Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Montag: Notbremse gilt – Inzidenz weiter bei 117,6 – Impftermine für Jahrgänge ’48 und ’49
Zwei Tote, 66 neue Fälle, 949 Infizierte

Paderborn/Hövelhof/Soest/Salzkotten (WB/LaRo/dpa) -

Zwei Männer (78/87) sind in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in Paderborn gestorben. Damit sind seit Pandemie 147 Todesfälle im Kreis Paderborn zu beklagen. Das teilte die Kreisverwaltung am Montagnachmittag mit. 66 neue Corona-Fälle sind dazu gekommen (Stand 11 Uhr).

Montag, 19.04.2021, 16:59 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 17:28 Uhr
Eine FFP2-Maske (Symbolbild). Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Zahl der derzeit infizierten Menschen ist damit auf 949 gestiegen. Diese aktiven Fälle verteilen sich wie folgt: Paderborn (485), Delbrück (90), Hövelhof (84), Salzkotten (68), Bad Lippspringe (57), Bad Wünnenberg (51), Borchen (41), Büren (39), Altenbeken (19) und Lichtenau (15). Die Kreisverwaltung hatte am Samstag 92 Neuinfektionen bekanntgegeben.

Schulen, Pflegeeinrichtungen und Kitas betroffen

Der Kreis teilte weiter mit, dass in sechs Pflegeeinrichtungen einzelne Mitarbeiter und in sieben Schulen einzelne Lehrer und/oder Schüler positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Von einzelnen positiven Fällen sind zudem sechs Kindertageseinrichtungen betroffen. Keine der Einrichtungen wurde geschlossen.

73 Corona-Patienten werden zurzeit im Krankenhaus behandelt, 20 von ihnen intensivmedizinisch. 2326 Menschen befinden sich in Quarantäne. Die Zahl laborbestätigten Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt 8375 und die Zahl der Erkrankten, die als genesen gelten, weiterhin 7279.

Inzidenzwert

Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) weist für den Zeitraum vom 12. bis zum 18. April eine Sieben-Tages-Inzidenz von 117,6 für den Kreis Paderborn aus (Datenstand: 19.4., 0 Uhr). Der Wert ist gegenüber Sonntag gleich geblieben, da wie jeden Sonntag keine neuen Corona-Fälle aus dem Kreis Paderborn an das LZG gemeldet werden.

Die höchste Wocheninzidenz im Kreis hat die Gemeinde Hövelhof (Sonntag: ca. 300, Montag: ca. 264; errechnet aus den vom Kreis gemeldeten Fallzahlen). Auch dort starteten die Schulen am Montag mit Wechselunterricht. „Das lokale Infektionsgeschehen wird beobachtet“, teilte die Gemeinde dazu am Wochenende mit. Mit der Bezirksregierung Detmold als zuständiger oberer Schulaufsicht wurde Kontakt aufgenommen. Die Sennegemeinde werde die Gespräche mit der oberen Schulaufsicht fortsetzen, damit zeitnah und angemessen auf das lokale Infektionsgeschehen reagiert werden kann.

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* (siehe unten „Melde- und Übermittlungsverzug“) ist ausschlaggebend, wenn es in NRW um die Reduzierung von Schutzmaßnahmen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen geht. In der ab dem 19. April 2021 gültigen Fassung der Coronaschutzverordnung des Landes sind die Werte von 100 und 50 über drei Tage von Bedeutung (siehe unten „§ 16: Corona-Notbremse“).

Hier folgen die letzten sieben Werte des LZG für den Kreis Paderborn: 117,6 - 117,6 - 129,0 - 134,8 - 140,0 - 132,2 - 99,7. Sie sind auf der Website des Landeszentrums aufgelistet und dort über folgende Einstellungen zu finden: „Paderborn > Verlauf > alle Fälle > 7 Tage > pro 100.000“. Zu beachten ist, dass die Werte dynamisch sind; das heißt, dass sie rückwirkend verändern können. Zumeist steigen sie. Denn das LZG weist den vom Kreis Paderborn übermittelten Fällen das Datum zu, „an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat“.

Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Montag bei 171,1 (Vortag: 167,1) und in Deutschland bei 165,3. Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 201,4 (202,5) – Hochsauerlandkreis 129 (127,8) – Höxter 89,1 (89,8) – Lippe 196,8 (196,8) – Soest 109,0 (98,7). Für den Kreis Soest hat das Land NRW eine ab Dienstag geltende Corona-Notbremse angeordnet. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mit. In dem Kreis habe der Inzidenzwert am Samstag drei Tage hintereinander über der kritischen Marke von 100 gelegen, hieß es zur Begründung.

Impfzahlen

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es in den Arztpraxen des Kreises Paderborn bis einschließlich Sonntag 14.912 Erstimpfungen (Donnerstag: 12.780) und 12 (12) Folgeimpfungen gegeben. Im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle wurden bis dahin 36.638 (33.537) Erstimpfungen und 9871 (9543) Folgeimpfungen durchgeführt. Durch mobile Teams sind bisher 10.708 (10.708) Menschen geimpft worden (Erstimpfung). Die Folgeimpfung haben davon bisher 6916 (6891) Menschen erhalten (www.corona-kvwl.de/impfbericht) . Impfungen in Krankenhäusern sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Impftermine für Jahrgänge 1948 und 1949

Das NRW-Gesundheitsministerium öffnet ab Mittwoch, 21. April, die Terminvergabe für die Jahrgänge 1948 und 1949 zur Impfung gegen das Coronavirus. Alle, die zwischen dem 1. Januar 1948 und dem 31. Dezember 1949 geboren wurden, können dann einen Termin über das Buchungsportal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe vereinbaren. Die Impftermine können, so teilte der Kreis Paderborn am Montag mit, entweder online rund um die Uhr unter www.116117.de oder telefonisch, täglich von 8 bis 22 Uhr, unter der 0800/11611702 (für Westfalen-Lippe) vereinbart werden.

Rund 5300 Personen im Kreis Paderborn bekommen ein Einladungsschreiben, das ab heute versandt wird. Das Schreiben dient der Information der Impfberechtigten, ist aber keine Voraussetzung für eine Terminbuchung. Paartermine sind möglich und können gemeinsam gebucht werden: Das Alter des Lebenspartners spielt dabei keine Rolle.

Die Impfung erfolgt im Impfzentrum Salzkotten, Upsprunger Straße 1, mit dem Impfstoff Biontech/Pfizer. Die Impfung erfolgt je nach Verfügbarkeit von Terminen. Über 80-Jährige und die Geburtenjahrgänge 1941 bis 1947 sind ebenfalls impfberechtigt und können weiter Termine buchen. Wann weiteren Jahrgängen ein Impfangebot gemacht werden kann, entscheidet das NRW-Gesundheitsministerium.

19. April 2021: Das Corona-Geschehen im Kreis Paderborn im Überblick.

19. April 2021: Das Corona-Geschehen im Kreis Paderborn im Überblick. Foto: Kreis Paderborn

Corona-Notbremse im Kreis Paderborn

Von heute an gilt, wie berichtet, die sogenannte Corona-Notbremse der NRW-Schutzverordnung im gesamten Kreis Paderborn. Da der Kreis mit Erlaubnis des Gesundheits­ministeriums die sogenannte Testoption gezogen hat und in die neue Allgemeinverfügung aufgenommen hat, ist beispielsweise Shoppen im Einzelhandel mit Termin weiterhin möglich. Allerdings ist dafür nun ein tagesaktueller Schnelltest erforderlich. Eine Übersicht zu den Corona-Schnelltests findet sich hier auf der Website des Kreises.

