Back- und Braufreunde Schwaney wollen Tradition wieder aufleben lassen – Landesförderung ist beantragt
Verein plant Back- und Brauhaus

Schwaney -

Einst sagte schon Rumpelstilzchen „Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich.“ Die Zeile aus dem Märchen der Gebrüder Grimm bringt die entwicklungsgeschichtlichen Parallelen zwischen Brot und Bier auf einen Nenner. Dass auch in Schwaney schon in alter Zeit Bier gebraut wurde, belegen die Recherchen des Ehrenbürgers Heinz Küting in seinem Buch zur tausendjährigen Geschichte Schwaneys.

Mittwoch, 09.12.2020, 06:22 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 08:26 Uhr
In diesem alten Backsteinhaus aus dem Jahr 1895 an der Wallstraße soll ein Back- und Brauhaus nach historischem Vorbild entstehen. Der Verein wartet jetzt auf Fördergelder vom Land. Auch die Gemeinde soll das Projekt mit 20.000 Euro unterstützen. Foto: Sonja Möller

Diese alten Traditionen möchten die Schwaneyer Back- und Braufreunde in einem der ältesten Häuser im Ort wieder aufleben lassen. Sie planen, ein Haus in ein Back- und Brauhaus nach historischem Vorbild umzubauen und hoffen auf finanzielle Unterstützung vom Land und der Gemeinde.

Insgesamt veranschlagt der Verein die Kosten mit 135.000 Euro. Dazu hat der Verein bei der Landesregierung Fördergelder aus dem Projekt „Dorferneuerung 2021“ beantragt. Diese würden 65 Prozent der Kosten abdecken. „Damit steht und fällt das Projekt. Die Förderung vom Land ist die Voraussetzung für den Umbau“, erläutert Heinz-Josef Bentfeld, Vorsitzender des Vereins.

Der erwartet eine Entscheidung der Landesregierung Ende des ersten Quartals 2021. Einen Großteil der Arbeiten wollen die Back- und Braufreunde übrigens als Eigenleistung erbringen (35 Prozent). „Diese kann durch die Arbeitskraft der Vereinsmitglieder und über Spenden und oder die Beteiligung Dritter erfolgen“, erläutert Bentfeld.

Der Verein hofft auch auf Unterstützung der Gemeinde Altenbeken, bei der er einen Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro beantragt hat. Das entspräche 15 Prozent der Fördersumme. Mit diesem Antrag beschäftigt sich Altenbekens Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 10. Dezember. Beginn ist um 19 Uhr in der Aula des Schulzentrums am Gardeweg.

Ein Haus für das Projekt ist schon gefunden. Der Verein kann ein kleines Backsteinhaus in der Wallstraße aus dem Jahr 1895 pachten und innen und außen so herrichten, dass die historische Bausubstanz erhalten bleibt und den Anforderungen des Back- und Brauhauses genügt.

Der Umbau ist für 2021 und 2022 geplant. Danach soll der neue Treffpunkt der Dorfgemeinschaft mit Leben gefüllt werden. „Das Haus soll nach dem Umbau eine Begegnungsstätte für Bürger unseres Ortes werden, in der die alte Tradition des gemeinsamen Backens und Brauens wieder gelebt werden kann“, schreibt Hubertus Abraham im Antrag auf finanzielle Unterstützung an die Gemeinde.

Die Back- und Braufreunde stehen in intensivem Kontakt zu heimischen Bäckern und zur Klosterbrauerei der LWL-Stiftung Kloster Dalheim, erläutern sie in der Projektvorstellung: „Wir stehen in fachlichem und freundschaftlichem Austausch und erhalten so auch intensive Unterstützung von Fachleuten.“

Auch wenn das Projekt im Moment noch Zukunftsmusik ist, haben die Back- und Braufreunde schon viele Ideen für die Nutzung. Insbesondere soll das dörfliche Gemeinschaftsleben in seiner vielfältigen sozialen und kulturellen Art unterstützt werden. Für Einwohner und Gäste aus den Nachbargemeinden sollen regelmäßige Back- und Braukurse angeboten werden, bei denen auch der Gedankenaustausch über das Dorf und das Leben im Dorf und seiner Umgebung im Mittelpunkt stehen.

Sogar einen pädagogischen Nutzen soll das Projekt laut Verein haben, indem dort auch Kindern der Grundschule und des Kindergartens die alte Tradition des Backens und das frühere Leben im Dorf nähergebracht werden sollen. Das Haus soll beispielsweise auch für Vereine für Sitzungen nutzbar sein, aber nicht für Feste oder Feiern, betont Heinz-Josef Bentfeld auf Anfrage.

Einen Holzbackofen haben die Vereinsmitglieder bereits gebaut – und eingeweiht. „Das Brot, das darin gebacken wird, schmeckt sehr gut. Das haben wir schon getestet“, verrät Bentfeld, der auch hofft, dass Leute mit ihrem eigenen Teig kommen und im Holzofen ihr Brot backen: „So wie früher.“

Das Brauen hat in Schwaney eine lange Tradition ebenso wie das Brotbacken, das vielfach in Gemeinschafts- oder Interessentenbacköfen erfolgte, von denen es im Dorf mehrere gab. Die Tradition des Bierbrauens haben etwa 15 Braufreunde 2015 durch einen VHS-Kursus wieder aufleben lassen und zum 1050. Dorfjubiläum das Bier „1050 Kupfer“ ausgetüftelt.

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