Parks mit essbaren Wildpflanzen sollen Bad Lippspringe aufwerten
Nahrung direkt aus der Natur

Bad Lippspringe (WB). Haben Sie schon einmal einen Smoothie mit frischem Giersch getrunken? Oder sich einen Salat mit Gänseblümchen und Brennnesseln schmecken lassen? Wenn es nach Anna Achtstetter und Dirk Tornede geht, sollen alle Zutaten dafür in Bad Lippspringe in „Essbaren Wildpflanzenparks“ wachsen, so genannten Ewilpas.

Freitag, 06.12.2019, 14:00 Uhr
Anna Achtstetter von der Gruppe „Hand in Hand für Bad Lippspringe“ und Dirk Tornede vom Nabu könnten sich einen „essbaren Wildpflanzenpark“ in Bad Lippspringe zum Beispiel auf einer Fläche vor dem Prinzenpalais vorstellen. Foto: Sonja Möller

„Durch Zufall bin ich im Internet auf die Ewilpa-Stiftung von Dr. Markus Strauß gestoßen. Der Buchautor und Dozent an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt hilft bei der Errichtung von Parks, in denen essbare Wildpflanzen wachsen und die für jeden zugänglich sind“, erzählt Anna Achtstetter. Zu essbaren Wildpflanzen zählten zum Beispiel neben Kräutern auch Stauden, Sträucher und Bäume.

„Ewilpas passen genau zu Bad Lippspringe“

Anna Achtstetter war von der Idee sofort begeistert: „Man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Diese Idee passt genau zu Bad Lippspringe.“ Sie stellte Dirk Tornede vom Nabu das Projekt vor, der ihr sofort zustimmte: „Wir sind hier ein Gesundheitszentrum. Essbare Wildkräuter haben sehr viel mit Gesundheit, Naturschutz und Artenvielfalt zu tun“, sagt er.

Mit einer Präsentation stellten beide die Idee Vertretern der Stadt, des MZG und der Vereine vor. Anna Achtstetter und die Mitglieder von „Hand in Hand für Bad Lippspringe“ sind überzeugt: Die Kurstadt ist prädestiniert für einen solchen Park: „Weil er sich gut in das Bild und Konzept einer Kur- und Gartenstadt einfügt. Zudem würden sich dadurch zahlreiche weitere Nutzungsmöglichkeiten für Bildung, Gesundheit und Tourismus ergeben“, sagt Acht­stetter: „Ein solcher Park wäre ein weiterer Anziehungspunkt für unsere Stadt!“

Die ersten großen Ewilpas gibt es in Bayern und Baden-Württemberg

Ein Ewilpa ist ein Park, der mit essbaren Wildpflanzen gestaltet ist. Er wird extensiv gepflegt, ist öffentlich zugänglich, dient der Bildung. „Essbare Wildpflanzen enthalten im Durchschnitt fünf bis zehn Mal mehr Vitalstoffe als Kulturgemüse“, hat Achtstetter recherchiert. Ein Beispiel: Brennnesseln verfügten je 100 Gramm zum Beispiel über 5,9 Gramm Eiweiß, 630 Milligramm Calcium und 333 Milligramm Vitamin C. Spinat liege bei allen Werten deutlich darunter, ist in der Präsentation zu sehen.

Die ersten größeren Ewilpas gibt es mittlerweile in Waldeck (Bayern) und Epfendorf (Baden-Württemberg). „Bad Lippspringe könnte auch dazu gehören“, sagt Anna Achtstetter. Die Ewilpas ermöglichen eine große Artenvielfalt, bieten eine idyllische Erholungslandschaft und sind ein Ort zum Verweilen, Essen, Sammeln und Genießen von Beeren, Früchten und Kräutern.

„Bad Lippspringe würde als Naherholungsgebiet aufgewertet“

Und auch touristisch sieht Anna Acht­stetter in Ewilpas einen weiteren Anziehungspunkt: „Bad Lippspringe würde als Naherholungsgebiet und attraktives Wohnumfeld aufgewertet.“ Zum Beispiel könnte an den Ewilpas das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln geübt und Selbstversorgung gelernt werden, ist die Bad Lippspringerin überzeugt: „Außerdem könnte ein Grünes Klassenzimmer für Schulen, Kitas und andere Bildungseinrichtungen geschaffen werden.

Die Gruppe „Hand in Hand für Bad Lippspringe” macht sich für nachhaltige Konzepte für die Kurstadt stark. „Wir möchten Bad Lippspringe im Bereich Nachhaltigkeit mitgestalten“, sagt Anna Achtstetter. Die Gruppe freut sich über neue Mitstreiter. Diese können sich per E-Mail an anna.8stetter@gmx.de an die Initiatorin wenden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7114168?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851061%2F
Maskenattest: Diagnose nennen ist nicht Pflicht
Beschäftigte in den Ordnungsämtern kontrollieren - wie hier in Pforzheim - die Maskenpflicht.
Nachrichten-Ticker