Corona-Lage am Dienstagvormittag: Im Inzidenzwert des LZG von 69,8 sind noch nicht alle gemeldeten Fälle eingeflossen
125. Todesfall im Kreis Paderborn

Paderborn (WB/LaRo) -

Mehrere Tage lang hatte es im Kreis Paderborn keinen Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gegeben: Nun veröffentlicht das Landeszentrum am Dienstagmorgen den 125. Fall, nachdem der Kreis Paderborn am Montag bereits den Tod einer 88-Jährigen aus Borchen vermeldet hatte. Der offizielle Sieben-Tage-Inzidenzwert des LZG für den Kreis Paderborn liegt mit 69,8 am Dienstag (Stand 0 Uhr) weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Es sind aber offensichtlich noch nicht alle am Montag gemeldeten Fälle eingeflossen.

Dienstag, 02.02.2021, 08:59 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 16:31 Uhr
Eine Ärztin zeigt eine Spritze in einem Impfzentrum (Symbolbild). Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Gestern betrug die Inzidenz 62, vor einer Woche 66,6, vor zwei Wochen 90,6 und vor drei Wochen noch 120,5.

Der offizielle Wert des LZG*, das für den Kreis Paderborn für Montag 5 und für die vergangenen sieben Tage 215 neue Fälle notiert, ist ausschlaggebend für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW, wenn es um Allgemeinverfügungen geht. Der Kreis Paderborn hatte am Montag 49 Neuinfektionen bekannt gegeben. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt am Dienstag, ausnahmsweise leicht abweichend zum LZG, einen Wert von 70,8 an. Es ist offensichtlich in die LZG- und RKI-Zahlen* (sieht unten: Melde- und Übermittlungsverzug) aber noch nicht der Großteil der vom Kreis am Montag gemeldeten Fälle eingeflossen. Berechnet man eine Inzidenz aus den von der Kreisverwaltung gemeldeten Fällen der vergangenen sieben Tage (260) ergibt sich eine Inzidenz von 84,5. Das WV weist an dieser Stelle auf die Abweichung hin, wenn sie groß ist.

Besonders in Salzkotten hatte es in den vergangenen sieben Tagen (26.1.-1.2.) mit 46 vergleichsweise viele Neuinfektionen gegeben. Das ergibt einen Inzidenzwert von 184. Doch weder die Sprecherin des Kreises Paderborn, Michaela Pitz, noch Bürgermeister Ulrich Berger haben eine Erklärung. „Lange Zeit waren die Zahlen sehr niedrig. Wir haben jetzt keinen Hot-Spot, kein Altenheim und kein Kindergarten sind betroffen“, sagte der Bürgermeister am Montag. Das Infektionsgeschehen verteile sich über das gesamte Stadtgebiet und lasse auch keine Rückschlüsse auf ein Schema oder bestimmte Personengruppen zu. Zum Vergleich folgen hier die von der Redaktion errechneten Inzidenzwerte für die Kommunen (auf Basis der vom Kreis gemeldeten neuen Corona-Fälle): Altenbeken 65,8 – Bad Lippspringe 85,3 – Bad Wünnenberg 73,6 – Borchen 96,2 – Büren 121 – Delbrück 68,5 – Hövelhof 36,9 – Lichtenau 56,8 – Paderborn 72,8 – Salzkotten 183,7.

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Dienstag bei 83,3 (Vortag: 86,2) und in Deutschland bei 90 (91). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 94,3 (93,7) – Hochsauerlandkreis 80,8 (83,1) – Höxter 145,5 (154,7) – Lippe 99,3 (110,2) – Soest (70,2) 70,6.

Impfungen

Im Kreis Paderborn sind nach einer am Dienstag veröffentlichten Statistik der Kassenärztliche Vereinigung zufolge bis einschließlich Montag, 1. Februar, 5210 Menschen geimpft (Vortag: 5200) worden (Erstimpfung). Davon sind 2348 (2348) Heimbewohner und 2862 (2852) Angehörige von Pflegeberufen. Die Folgeimpfung haben bisher 2502 (Vortag: 2335) Menschen erhalten, davon 1274 (1222) Heimbewohner und 1228 (1113) Angehörige von Pflegeberufen: www.corona-kvwl.de/impfbericht. Im Kreis Paderborn gibt es 42 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit insgesamt rund 6000 Bewohnern und Mitarbeitern.

Seit Montag, 1. Februar, können Seniorinnen und Senioren über 80 Jahre wieder Termine für das Impfzentrum des Kreises Paderborn in Salzkotten buchen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sind weitere Termine freigeschaltet worden: Bis zum 2. Mai stehen etwa 24.500 Termine für eine Erst- und Zweitimpfung der Über-80-Jährigen zur Verfügung.

Auf Impfstoff wartet auch die Feuerwehr Paderborn. Die dezentrale Impfstelle des Rettungsdienstes und der Feuerwehr ist – laut eigenen Angaben – seit dem 15. Januar einsatzbereit und könnte innerhalb von zwei Tagen das komplette Personal impfen, ohne die Kapazitäten des Impfzentrums einzuschränken oder Termine zu blockieren. „Wir warten auf den Impfstoff – wie viele andere auch – und auf die endgültige Freigabe aus dem Kreishaus“, heißt es in einem Facebook-Post von Montag.

Weitere Informationen

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Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19. www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem nun die Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen erstellt.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Hier geht es direkt zur aktuellen Coronaschutzverordnung (gültig ab dem 11. Januar).

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Zudem ist der Informationsservice der Rufnummer 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

* Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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