Einsatzkräfte kämpfen in Bad Lippspringer Gewerbegebiet stundenlang gegen Flammen Großbrand zerstört Firmenhalle

Bad Lippspringe (WB). Innerhalb von vierzehn Tagen hat es in Bad Lippspringe in der Nacht zu Dienstag zum dritten Mal gebrannt. Nach dem Dachstuhlbrand am Neujahrsmorgen in der Fußgängerzone und dem Brand im Keller der Westfalen-Therme am 5. Januar hat jetzt eine Firmenhalle im Gewerbegebiet an der Raiffeisenstraße gebrannt.

Von Stephan Scholz und Sonja Möller
In Bad Lippspringe hat in der Nacht zu Dienstag eine Firmenhalle im Gewerbegebiet an der Raiffeisenstraße gebrannt.
In Bad Lippspringe hat in der Nacht zu Dienstag eine Firmenhalle im Gewerbegebiet an der Raiffeisenstraße gebrannt. Foto: Stephan Scholz

Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf 300.000 Euro. Personen wurden nicht verletzt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort und brauchte mehr als acht Stunden, um die Flammen zu löschen.

Bewohner alarmiert die Feuerwehr

In dem von mehreren Firmen als Werkstatt, Lager und Büro genutzten Gebäude mit einer Grundfläche von mehr als 2000 Quadratmetern befindet sich auch eine Wohnung. Dort lebt ein 63-jähriger Mann, der in der Nacht zu Dienstag einen Knall gehört hatte und Rauch aus der Halle aufsteigen sah. Um 0.45 Uhr verständigte er die Feuerwehr. Der Bewohner konnte unbeschadet seine Wohnung verlassen. Im Ort wurde Sirenenalarm ausgelöst.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte brannte das Dach der Firmenhalle, auf der auch eine Photovoltaikanlage installiert war. Die Flammen suchten sich nach Angaben der Feuerwehr mehrere Wege durch beide Geschosse. Die Halle wird auch von einer Kfz-Firma mit Werkstatt genutzt. In einem Bereich der Halle befanden sich nach Angaben der Feuerwehr mehrere Fahrzeuge.

Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehren Bad Lippspringe, Paderborn, Schlangen sowie der Kreisfeuerwehr waren unter Leitung von Michael Heck im Einsatz. Mit Hilfe von zwei Drehleitern versuchten sie, der Flammen Herr zu werden. Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen das Feuer und löschte den Brand von außen, von innen und von oben. Die Einsatzkräfte waren mit Atemschutzgeräten im Einsatz.

Der Brandherd befand sich nach Aussage von Einsatzleiter Michael Heck im Inneren des Gebäudes und wanderte von dort nach außen. Das Dach war nicht an allen Stellen durchgebrannt. Deswegen seien nicht alle Brandnester von außen erreichbar gewesen, teilte Heck mit. Einsatzkräfte nutzten Lichtkuppeln auf dem Dach, um an die darunter liegenden Bereiche zu kommen und diese zu löschen.

Vor Ort waren Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes Bad Lippspringe und der Rettungsdienst des Kreises. Aus Schloß Neuhaus kümmerten sich Helfer um die Verpflegung. Insgesamt waren 79 Einsatzkräfte vor Ort.

Bagger entfernt ausgeglühte Aluminiumfassade

Um 5.50 Uhr hatte die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle und die auswärtigen Einsatzkräfte konnten nach und nach wieder abfahren. Ein Bagger entfernte die ausgeglühte Aluminiumfassade der in Stahl- und Blechkonstruktion errichteten Halle. Um 9 Uhr war der Einsatz beendet. Energielieferant Eon hatte vorsorglich den von der Feuerwehr bereits abgestellten Strom- und Gasanschluss ein weiteres Mal überprüft.

Die Polizei beschlagnahmte die Brandstelle und übernahm die Ermittlungen zur Brandursache. Zu den Untersuchungen wird ein Sachverständiger hinzugezogen.

Beißender Geruch

Am Tag danach war das ganze Ausmaß des Brandes sichtbar: Ein beißender Geruch hing in der Luft. In der Seite der Halle klaffte ein großes Loch, das den Blick in den Himmel freigab. Das Dach ist hier komplett zerstört.

Die Außenverkleidung baumelte teils wie Teppich an der Außenseite herunter oder lag gestapelt auf dem Hof. Die oberen Bereiche der Außenfassade sind durch die Flammen angesengt und pellen ab. Über der Eingangstür klafft ein großes Loch. Nur das Firmenschild von conceptA-Projektentwicklung neben der Tür zeugt davon, dass hier bis Montag die Firma normal gearbeitet hat.

„Absolute Katatstrophe“

Firmeninhaber Andreas Klüe steht fassungslos vor der abgebrannten Halle. „Das ist eine absolute Katastrophe“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung und schüttelt den Kopf. Die obere Etage sei komplett abgebrannt. „Und was das Feuer nicht macht, macht das Wasser“, sagt Klüe. Die Büros seiner Firma finden sich im Erdgeschoss. Das Löschwasser der Feuerwehr tropft durch die Decke. Deckenplatten sind hinuntergefallen und auf Inventar und Möbeln zerschellt. Der Boden ist nass von Wasser. Überall liegen durchgeweichte Unterlagen auf Boden und Schränken neben zerbrochenen Dachplatten.

„Hier war das Archiv untergebracht. Es gab viele Aktenordner und die Technik samt EDV“, erzählt der geschockte Mieter Klüe. Auf dem Hof vor dem Gebäude steht ein Tisch, auf dem mehrere Stapel mit durchnässtem Papier liegen. „Wir sortieren hier mühselig Unterlagen, die wir irgendwie noch retten können“, erzählt der Inhaber der Firma ConceptA-Projektentwicklung.

Der Brand der Halle sei für seine Firma existenzbedrohend: „Aber nicht existenzgefährdend“, schiebt er direkt kämpferisch hinterher: „Das ist ein Einschnitt, aber dann es geht weiter.“

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