Einigung zu bundesweiten Corona-Notbremse

Die bundesweiten Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen nun doch etwas weniger streng ausfallen als ursprünglich geplant. Das teilten Abgeordnete von SPD und Union nach Beratungen über das neue Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite mit. Nächtliche Ausgangsbeschränkungen soll es demnach zwischen 22 Uhr und 5 Uhr geben. Joggen und Spaziergänge sollen bis Mitternacht erlaubt sein. Im Einzelhandel soll das Abholen bestellter Waren (Click & Collect) auch bei hohen Infektionszahlen weiterhin möglich sein.

Für Schulen wäre, wenn das Gesetz so vom Bundestag am Mittwoch beschlossen wird, Distanzunterricht ab einem Inzidenzwert von 165 verpflichtend. Im ursprünglichen Entwurf war hier ein Schwellenwert von 200 genannt worden. Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen weiter möglich sein. Arbeitgeber müssen zwei Corona-Tests pro Woche bereitstellen.

Alle Regelungen sind erst einmal befristet – bis zum 30. Juni. Ziel des Gesetzesvorhabens ist es, Einschränkungen des öffentlichen Lebens bundesweit einheitlich zu regeln – mit der sogenannten Notbremse: Falls die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis drei Tage hintereinander über 100 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt, sollen dort jeweils die gleichen Regeln gelten.

Hintergrund

Weitere Informationen

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Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Und hier geht es direkt zur aktuellen Fassung der Coronaschutzverordnung, die ab dem 19. April 2021 gilt. Darin:

§ 16: Corona-Notbremse

(1) Liegt in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander über dem Wert von 100, treten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag, frühestens aber am Tag nach der Bekanntmachung der Feststellung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales gemäß Satz 2, die folgenden Einschränkungen gegenüber den vorstehenden Regelungen in Kraft: ...

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales stellt für die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte das Vorliegen der Voraussetzungen nach Satz 1 sowie den Tag fest, an dem die Einschränkungen nach Satz 1 in Kraft treten, und macht diese Feststellung bekannt. Die Feststellung wird aufgehoben, wenn die 7-Tages-Inzidenz in dem betroffenen Kreis oder der kreisfreien Stadt nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander wieder unter dem Wert von 100 liegt; am Tag nach der Bekanntgabe der Aufhebung der Feststellung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales treten die Einschränkungen nach Satz 1 wieder außer Kraft.

(2) Kreise und kreisfreie Städte nach Absatz 1 Satz 1, die über ein ausreichendes, flächendeckendes und ortsnahes Angebot zur Vornahme kostenloser Bürgertestungen nach § 4a der Coronavirus-Testverordnung vom 8. März 2021 des Bundesministeriums für Gesundheit (BAnz AT 09.03.2021 V1) verfügen, können durch Allgemeinverfügung im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales bestimmen, dass statt der Einschränkungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 8 die Nutzung der entsprechenden Angebote von einem tagesaktuellen bestätigten negativen Ergebnis eines Schnell- oder Selbsttests nach § 4 Absatz 4 abhängig ist.

§ 16a: Besondere regionale Infektionslagen, Hotspot-Strategie

(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhaltsgleichen Allgemeinverfügungen der nach § 17 Absatz 1 zuständigen Behörden vor; die Absätze 2 und 3 bleiben unberührt. Unbeschadet davon bleiben die zuständigen Behörden befugt, im Einzelfall auch über diese Verordnung hinausgehende Schutzmaßnahmen anzuordnen. Soweit Regelungen im Wege der Allgemeinverfügung getroffen werden sollen, bedarf diese des Einvernehmens des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

(2) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant über dem Wert von 100 liegt oder in denen sonst besondere kritische infektiologische Umstände vorliegen, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen. Die angeordneten Maßnahmen sind im Hinblick auf die Erforderlichkeit fortlaufend zu überprüfen.

(3) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.

(4) Ausnahmen von Geboten und Verboten dieser Verordnung können die zuständigen Behörden nur in den ausdrücklich in dieser Verordnung vorgesehenen Fällen erteilen.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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