A 44 und B 64 stundenlang gesperrt – insgesamt drei Verletzte – hohe Sachschäden
Straßenglätte: Polizei zählt bis Mittag 70 Verkehrsunfälle im Kreis Paderborn

Paderborn/Büren -

Blitzeis und Straßenglätte haben im Kreis Paderborn vom frühen Montagmorgen an für zahlreiche Unfälle gesorgt. Bis Mittag zählte die Polizei rund 70 Unfälle. Zudem war die Autobahn 44 zwischen den Anschlussstellen Büren und Kreuz Wünnenberg mehrere Stunden lang gesperrt.

Montag, 01.02.2021, 13:45 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 21:20 Uhr
Der erste Unfall auf der A 44 ereignete sich um 4.20 Uhr. Foto: Feuerwehr Büren

„Gefrierender Regen hatte die Straßen teilweise spiegelglatt werden lassen“, sagte Polizeisprecher Michael Biermann. Ein Radfahrer (89) erlitt schwere, zwei Autofahrer leichte Verletzungen. In allen anderen Fällen blieb es bei teils hohen Sachschäden. Bis 8 Uhr hatte es, wie berichtet , bereits mehr als 50 Unfälle gegeben. Biermann: „Teilweise mussten die Beteiligten aufgrund der vielen Unfälle und auch für die Einsatzkräfte gefährlichen Straßenverhältnisse längere Wartezeiten in Kauf nehmen.“

Auch für die Feuerwehrenbedeutete das Wetter viele Einsätze – besonders im Rettungsdienst. So wurden die Rettungswagen der Stadt Paderborn zu 47 Einsätzen gerufen. „Notärzte wurden in fünf weiteren Fällen benötigt“, teilte die Feuerwehr Paderborn mit. „Von Mitternacht bis 10 Uhr haben wir in der Leitstelle nahezu 100 Einsätze davon 70 Einsätze als Folge des Glatteises bearbeitet“, sagte Marc Hammerstein, Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale des Kreises Paderborn. Um alle Notrufe entgegennehmen zu können, wurden in der Leitstelle zusätzliche Disponenten-Plätze besetzt. Aufgrund der zahlreichen Einsätze wurden zudem kurzfristig zusätzliche Rettungswagen eingesetzt – vom Kreis, der Stadt Paderborn und Hilfsorganisationen. Insgesamt waren damit am Montagmorgen und -vormittag 26 Rettungswagen im Dauereinsatz. „Auch unsere Einsatzwagen sind vor den Gefahren des Blitz-Eises nicht gefeit. Aufgrund der extremen Straßenglätte benötigten die Einsatzfahrzeuge daher zum Teil eine längere Anfahrtszeit bis zum Eintreffen an den Einsatzstellen“, erklärte Hammerstein. Zwei Einsatzfahrzeuge des Rettungsdienstes und ein Löschfahrzeug der Feuerwehr verunfallten. „Glücklicherweise blieb es hier bei kleineren Blechschäden, verletzt wurde niemand und die Einsätze konnten fortgeführt werden.“

„Noch sind längst nicht alle Straßen gestreut und es herrscht Eisglätte“, so lautete die Warnung der Polizei Paderborn am Morgen. Sie riet, am besten zu Hause zu bleiben und bis zur Entspannung der Lage jede nicht erforderliche Fahrt zu vermeiden.

Der erste Glätteunfall war einer der folgenreichsten des Tages und ereignete sich gegen 4.20 Uhr auf der Bundesstraße 64 bei Altenbeken-Buke. Der 43-jährige Fahrer eines Sattelzuges einer Spedition aus Northeim fuhr von Bad Driburg in Richtung Paderborn. Auf der abschüssigen Strecke geriet der Laster kurz vor der Abfahrt Buke ins Schleudern. Der Sattelzug driftete nach links über beide Gegenfahrspuren und durchbrach die Leitplanken. Die Zugmaschine blieb an einem Baum hängen. Unverletzt befreite sich der Fahrer aus dem Fahrzeug. Für die Bergung des Sattelzuges wurde ein Kran angefordert. Die Bergungsarbeiten konnten erst nach fünf Stunden beendet werden. Allein bei diesem Unfall wird die Schadenshöhe laut Polizei auf mehr als 100.000 Euro geschätzt. Unmittelbar nach dem Lkw-Unfall schleuderte ein in Richtung Bad Driburg fahrender Transitfahrer in Höhe der Unfallstelle nach links in den Gegenverkehr und keilte sich zwischen einem stehenden Sattelzug und der Leitplanke ein.

