Klinik in Bad Lippspringe übernimmt Nachsorge für ganz Norddeutschland Zentrum für Lungentransplantierte

Bad Lippspringe (WB). Etwa 350 Patienten bekommen jedes Jahr in Deutschland eine neue Lunge, etwa 400 Menschen stehen regelmäßig auf der Warteliste.

Chefarzt Dr. Ralf Schipmann und sein Team kümmern sich um Transplantierte.
Chefarzt Dr. Ralf Schipmann und sein Team kümmern sich um Transplantierte. Foto: Mazhiqi

Die Klinik Martinusquelle in Bad Lippspringe übernimmt von sofort an die Rehabilitation von Patienten, die eine Spender-Lunge erhalten haben. Damit ist Bad Lippspringe neben der Schön-Klinik Berchtesgadener Land einer von zwei Standorten in ganz Deutschland, die im Bereich der Transplantationsnachsorge für Lungenkranke mit großen Patientenzahlen aktiv sind.

Im Anschluss an eine Transplantation kommen die Patienten für mehrere Wochen nach Bad Lippspringe, um unter anderem mit gezieltem Training von Ausdauer und Kraft eine möglichst große Verbesserung ihres Gesundheitszustandes zu erlangen. „Nach der Rehabilitation sollen die Patienten ohne zusätzlichen Sauerstoff und andere Hilfsmittel auskommen können. Im Idealfall erreicht man sogar nach etwa einem halben Jahr die Wiedererlangung der Berufsfähigkeit“, sagt Chefarzt Dr. Ralf Schipmann. Erste Patienten seien bereits in den ersten Wochen des Jahres aufgenommen worden.

Für das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG), zu dem die Klinik gehört, stelle die Weiterentwicklung zu einem Zentrum für die Rehabilitation von Menschen mit einer neuen Lunge eine konsequente Weiterentwicklung dar, sagte ein Sprecher. In der jüngeren Vergangenheit habe sich die Klinik Martinusquelle bereits als Spezialeinrichtung etabliert, in der Patienten mit schweren Lungenerkrankungen behandelt würden. Im Jahr 2019 litten mehr als 50 Prozent der 2459 Lungenpatienten an erheblichen Einschränkungen der Atemwege, beispielsweise einer schweren oder sehr schweren Erkrankung mit Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot.

Durch den Rückzug der bisherigen Klinik für die Transplantationsnachsorge in Norddeutschland konnte Bad Lippspringe deren Position übernehmen. Als neuer Kooperationspartner wird die Klinik Martinusquelle insbesondere mit der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Westdeutschen Zentrum für Lungentransplantationen in Essen zusammenarbeiten, die oberhalb der Mainlinie die meisten Lungentransplantationen durchführen und nach eigenen Angaben einen qualifizierten Partner für die Nachsorge von etwa 150 Patienten pro Jahr benötigen. „Für den Gesundheitsstandort Bad Lippspringe ist die neue Aufgabe eine großartige Auszeichnung. Wir werden damit unsere Position als Top-Standort im Bereich der Lungen-Rehabilitation weiter ausbauen können“, sagt MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer.

Sein Dank gelte Chefarzt Schipmann, der die Herausforderung mit seinem Team angehe: „Wir sind optimal vorbereitet für die Transplantationsnachsorge.“ Neben der Einrichtung einer speziellen Station stocke man auch das Personal auf, um eine individuelle Betreuung zu ermöglichen.

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