Ralf Niemann leitet Klärwerk Altenbeken und bringt Klimaziele in der Gemeinde voran
„Klimaschutz ist mein Herzensthema“

Altenbeken (WB). Um sich in punkto Klimaschutz noch besser aufzustellen, hat die Gemeinde Altenbeken seit November 2019 einen Klimaschutzbeauftragten. Ralf Niemann leitet eigentlich das Abwasserwerk Altenbeken. Doch mit einem Fünftel seiner Arbeitszeit setzt sich der 48-Jährige jetzt für das Thema Klimaschutz in der Kommune ein.

Mittwoch, 08.07.2020, 08:19 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 08:22 Uhr
Ralf Niemann steht an seinem Arbeitsplatz, dem Klärwerk in Altenbeken. Der 48-Jährige ist seit November 2019 auch der Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde und macht damit sein Herzensthema zu seinem Beruf. Foto: Oliver Schwabe

Bei der jüngsten Ratssitzung hat der Brakeler dafür seine ersten beiden Anträge eingebracht, die alle Altenbekener Fraktionen einstimmig unterstützt haben: Zum einen erstellt eine externe Firma ein Klimaschutzgutachten für die Gemeinde. „Damit haben wir einen Fahrplan, in dem wir die ersten und folgende Schritte festlegen und allgemeine Ziele definieren“, erläutert Ralf Niemann. Zum anderen sollen alle 29 kommunalen Gebäude energetisch analysiert werden, angefangen mit dem Schulzentrum.

Energiekosten radikal gesenkt

Ralf Niemann ist gelernter Ver- und Entsorgungsmeister und Gewässerschutzbeauftragter, der 25 Jahre bei einer Tochter von Westfalen-Weser-Netz als Betriebsführer gearbeitet hat, bevor er 2013 zum Abwasserwerk Altenbeken wechselte. Zuerst als externer Betriebsleiter ist er seit 2015 bei der Gemeinde angestellt.

Privat ist Umwelt- und Klimaschutz eine Herzensangelegenheit für ihn. Sein Eigenheim hat er zum Beispiel mit einer Erdwärmepumpe ausgestattet, die aus Solarstrom gespeist wird. „Und ich fahre ein E-Auto“, erzählt er. Auch das Klärwerk hat Ralf Niemann in den vergangenen Jahren durch Umstrukturierungen in erheblicher Weise energetisch optimiert: „Wir stehen im Landesvergleich herausragend da.“ So konnten zum Beispiel allein im Klärwerk Schwaney mehr als 40 Prozent an Strom eingespart werden – nur durch Umstrukturierungen.

Klimafreundlicher Fuhrpark geplant

Jetzt kann der zweifache Familienvater seine Begeisterung für Klimaschutz beruflich noch intensiver umsetzen. Bis 2019 hat Hans Jürgen Wessels dieses Feld betreut. „Wir haben schon viel erreicht. Aber mit Greta ist der Bereich so gewachsen, dass es irgendwann zu viel wurde“, sagt der Bürgermeister, der mit Niemann einen Klimaschutzbeauftragten in den eigenen Reihen fand. Er wendet momentan 20 Prozent seiner Arbeitszeit für CO 2 -Einsparung und Co. in der Gemeinde auf.

Jetzt will er schnell ein paar große Schritte in diesem Bereich umsetzen, um dann ins Detail gehen zu können. Seine vier Kollegen halten ihm dafür den Rücken frei: „Wir haben die Aufgaben intern neu verteilt. Ich habe ein sehr motiviertes, junges Team, mit dem wir perspektivisch für die Zukunft gut aufgestellt sind.“

Das Gebiet Klimaschutz ist vielfältig. Ob der Zeitanteil von 20 Prozent dauerhaft ausreicht, sollen die kommenden Monate zeigen. Themen gibt es jedenfalls genug. Neben der energetischen Gebäudeanalyse möchte Ralf Niemann zum Beispiel eine höhere CO 2 -Einsparung schaffen, die erneuerbaren Energien ausbauen und einen kommunalen Fuhrpark mit Elektro- und Hybridautos aufbauen.

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