Auf der A 44 ereigneten sich am Montagmorgen nach Angaben der Polizei mehrere Unfälle wegen Glatteis. Die Autobahn war in Richtung Kassel bis etwa 9.30 Uhr gesperrt. Gegen 4.20 Uhr war ein Autofahrer zwischen Anschlussstellen Büren und dem Kreuz Wünnenberg mit seinem Fahrzeug ins Schleudern geraten und in die Leitplanke gerutscht. Der Fahrer blieb unverletzt. Das teilte die für die Autobahn zuständige Polizei Bielefeld gegen 12 Uhr mit.

Im Stau kam es dann zu weiteren Unfällen mit Sachschäden: Bei einem Unfall erlitt ein Fahrer auch leichte Verletzungen. Nach derzeitigen Erkenntnissen geriet ein Audi-Fahrer aus Kassel auf der glatten Fahrbahn ins Rutschen, stieß am Stauende gegen zwei Sattelzüge (aus dem Märkischen Kreis und dem Kreis Borken). Dabei riss der Tank eines der Sattelzüge auf und der Diesel lief auf die Fahrbahn. Es entstand ein Sachschaden von etwa 140.000 Euro. Der Audi und ein Sattelzug wurden abgeschleppt. Während der Unfallaufnahme und der Bergung wurde die A 44 in Richtung Kassel gesperrt. Es bildete sich ein Stau von mindestens neun Kilometern.

Weitere Unfälle im Kreisgebiet

Gegen 5 Uhr bog ein 23-jähriger VW-Golf-Fahrer in Paderborn auf der Navarrastraßeauf ein spiegelglattes Betriebsgrundstück ab und rutschte in einen gepflasterten Graben. Er erlitt leichte Verletzungen.

Dann kam es gleich zu mehrere Unfällen auf derB 64 zwischen der Salzkottener Straße und Mönkeloh. Die Bundesstraße wurde für mehrere Stunden gesperrt. Ebenso waren die L 755 zwischen Altenbeken und Paderborn-Neuenbeken sowie die L 754 zwischen Büren und Haaren nach Verkehrsunfällen teils für mehrere Stunden gesperrt. Die Paderborner Straße zwischen Nordborchen und Paderborn war auch für fast zwei Stunden gesperrt. An einem Klein-Lkw war beim Unfall die Ölwanne aufgerissen. Teilweise wurden die Straßen vom Winterdienst mehrfach gestreut, um das Eis zu tauen.

Um 8 Uhr bog ein 89 Jahre alterElektroradfahrer in Delbrück von der Anreppener Straße in die Mühlenstraße ab und stürzte auf der eisglatten Straße. Er erlitt schwere Verletzungen zu und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Bis 9.30 Uhr kam es im gesamten Kreisgebiet zu weiteren Verkehrsunfällen mit Blechschäden. „Die Schadenshöhen liegen zwischen wenigen hundert Euro bis zu fünfstelligen Summen“, sagte Polizeisprecher Biermann. An einigen Unfallstellen kam es zu kurzfristigen Sperrungen. Bis 12 Uhr hatte die Polizei sämtliche Unfälle aufgenommen.

Nur einzelne Unfälle standen am Morgen nicht im Zusammenhang mit Glätte. In drei Fällen leitete die Polizei Strafverfahren wegen Fahrerflucht ein. Zudem gab es einen Wildunfall.

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