Back- und Braufreunde Schwaney haben mit Biobauer Franz-Josef Driller Braugerste und Sommerroggen eingesät
Aus Bio-Getreide wird Brot und Bier

Altenbeken-Schwaney (WB/wip) -

Ein knuspriges Brot aus Natursauerteig mit einem frisch gebrauten naturtrüben Bier – wem läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen? Die Back- und Braufreunde Schwaney können diese kulinarischen Köstlichkeiten bald genießen, hergestellt aus einem eigenem Bio-Getreide.

Donnerstag, 08.04.2021, 22:31 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 07:40 Uhr
Werner Böddeker (rechts) übergibt ein Probebier an Franz-Josef Driller. In der Flasche ist das Schwaneyer Jubiläumsbier „1050 Kupfer“. Foto: Back- und Braufreunde Schwaney

Spontan hat sich der Altenbekener Biobauer Franz-Josef Driller dazu bereit erklärt, hierfür eine biolandzertifizierte Fläche zur Verfügung zu stellen. Diese hat die Flurstückbezeichnung „Drei Linden“ und wurde mit Braugerste und Sommerroggen eingesät. „Auf circa fünf Morgen wird jetzt das Korn wachsen. Gedüngt mit Mist und Gülle wird das Korn nicht mehr“, erklärt Franz-Josef Driller. Dieses werde durch die Einhaltung der Fruchtfolge gewährleistet. Im vergangenen Jahr wuchs hier Luzerne. Diese Pflanze sei ein Stickstoffsammler und sorge für den notwendigen Stickstoffgehalt im Boden.

Wenn alles gut klappt, werden in 100 Tagen etwa 3 bis 3,5 Tonnen Getreide reif sein.

Werner Böddeker

„Wenn alles gut klappt, werden in 100 Tagen etwa 3 bis 3,5 Tonnen Getreide reif sein. Dieses wollen wir dann zum Teil mit historischen Geräten ernten. Wie früher soll mit einem Mähbinder das reife Getreide gemäht und gleichzeitig zu Gaben gebündelt werden. Sechs Gaben werden dann zu kleinen Hocken zusammengestellt. So kann es noch nachtrocken, um es dann in die Scheune zu fahren“, berichtet Werner Böddeker von den Back- und Braufreunden Schwaney. Das Ausdreschen der Körner werde im Spätherbst mit einer Dreschmaschine erledigt. Dann soll auch gleichzeitig der erste Roggen gemahlen und das Mehl ausgesiebt werden. „Die Geräte hierfür sind zum Teil schon vorhanden. Einiges muss aber noch organisiert werden“, so Böddeker.

Wie bereits berichtet, hatten die Back- und Braufreunde Schwaney zum 1050-jährigen Dorfjubiläum im Jahr 2020 eigens ein eigenes Bier gebraut – mit dem Namen „1050 Kupfer“. „Dieses kupferfarbene naturtrübe Bier wird auch in Zukunft weiter gebraut, nur halt mit Bio-Getreide. Wenn die Gerste geerntet ist, soll in der Mälzerei die Gerste zu ‚Münchner-‘ und ‚Pilsenermalz‘ verarbeitet werden. Dieses sind auch neben weiteren Spezialmalzen die Hauptzutaten für unser 1050er“, erklärt Werner Böddeker.

Josefine Gehring und Teresa Husemann wissen jetzt, wie man Roggensaat in die Erde bekommt. Franz-Josef Driller hat es erklärt.

Josefine Gehring und Teresa Husemann wissen jetzt, wie man Roggensaat in die Erde bekommt. Franz-Josef Driller hat es erklärt. Foto: Back- und Braufreunde Schwaney

Erst 2015 aus einem Bierbrauer-Kursus entstanden, hat Böddeker mit seinem Freundeskreis in kurzer Zeit schon einiges bewegt. Um dem ganzen einen rechtlichen Rahmen zu geben wurde 2019 der Verein Back- und Braufreunde Schwaney gegründet. Nur ein Jahr später erhielt der Verein mit seinem Projekt „Back- und Brautradition zu neuem Leben erwecken“ den erstmals verliehenen Heimatpreis der Gemeinde Altenbeken . Und bald gibt es Brot und Bier aus Bio-Getreide. So lässt es sich gut schmecken.

Jasper Gehring beim „Eggen“ der frisch gesäten Roggensaat. Norbert Böddeker hat ihm gezeigt, wie es geht.

Jasper Gehring beim „Eggen“ der frisch gesäten Roggensaat. Norbert Böddeker hat ihm gezeigt, wie es geht. Foto: Back- und Braufreunde Schwaney

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