Pastoraler Raum Egge und Lippe hilft mit Spenden von fast 18.000 Euro im syrischen Idlib
Essen und Kleidung für Waisenkinder

Bad Lippspringe (WB). Die Corona-Pandemie hat andere weltweite Krisen aus den Schlagzeilen verdrängt. Zum Beispiel die humanitäre Katastrophe der Flüchtlinge im syrischen Idlib. Ganz vergessen aber sind sie nicht: Eine vom Pastoralen Raum an Egge und Lippe organisierte Spendenaktion hat den stolzen Betrag von immerhin 17.890 Euro erbracht.

Dienstag, 16.06.2020, 09:38 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 09:42 Uhr
Ein Teil der Spendengelder aus Deutschland wurde in Kleidung für die Waisenkinder im syrischen Krisengebiet Idlib ausgegeben. Für die Verteilung vor Ort ist die Hilfsorganisation Caritas International zuständig. Foto: Caritas Interational

„Wir sind überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft”, sagt Pfarrer Georg Kersting hocherfreut. Die knapp 18.000 Euro sollen ihm zufolge verschiedenen Waisenhäusern im Norden Syriens zugute kommen.

Die Spende aus Deutschland macht es unter anderem möglich, dass in vier Waisenhäusern im Norden Syriens für 415 Kinder zwei Mahlzeiten pro Tag gekocht werden können.

Die Spende aus Deutschland macht es unter anderem möglich, dass in vier Waisenhäusern im Norden Syriens für 415 Kinder zwei Mahlzeiten pro Tag gekocht werden können. Foto: Caritas International

Inzwischen liegt Kersting auch ein Dankesschreiben von Caritas International vor. Die Hilfsorganisation zeichnet für die Verteilung der Gelder vor Ort verantwortlich. Die Spende aus Deutschland macht es möglich, „dass in vier Waisenhäusern für 415 Kinder zwei Mahlzeiten pro Tag gekocht werden können”, heißt es in dem Brief.

Das aber ist noch nicht alles: In zwei Waisenhäusern, in denen aktuell etwa 160 Kinder untergebracht sind, konnten mehrere Sanitäranlagen und ein Solarsystem neu installiert werden. Die Warmwasserversorgung der beiden Häuser ist somit langfristig sichergestellt.

Ein Teil des Geldes wurde auch in Kleidungsgutscheine über je 20 Euro investiert. Gemeinsam mit ihren Betreuern konnten die Kinder die Gutscheine inzwischen in einem Bekleidungsgeschäft vor Ort einlösen.

Dank vom Bundespräsidenten

Unterschrieben ist der Brief von Prälat Dr. Peter Neher, dem Präsidenten von Caritas International, und dem Leiter Dr. Oliver Müller. Das Schreiben endet mit einem herzlichen Dankeschön an alle Spender für ihre großzügige Unterstützung. Weiter heißt es darin: „Wir wissen Ihr Vertrauen in unsere Hilfen für Menschen in Not außerordentlich zu schätzen.”

Wie berichtet, ist die humanitäre Situation in Nordsyrien nach wie vor sehr schwierig. Die zwischen der Türkei und Russland vereinbarte Waffenruhe für Idlib hält mit wenigen Ausnahmen zwar seit drei Monaten. Die Lage der vielen Flüchtlinge, die vor Ort oft in provisorischen Zeltunterkünften untergebracht sind, beschreiben Hilfsorganisationen aber als weiterhin schwierig bis prekär.

„Wir müssen etwas tun”

Soumar Abduhai hatte schon vor Monaten auf die nur schwer erträgliche Situation in Syrien aufmerksam gemacht. Abduhai ist selbst Flüchtling. Bis zum Beginn des Bürgerkriegs lebte der heute 38-Jährige im syrischen Aleppo. In Paderborn fand der ausgebildete Pfleger mit seiner Familie ein neues Zuhause.

„Wir müssen etwas tun”, meinte damals auch Rami Al Hayga. Der studierte Psychologe ist 2015 aus Syrien geflohen. Zuvor arbeitete er für ein Hilfswerk der Vereinten Nationen in Damaskus, das sich konkret um palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten kümmert. „Die Situation in den syrischen Flüchtlingslagern ist mir gut bekannt”, sagt er. „Dort leben nicht selten 20 Menschen ohne Heizung in einem Zelt zusammen.”

Spenden von 15 bis 1000 Euro

„Als wir von ihrer Idee für eine Hilfsaktion erfahren haben, stand für uns sofort fest: Wir helfen mit”, sagt Pfarrer Georg Kersting. Mit Caritas International war schnell ein ebenso qualifizierter wie erfahrener Kooperationspartner vor Ort gefunden.

Unter dem Kennwort „Hilfe für Idlib” wurde kurzfristig ein Spendenkonto eingerichtet. „Und die Resonanz auf unseren Hilferuf hat alle unsere Erwartungen übertroffen”, betont Georg Heukamp, Kirchenvorstandsmitglied von St. Martin in Bad Lippspringe. Von der 15-Euro-Spende bis zu Zahlungen in Höhe von 1000 Euro war alles dabei. „Am Ende steht ein Spendenergebnis von fast 18.000 Euro, mit dem tatsächlich einiges in Idlib bewegt werden kann”, ist Heukamp überzeugt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7452018?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851060%2F
Strom aus der Nostalgie-Parkuhr
So könnte es aussehen: Ein alter Käfer, hier als E-Käfer dargestellt, „tankt“ Strom an einer Säule, die einer Parkuhr gleicht. Foto:
Nachrichten-Ticker