Anklage gegen 59-jährigen Unternehmer aus Bad Lippspringe
Krasser Fall: 21.000 Stunden Schwarzarbeit

Bad Lippspringe (WB). Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat gegen einen 59-jährigen Unternehmer aus Bad Lippspringe Anklage vor dem Schöffengericht in Paderborn wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt und Steuerhinterziehung erhoben.

Dienstag, 04.08.2020, 15:40 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 15:44 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Ihm wird vorgeworfen, in 90 Fällen von 2014 bis 2019 Schwarzlohnzahlungen in Höhe von mehr als 500.000 Euro geleistet und hierfür weder Sozialabgaben noch Steuern entrichtet zu haben.

Hauptfirma ist inzwischen insolvent

Der 59-Jährige hatte von Bad Lippspringe aus mehrere Baufirmen gegründet. Den Firmen standen im Wesentlichen zwei von ihm bestimmte und eingesetzte Strohmänner vor. Tatsächlich bestimmte er sämtliche Geschicke der Firmen selbst. Die Hauptfirma ist inzwischen insolvent.

Die Firmen waren in der Baubranche tätig und wickelten auf diversen örtlichen und überregionalen Baustellen Aufträge im Bereich Innen- und Außenputz ab.

Nach dem Ergebnis der gemeinsamen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft, Hauptzollamt Bielefeld – Finanzkontrolle Schwarzarbeit Paderborn – und dem Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung Bielefeld arbeiteten die gemeldeten Arbeitnehmer über Jahre hinweg schwarz.

Diverse Arbeiter wurden komplett schwarz beschäftigt

Diverse Arbeiter, die überwiegend aus Osteuropa kamen, wurden komplett schwarz beschäftigt. Auf diese Weise sammelten sich den Ermittlungen zufolge von 2014 bis 2019 rund 21.000 Stunden an, die an den Sozialversicherungen und der Steuer vorbei gearbeitet wurden.

Der dadurch eingetretene Sozialversicherungsschaden beläuft sich auf fast 500.000 Euro. Der Lohnsteuerschaden beträgt mehr als 100.000 Euro.

Dem Angeschuldigten werden 85 Fälle des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt und fünf Fälle der Steuerhinterziehung zur Last gelegt.Er hat die Vorwürfe dem Grunde nach eingeräumt. Der Schaden ist nicht wiedergutgemacht.

Das Aktenzeichen des Amtsgerichts und ein Hauptverhandlungstermin sind noch nicht bekannt. Das sogenannte Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt sowie die Steuerhinterziehung werden nach dem Gesetz Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis fünf Jahre bestraft.

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