Ministerin Ina Scharrenbach übergibt Gemeinde Altenbeken 308.000 Euro
Reichlich Kohle für alte Dampflok

Altenbeken (WB/per). Wenn einer Ministerin ein großer Bahnhof bereitet wird, dann in der Eisenbahnergemeinde Altenbeken. Dort war Ina Scharrenbach erstmals in ihrer Eigenschaft als Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen zu Gast.

Samstag, 05.09.2020, 06:00 Uhr
Ina Scharrenbach, unter anderem Ministerin für Heimat, überreichte Bürgermeister Hans Jürgen Wessels am Freitag einen symbolischen Scheck in Höhe von knapp 308.000 Euro. Mit dem Geld soll die fast 90 Jahre alte Museumslok restauriert werden. Foto: Per Lütje

Und sie war nicht mit leeren Händen gekommen. Die CDU-Politikerin überreichte Bürgermeister Hans Jürgen Wessels zu den Klängen der Eggegebirgsbläser einen symbolischen Scheck in Höhe von fast 308.000 Euro für die Sanierung der Museumslok.

Mit dieser Summe legte die Heimatministerin sogar noch einmal eine ganze Schippe drauf, denn ursprünglich hatte die Gemeinde rund 240.000 Euro für die Instandsetzung der fast 80 Jahre alten Dampflokomotive beantragt. „Es gibt nicht viele Firmen, die unter den Gesichtspunkten des Denkmalschutzes eine solche Lokomotive restaurieren könnte. Insofern mussten wir das Ergebnis der Ausschreibung akzeptieren“, sagte der scheidende Altenbekener Bürgermeister. Er machte keinen Hehl daraus, dass die Sanierung der alten Güterlok der Baureihe 044 vielen Altenbekenern eine Herzensangelegenheit sei.

Zum 80. Geburtstag in neuem Glanz

Laut Wessels könne die Auftragsvergabe nun kurzfristig erfolgen, so dass die Arbeiten an der ausrangierten Lok noch in diesem Jahr beginnen könnten. „Spätestens zum Viaduktfest im nächsten Jahr soll die Lok passend zu ihrem 80. Geburtstag in neuem Glanz erstrahlen“, versprach Wessels.

Sanierungsbedarf herrscht insbesondere beim Tender, der nach Angaben von Altenbekens Tourismuschefin Marion Wessels annähernd durchgerostet sei. Zudem seien Blecharbeiten und ein neuer Anstrich für die Lokomotive erforderlich. „Da es sich aber um ein technisches Denkmal handelt, können wir nicht einfach irgendeine Farbe nehmen. Wir müssen uns mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe abstimmen“, erklärte Marion Wessels.

80 von 2000 Dampfloks 044 noch vorhanden

Seit 1977 hat die alte Dampflok 044 ihren Platz gegenüber dem Eggemuseum. Ludger Guttwein, Geschäftsführer der Stiftung Historische Bahnbauten mit Sitz Altenbeken, schätzt die Zahl der noch existierenden Exemplare dieser Baureihe auf etwa 80. „Es waren mal rund 2000. Eingesetzt wurde sie vor der Elektrifizierung der Bahn auf der Strecke Paderborn – Kassel und im Güterverkehr zwischen Altenbeken und Walkenried.“

Die Finanzspritze des Landes Nordrhein-Westfalen für die Museumslok stammt übrigens aus dem Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“. Zwar gibt es auch einen Fördertopf speziell für verkehrshistorische Kulturgüter, doch der ist nach Angaben von Ina Scharrenbach „nur“ mit insgesamt 500.000 Euro ausgestattet. „Sie bekommen jetzt allein 308.000 Euro. Da haben Sie genau das richtige Förderprogramm ausgesucht“, meinte die Ministerin mit einem Augenzwinkern.

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