Gebäude wird bis Ende 2019 für elf Millionen Euro zu Rehaklinik umgebaut MZG kauft Hospital der Ordensschwestern

Bad Lippspringe (WB/per). Paukenschlag kurz vor dem Jahreswechsel: Das Medizinische Zentrum für Gesundheit Bad Lippspringe hat den Kauf des Hospitals zum Heiligen Geist am nordwestlichen Rand der Stadt beschlossen. Dieses soll bis Ende 2019 für elf Millionen Euro zu einer Rehaklinik mit 190 Betten umgebaut werden.

Zum 1. Januar 2019 erwirbt das MZG Gebäude und Parkanlage des Hospitals zum Heiligen Geist von der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul.
Zum 1. Januar 2019 erwirbt das MZG Gebäude und Parkanlage des Hospitals zum Heiligen Geist von der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul.

Zum 1. Januar 2019 erwirbt das MZG die Gebäude und die dazugehörige Parkanlage von der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul mit Sitz in Paderborn. Das Gelände hat eine Fläche von 77.400 Quadratmetern; die Gebäude haben eine Gesamtnutzfläche von 15.000 Quadratmetern. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

»Mit dem Kauf lösen wir einen räumlichen Engpass, der einem weiteren Erfolg unserer Reha-Einrichtungen aktuell im Wege steht«, betont MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer. Die Klinik Martinusquelle mit ihren Indikationen Herz, Lunge und Psychosomatik ist seit Monaten sehr gut ausgelastet. Die Psychosomatik soll zukünftig eine neue Heimat im heutigen Hospital zum Heiligen Geist finden.

Generaloberin freut sich über Nachnutzung als Klinik

Auch die derzeit noch in der Klinik am Park untergebrachte Klinik für Abhängigkeitserkrankungen sowie das Kompetenzzentrum für Medizinisch-Beruflich Orientierte Rehabilitation im Adaptionshaus werden in die neuen Räumlichkeiten ziehen. Damit vereint das MZG alle Indikationen unter Leitung von Chefärztin Dr. Regina von Einsiedel unter einem Dach. In der Klinik Martinusquelle werden durch den Umzug Flächen frei, die für die Erweiterung der Fachkliniken für Pneumologie sowie für Kardiologie benötigt werden.

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Es ist noch gar nicht lange her, da war das Medizinische Zentrum für Gesundheit derart angeschlagen, dass man sich größte Sorgen um das Überleben des bis dato defizitären Klinikverbundes machen musste. Inzwischen ist das Unternehmen mit seinen vier Rehakliniken und einem Akutkrankenhaus sowie mehr als 1000 Beschäftigten größter Arbeitgeber der Stadt. Zuletzt machte das MZG mehr als drei Millionen Euro Gewinn. Dieser Erfolg ist in erster Linie mit Geschäftsführer Achim Schäfer verknüpft, aber auch mit den Beschäftigten, die in schwierigen Zeiten auf Bonuszahlungen verzichtet und so den Weg für die jetzige Entwicklung geebnet haben. Per Lütje

Generaloberin Sr. M. Katharina Mock freut sich darüber, dass »mit dem MZG ein Interessent den Zuschlag bekommen hat, der das Hospital in einer Form nutzt, für die es immer vorgesehen war: Menschen zu helfen.« Die zum Ensemble gehörende Kapelle bleibt erhalten und soll auch für Gottesdienste genutzt werden. Lediglich der Altar wird entnommen; hierfür suchen die Schwestern noch einem neuen Standort. Auch der Friedhof auf dem Areal wird weiter von den Vincentinerinnen genutzt und einen separaten Eingang erhalten.

»Das Hospital zum Heiligen Geist ist eine attraktive Immobilie, die sich baulich in einem guten Zustand befindet. Die Chance, die sich uns hier eröffnete, bekommt man nur einmal«, sagt Schäfer.

50 Ordensschwestern noch vor Ort

Die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern hatte Anfang dieses Jahres angekündigt, die Schwestern aus dem Hospital zum Hl. Geist abzuziehen und die Einrichtung und das Gelände veräußern zu wollen. Als Grund dafür wurde die Überalterung der Gemeinschaft genannt und die durch den Nachwuchsmangel bedingte sinkende Zahl der Ordensmitglieder. Das Hospital zum Heiligen Geist wurde 1925/26 erbaut, damit Ordensschwestern, die sich während ihres Dienstes an kranken Menschen vor allen Dingen mit TBC infiziert hatten, hier behandelt werden konnten. Von 1941 bis 1945 diente das Krankenhaus der deutschen Wehrmacht als Lazarett. In den 1960-iger Jahren wurde es in ein Haus für ältere Ordensschwestern umgewandelt. Seit dieser Zeit verbringen im Hospital viele Schwestern ihren Lebensabend. Aufgrund des guten Klimas kam 1972/1973 ein Kur- und Erholungshaus hinzu, das von den Paderborner Vincentinerinnen und auch anderen Ordensgemeinschaften genutzt wird. 1997 wurde der Wohnbereich für die betagten Ordensschwestern durch einen Anbau erweitert, so dass 100 Schwestern hier wohnen können. Derzeit leben im Hospital zum Hl. Geist noch 50 Ordensschwestern.

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