Geplantes Biker-Trainingsgelände in Schwaney nimmt die nächste Hürde: Standort steht fest – mit Video
Böltes Wiese wird zum Bike-Parcours

Altenbeken -

Der geplante Bike-Parcours in Schwaney nimmt die nächste Hürde: Die Familie Bölte stellt einen Teil ihrer Wiese zur Verfügung. Die Gemeinde hofft auf Fördergelder aus dem Investitionspakt zur Förderung der Sportstätten.

Samstag, 06.02.2021, 02:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2021, 05:54 Uhr
Bereit zum Absprung: Moritz Beine (links), Max Bölte (mitte) und Jasper Gehring (rechts) zeigen, wie sie mit ihren Bikes die Schwerkraft austricksen. Foto: Jörn Hannemann

Jasper Gehring (13), Moritz Beine (13) und Max Bölte (14) sitzen entspannt auf ihren Bikes. Dann nehmen sie nacheinander Tempo auf und fahren auf einen Sprung aus Erde und Gras zu. Sie heben ab, bevor sie nur Sekunden später sicher auf der Wiese landen und in einer Kurve wieder zurück zum Ausgangspunkt fahren.

Was für den Laien waghalsig aussieht, ist für die Drei ihr Hobby: Max, Jasper und Moritz gehören zum harten Kern der 40-köpfigen Biker-Szene in Schwaney, die für ihr intensiv gelebtes Hobby ein geeignetes und vor allem gut erreichbares Trainingsgelände suchen.

Damit stoßen sie bei Bürgermeister Matthias Möllers und den Ratsfraktionen auf offene Ohren. Einstimmig wurde beschlossen, die Planungen für einen Bike-Parcours vor Ort voranzutreiben. Eine wichtige Hürde hat das Vorhaben jetzt genommen: Ein Grundstück ist gefunden. Silke und Michael Bölte stellen den hinteren Teil ihrer Wiese an einer Stichstraße am Rotenbach zur Verfügung.

„Wir sind froh, wenn die Jugendlichen untergebracht sind. Keiner will, dass die Biker die Kirchenstufen oder Ähnliches zum Üben nehmen. Und für uns ist es perfekt: Max hat sein Hobby direkt vor der Haustür“, freut sich Silke Bölte. Dafür stellen sie und ihr Mann Andreas die Wiese gerne zur Verfügung: „Früher hatten wir mal Pferde. Aber das ist seit zwei Jahren vorbei. Die Wiese ist über und so haben die Jugendlichen endlich einen Ort zum Üben“, erzählt Andreas Bölte.

Auf der Wiese von Michael Bölte (2. von rechts) soll der Bike-Parcours entstehen. Das freut (von links) Matthias Möllers, Sophie Bentler, Hermann Bölte, Ida Bölte und Hermann Striewe.

Auf der Wiese von Michael Bölte (2. von rechts) soll der Bike-Parcours entstehen. Das freut (von links) Matthias Möllers, Sophie Bentler, Hermann Bölte, Ida Bölte und Hermann Striewe. Foto: Jörn Hannemann

Auf die Idee ist Ortsvorsteher Hermann Striewe gekommen, der Böltes vor zwei Wochen gefragt hatte, ob sie sich einen Bike-Park quasi vor der Haustür vorstellen könnten. Hermann Striewe bezeichnet den Standort als Glücksfall: „Wir haben schwerpunktmäßig ein Grundstück zwischen Schwaney und Buke gesucht. Ich bin die Liegenschaften durchgegangen, die in Frage kommen könnten. Wichtig war ja eine gute Anbindung. Und die ist hier gegeben“, ist der Ortsvorsteher zufrieden und zeigt zum Radweg parallel zum Rotenbach. Von dort könnten auch die Buker anfahren.

Derzeit befindet sich auf Böltes Wiese ein Probesprung, den Max und seine Freunde nutzen. Mit einem richtigen Bike-Parcours ist das natürlich nicht zu vergleichen. Jasper, Moritz und Max waren schon öfter im Bike-Park in Steinheim, der in etwa ihren Vorstellungen entspricht. Hier gibt es auf 1300 Quadratmetern einen Pump-Treck mit mehreren Hügeln und so genannte Dirt Lines, Kurven und Höhlen zum Fahren.

Die Realisierung des Bike-Parks ist mit 100.000 Euro im Haushaltsplanentwurf für 2021 veranschlagt. Bürgermeister Matthias Möllers hofft allerdings, dass die Gemeinde nur einen Bruchteil besteuern muss: „Wir haben Fördergelder im Rahmen des Investitionspakts zur Förderung von Sportstätten beantragt. Damit fördert das Land ausgewählte Projekte zu 90 Prozent“, erläutert Möllers, der auf die Bewilligung der immerhin 90.000 Euro hofft.

Allerdings ist die Umsetzung nicht an die Förderung gekoppelt. Der Bike-Park soll laut Möllers auch realisiert werden, wenn die Gemeinde das Projekt aus der eigenen Tasche finanzieren müsste. Wie genau das umgesetzt werden soll, weiß er noch nicht: „Dann hoffen wir auf die Schwaneyer und ihre helfenden Hände.“

Damit das Trainingsgelände auch den Ansprüchen der Biker entspricht, will die Verwaltung die Jugendlichen vorab einladen, damit sie ihre Vorstellungen detailliert schildern. „Dafür müssen die Corona-Bestimmungen aber erst gelockert werden“, sagt Möllers, der zwar selbst schon mal aufs Mountainbike steigt, dabei aber keine Sprünge absolviert, sondern auf dem Boden fährt, wie er erzählt.

Der Wunsch nach einem richtigen Bike-Parcours kommt übrigens von den Jugendlichen selbst: Der harte Biker-Kern um Jasper Gehring und Tim Husemann hatte vergangenen Sommer mehr als 300 Unterschriften gesammelt, die sie dem damaligen Bürgermeister Hans Jürgen Wessels bei der Veranstaltung 1050 Gärten überreichten. „Wir haben die Jungs damals ermutigt, die Chance zu ergreifen. Wenn nicht jetzt, wann dann, haben wir ihnen gesagt“, erzählt Silke Bölte. Dass der Bike-Park später mal vor ihrem Haus entsteht, davon ahnte sie damals allerdings noch nichts.

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