Bad Lippspringe: Praxen könnten anderer Nutzung weichen – Problem sind Stellplätze Investor plant um

Bad Lippspringe  (WB). Das Vorhaben eines Investors, an der Detmolder Straße 163 in Bad Lippspringe ein Medizinisches Versorgungszentrum zu errichten, ist im Bauausschuss wie berichtet auf Skepsis gestoßen. Die von der Residenz-zur-Spitze-GmbH beantragte Ablösung für drei Stellplätze wurde abgelehnt. Jetzt will der Investor aus Schloß Holte-Stukenbrock umplanen.

Von Sonja Möller
Die Grafik zeigt, wie das geplante Medizinische Versorgungszentrum an der Detmolder Straße in Bad Lippspringe aussehen könnte. Der Investor plant ein viergeschossiges Gebäude mit Staffelgeschoss, in dem drei Arztpraxen, eine Apotheke, Gewerbefläche und Wohnungen Platz finden sollen. Auch eine Tiefgarage ist geplant.
Die Grafik zeigt, wie das geplante Medizinische Versorgungszentrum an der Detmolder Straße in Bad Lippspringe aussehen könnte. Der Investor plant ein viergeschossiges Gebäude mit Staffelgeschoss, in dem drei Arztpraxen, eine Apotheke, Gewerbefläche und Wohnungen Platz finden sollen. Auch eine Tiefgarage ist geplant.

„Wir haben vor, sechs Millionen Euro zu investieren, um ein modernes Versorgungszentrum mit drei Arztpraxen, einer Apotheke, einer Gewerbefläche und 19 Wohnungen zu schaffen“, erläutert Isa Sunal im Gespräch. Bereits drei Interessenten hätten sich für die Apotheke gemeldet. Auch für die Gewerbefläche gebe es bereits einen Interessenten.

Das 1000 Quadratmeter große Grundstück in Bad Lippspringe gehörte ursprünglich Reinhold und Astrid Romswinkel. Der 63-Jährige betrieb hier bis kurz vor Weihnachten die Arminius-Apotheke, die seit vier Generationen in Familienbesitz ist. „Da unsere Söhne beide Medizin studieren und nicht als Nachfolger in Frage kommen, bin ich anfangs auf Bad Lippspringer Investoren zugegangen“, erzählt Romswinkel.

Dann habe er Kontakt zur Lüning-Gruppe bezüglich eines Ellimarktes aufgenommen und sei an die Drogeriemarktketten DM und Rossmann herangetreten: „Aber nichts davon hat geklappt. Als ich dann im WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT gelesen habe, dass ein Medizinisches Versorgungszentrum fehlt, dachte ich: Das ist es!“ Reinhold Romswinkel nahm Kontakt zur S-Immobilien-GmbH auf und Prokurist Oleg Enns stellte den Kontakt zum späteren Investor aus Schloß Holte-Stukenbrock her.

„Die Lage ist ideal für ein Medizinisches Versorgungszentrum“

„Wir haben vom Ärztemangel in Bad Lippspringe gehört. Die Lage ist ideal für ein Medizinisches Versorgungszentrum“, erläutert Diplom-Kaufmann Isa Sunal die ursprünglichen Pläne. Zudem sei es vor allem für ältere Menschen ideal, dass dieses fußläufig erreichbar sei und sich nicht im Außenbereich befinde.

Ob diese Art der Nutzung tatsächlich so realisiert werden kann, ist offen. Im Bauausschuss hatten die Fraktionen die Pläne des Investors diskutiert. Vor allem die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage zur Detmolder Straße wurde kritisch gesehen ebenso wie eine beabsichtigte Minderung der Stellplätze um 30 Prozent. Aus Sicht des Investors ist dies möglich, da die Anbindung an den öffentlichen Personen-Nahverkehr gegeben ist. Einen Bauantrag gibt es noch nicht. Sofern die durch die Stellplatzsatzung vorgegebenen 53 PKW- und 66 Fahrrad-Stellplätze nachgewiesen werden, könne das Gebäude in der Größe gebaut werden, hieß es im Ausschuss. Der Antrag auf Ablösung der Stellplätze wurde abgelehnt.

„Wir wollen mit dem Versorgungszentrum etwas für Bad Lippspringe tun“

Diese Entscheidung verwundert Isa Sunal: „Wir wollen mit dem Versorgungszentrum mitten im Ort etwas für Bad Lippspringe tun.“ Oleg Enns ergänzt, dass eine solche Bebauung dem dort gültigen Bebauungsplan der Stadt entspricht: „Herr Sunal hält sich zu 100 Prozent daran. Auch der Antrag auf Ablösung der Stellplätze ist ein regulärer Weg, der so vorgegeben ist.“ Isa Sunal vermutet, dass eventuell die kompakte Bauweise verschreckt habe. „Durch das Gebäude würde auch mehr Leben hin zur Bielefelder Straße gezogen, an der es Leerstände gibt. Und es wird eine Verbindung zur Fußgängerzone geschaffen“, nennt Reinhold Romswinkel weitere Vorteile aus seiner Sicht.

Aus der ablehnenden Haltung des Bauausschusses zieht der Investor seine Konsequenzen: „Wir werden jetzt umplanen und uns exakt an den Bebauungsplan halten, so dass wir keine weiteren Anträge stellen müssen“, erläutert Sunal. Drei bis vier Wochen soll das dauern. Dann stehe fest, welche Nutzung sich integrieren lasse und ob mit mehreren Arztpraxen geplant werden könne. „Für eine Arztpraxis müssen mehr Stellplätze vorgehalten werden als für Wohnraum. Wir wissen noch nicht, ob wir dann noch zwei Praxen integrieren können“, erläutert Sunal das Problem. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten beginnen.

Für das Ehepaar Romswinkel heißt es Abschied nehmen von dem Haus, an dem viele Erinnerungen hängen: „Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Wir haben hier zeitweise mit vier Generationen unter einem Dach gewohnt, bevor mein Mann und ich neu gebaut haben“, erzählt Astrid Romswinkel (62). Dass es mit dem medizinischen Versorgungszentrum eventuell nicht klappt, findet Romswinkel schade: „Wir wollten etwas für Bad Lippspringe tun und haben uns viele Gedanken gemacht. Wir hatten uns das für die Stadt so gewünscht.“

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