Investor plant in Bad Lippspringe medizinisches Versorgungszentrum mit drei Praxen
Älteste Apotheke wird abgerissen

Bad Lippspringe (WB). Zum Jahresende hat die Arminius-Apotheke in Bad Lippspringe geschlossen. Das Gebäude soll abgerissen werden und Platz machen für ein medizinisches Versorgungszentrum mit drei Praxen. Zudem sollen an der Stelle 19 Wohnungen neu entstehen.

Freitag, 10.01.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 05:20 Uhr
Die Arminius-Apotheke an der Detmolder Straße ist seit dem 1. Januar geschlossen. Sie soll abgerissen werden. Foto: Klaus Karenfeld

Die Arminius-Apotheke ist die erste und älteste Apotheke in Bad Lippspringe. Sie öffnete 1841 und damit nur wenige Jahre nach Entdeckung der ersten Heilquelle (1832).

Das ist jetzt – knapp 180 Jahre später – Geschichte: Zum Jahreswechsel hat Inhaber Reinhold Romswinkel die Apotheke geschlossen. Und zwar für immer, wie auf einem Aushang zu lesen ist. Gleichzeitig dankt Romswinkel seinen Kunden für die lange Treue. Seine Ankündigung, die Apotheke zu schließen, kam für viele überraschend. Auch Bürgermeister Andreas Bee war darüber nach eigener Aussage nicht vorab informiert worden.

Planungen weit fortgeschritten

Der Abriss des Gebäudes ist Romswinkel zufolge bereits beschlossene Sache: „Wo Neues entsteht, muss das Alte erst einmal weichen”, teilt der Apotheker weiter mit und fügt dann konkret hinzu: “Hier wird ein Medizinisches Versorgungszentrum geplant mit Arztpraxen, Büroräumen und einer Apotheke.” Die Planungen scheinen bereits weit fortgeschritten zu sein. Einzelheiten dazu finden sich in einer Vorlage für die Sitzung des Bauaussschusses, der am Dienstag, 14. Januar, von 18 Uhr an im Rathaus tagt.

Das neue Wohn- und Geschäftshaus soll demzufolge eine Tiefgarage mit 24 Pkw-Stellplätzen erhalten. Im Erdgeschoss sind zwei Gewerbeflächen sowie zehn Pkw-Stellplätze geplant. Im 1. Obergeschoss sollen drei (Arzt-)Praxen eingerichtet werden. Für das zweite und dritte Obergeschoss sowie das darüber liegende Staffelgeschoss sieht die Planung den Bau von 19 Wohnungen mit unterschiedlichen Größen vor.

Stadt und Architekt uneinig über Anzahl der Stellplätze

Das Bauvorhaben liegt laut Verwaltungsvorlage im rechtsverbindlichen Bebauungsplan Nr. 6 a „Stadtmitte“, der eine zwei- bis viergeschossige Bebauung zulässt. Außerdem ist eine geschlossene Bauweise mit Baulinien entlang der Detmolder Straße und der Arminiusstraße festgesetzt. Die Verwaltung kommt zu dem Schluss: „Das geplante Gebäude entspricht den Festsetzungen des Bebauungsplans.”

Dennoch bahnt sich möglicherweise ein Konflikt an: Stadt und Architekt sind sich uneinig über die Anzahl der benötigten Pkw-Stellplätze. Darüber wird der Bauausschuss am Dienstagabend erstmals beraten.

Thema im Bauausschuss

Laut Stellplatzsatzung der Stadt Bad Lippspringe müssten für das geplante Wohn- und Geschäftshaus insgesamt 53 PKW-Stellplätze und 66 Fahrradstellplätze nachgewiesen werden. Der federführende Architekt macht eine andere Rechnung auf. Er verweist auf die exponierte Lage des geplanten Gebäudes an der Detmolder Straße und die direkte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Deshalb könnte seiner Meinung nach auf 16 Stellplätze und 20 Fahrradstellplätze verzichtet werden, was einer Verminderung von etwa 30 Prozent entspräche. Gleichzeitig wird die Ablösung von drei Stellplätzen beantragt.

Die Bauverwaltung steht beiden Anträgen sehr skeptisch gegenüber: „Das derzeitige Nutzungsverhalten des ÖPNV am Ort lässt keine belastbare Prognose zu, wonach 30 Prozent weniger Stellplätze benötigt werden”, heißt es in der Sitzungsvorlage. Außerdem würde durch eine Ablösung der drei beantragten Stellplätze ein zusätzlicher Druck auf öffentliche Parkflächen entstehen. Darum empfiehlt die Verwaltung dem Bauausschuss, die beiden Stellplatzanträge abzulehnen.

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