenbörse
Mehrere Tonnen Äpfel zu Saft gepresst

Bad Lippspringe (WB). Passend zum Herbst hat der Nabu zum vierten Mal sein Apfelfest rund um das Prinzenpalais im Arminiuspark veranstaltet. Aktionen zum Thema Naturschutz für die ganze Familie, eine mobile Mostmacherei und die Pflanzenbörse der Initiative „Hand in Hand für Bad Lippspringe“ lockten zahlreiche Besucher an.

Montag, 05.10.2020, 06:36 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 06:40 Uhr
Anna Achtstetter (links) und Alexa Bee sind die Frauen der ersten Stunde der Initiative „Hand in Hand für Bad Lippspringe“. Das blau-rot-grüne Logo entwarf die Bad Lippspringer Künstlerin Inge Ritter für sie. Foto: Nicole von Prondzinski

„Um die Veranstaltung den pandemiebedingten Vorgaben anzupassen, haben wir viele Angebote von drinnen nach draußen gelegt. Zum Glück spielt heute das Wetter dafür mit“, freute sich Dirk Tornede, Leiter des Nabu-Natur-Infozentrums Senne. Schon von weitem hörte man die mobile Mosterei, die pausenlos Apfelsaft in Fünf-Liter-Kartons abfüllte. Der Duft des frisch gepressten Obstes lag über dem Arminiuspark. Die Äpfel dafür brachten die Besucher selbst mit, aus ihren heimischen Gärten oder von Streuobstwiesen. „Im Laufe des Tages werden heute aus etwa zwei Tonnen Äpfeln gut 1250 Liter Apfelsaft gepresst“, sagte Tornede. In der „Most Manufaktur“, die ihren Stand dafür aus Bad Salzuflen nach Bad Lippspringe brachte, wird das Obst zunächst gepresst, dann erhitzt und noch heiß abgefüllt und verschlossen in sogenannten Bag-in-Box-Verpackungen abgefüllt. Das ist ein Pappkarton, der im Inneren einen Plastikbeutel enthält. Der ungeöffnete Saft ist darin gut zwei Jahre lang haltbar, angebrochen noch etwa zwei Monate.

Saft aus heimischen Streuobstwiesen kaufen

„Dank der Abfüllung bei heißen Temperaturen und weil beim Zapfen keine Luft in die Verpackung gelangen kann, verdirbt der Saft nicht so schnell“, erklärte Tornede. Für einen Fünf-Liter-Karton werden etwa sieben bis acht Kilogramm Äpfel benötigt, die Reste werden für Viehfutter weiterverwertet. Wer selbst keine Äpfel gepflückt hat, kann Saft aus heimischen Streuobstwiesen beim Nabu kaufen, und das zu den Öffnungszeiten des Infozentrums montags bis donnerstags von 9 bis 12 und 14 bis 16.30 Uhr.

Wildpflanzenpark geplant

Die Initiative „Hand in Hand für Bad Lippspringe“, die sich für nachhaltige Konzepte stark macht und einen Wildpflanzenpark in Bad Lippspringe aufbauen möchte, nutzte die Gelegenheit des Apfelfestes, um mit einer Pflanzenbörse auf ihr Ziel aufmerksam zu machen, nämlich einen „Ewilpa“ in Bad Lippspringe aufzubauen. Am Stand erhielten Besucherinnen und Besucher eine nutzbare Wildpflanze, wie sie auch in einem „Ewilpa“ zu finden sein könnte. „Ewilpa“ steht für „Essbare Wildpflanzen-Parks“. Die Ewilpa-Stiftung eröffnet also Parks, in denen krautig wachsende Wildpflanzen, Stauden, Sträucher und Bäume gepflanzt werden, um diese dann kontrolliert verwildern zu lassen. Die Bad Lippspringerin Anna Achtstetter ist Initiatorin von „Hand in Hand in Bad Lippspringe“. „Mit der Unterstützung der Stadt, der Stiftung Ewilpa sowie dem Nabu möchten wir das Projekt realisieren. Auch die Gesamtschule haben wir bereits mit im Boot und hoffen auch auf die Zusammenarbeit mit dem Heimatverein“, erklärte die Gründerin. „In der Bauausschusssitzung Ende August haben alle Vertreterinnen und Vertreter der Stadt für unser Projekt mit Ja gestimmt“, ergänzte sie.

Ein Vielfaches mehr an Nährstoffen

Der Park in Bad Lippspringe soll ähnlich wie ein Rundgang gestaltet werden. Mit Start- und Endpunkt am Prinzenpalais soll die gut zwei Kilometer lange Strecke durch den Arminiuspark, neben den Jordanquellen her und an Streuobstwiesen, Feuchtwiesen sowie Nuss- und Lindenhainen vorbeiführen. Auch an der Gesamtschule sollen essbare Wildpflanzen verbreitet werden. „Es wäre schön, wenn es einige Sträucher zum Naschen für die Schülerinnen und Schüler geben könnte, damit sie möglichst früh an den Nutzen von Wildpflanzen herangeführt werden“, meint Achtstetter: „In Wildpflanzen steckt im Vergleich zu Kulturpflanzen ein Vielfaches mehr an Nährstoffen. Wildgemüse ist reich an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.“ Der nächste Schritt auf dem Weg zu einem „Ewilpa“ in Bad Lippspringe wäre ein Pachtvertrag. Wer sich beim Projekt engagieren möchte, kann sich an die Initiatorin wenden (anna.8stetter@gmx.de).

66.000 Unterschriften gesammelt

Zahlreiche Familien tummelten sich an den Mitmachständen vor dem Prinzenpalais. Sie probierten, Insektenhotels und Vogelfutterspender zu bauen. Der Nabu möchte damit dem Rückgang der Insekten entgegenwirken. Um auch Politiker darauf aufmerksam zu machen, wurden Unterschriften für die Volksinitiative Artenvielfalt NRW gesammelt. Sie begann im Juli und hat nun ein Jahr lang Zeit, 66.000 Unterschriften zusammenzutragen. Dann müsste sich der Landtag mit den Forderungen der Initiative befassen, zu denen ein Nationalpark Senne und mehr naturnahe und wilde Wälder gehören.

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