Fördergelder für Sanierung der Altenbekener Museumslok bewilligt Neues Kleid für alte Dame

Altenbeken (WB). Das Lok-Denkmal in Altenbeken steht sinnbildlich für die Eisenbahnverbundenheit seiner Bewohner. Doch dass der Zahn der Zeit an ihr nagt, ist der alten Dame deutlich anzusehen. Jetzt konnte Bürgermeister Hans Jürgen Wessels einen Bewilligungsbescheid in Empfang nehmen: Für die Restaurierung der Altenbekener Dampflokomotive erhält die Gemeinde eine Fördersumme von 210.400 Euro aus dem Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ des Landes Nordrhein-Westfalen.

Seit mehr als 40 Jahren steht die historische Dampflokomotive im Zentrum Altenbekens.
Seit mehr als 40 Jahren steht die historische Dampflokomotive im Zentrum Altenbekens.

Der Initiative engagierter Eisenbahnfreunde ist es zu verdanken, dass die Güterzug-Dampflokomotive samt Tender vor mehr als vier Jahrzehnten in einer aufwändigen Transport-Aktion auf der Straße von Paderborn nach Altenbeken gebracht wurde. Nach einer optischen Aufarbeitung fand die 044 ihren heutigen Platz vor dem Egge-Museum.

Bahnliebhaber schenkt Gemeinde Gutachten

Wiederholt wurde die Lokomotive optisch durch freiwillige Helfer aufgearbeitet. Eine Gruppe pensionierter Eisenbahner kümmerte sich viele Jahre um das Erscheinungsbild der Lok. Über die Notwendigkeit einer Sanierung herrscht Einigkeit in Verwaltung und Rat und das nicht nur, weil die Lok neben dem Viadukt inzwischen zu einem Wahrzeichen der Gemeinde wurde. Aufgrund der Eintragung als „technisches Denkmal“ in die Denkmalliste ist die Gemeinde sogar gesetzlich verpflichtet, die 044 „instand zu halten, instand zu setzen, sachgemäß zu behandeln und vor Gefährdung zu schützen“.

Nur ein Farbanstrich reicht nicht aus, wie Bürgermeister Hans Jürgen Wessels zeigt. Durchgerostete Bleche sind rund um die Lok zu finden. Foto: Marion Wessels

Ludger Guttwein, Geschäftsführer der Deutschen Privatbahn GmbH und Vorstand der Stiftung Historische Bahnbauten mit Sitz in Altenbeken und entsprechender Expertise, hatte die Lok bereits 2016 untersucht und in einem Gutachten bestätigt, dass es mit einer optischen Aufbereitung allein nicht mehr getan sei. Sein Gutachten hatte er der Gemeinde seinerzeit nicht in Rechnung gestellt. Er sei ja selbst ein Freund des Erhaltens historischer Lokomotiven und sehe dies als seinen persönlichen Beitrag und als Geschenk an die Gemeinde Altenbeken an, so Guttwein damals.

Sanierung soll im August beginnen

Für die anstehenden Sanierungsarbeiten wird derzeit eine detaillierte Leistungsbeschreibung erstellt. Mit dem dafür notwendigen Fachwissen ist Andreas Brüntrup ausgestattet. Der 54-jährige Diplom-Ingenieur hat jahrelange Vereinserfahrungen bei der Museumseisenbahn Lippe sammeln können. Als Geschäftsführer der Pegasus Rail Services beschäftigt ihn das Thema Bahn auch beruflich. Bis Ende Mai soll die genaue Beschreibung aller erforderlichen Arbeiten vorliegen, die wegen der Denkmaleigenschaft der Lok zuvor mit den zuständigen Fachbehörden abgestimmt werden muss. Im Juni folgt dann die Ausschreibung der Arbeiten. Im August oder September könnte es dann tatsächlich losgehen. Insbesondere die Beseitigung der Korrosionsschäden wird dann auf der Agenda stehen.

Nächstes Jahr 80. Geburtstag

„Wir wollen unter den Anforderungen des Denkmalschutzes eine möglichst langfristige Konservierung der Lok erreichen“, formuliert Bürgermeister Hans Jürgen Wessels das Ziel der Maßnahme. „Würden wir jetzt nichts unternehmen, müssten wir den Zugang in fünf Jahren absperren, und in 15 Jahren bestellen wir dann nur noch den Schrotthändler“, so seine Prophezeiung.

Bei günstigem Verlauf könnten die Arbeiten bis Jahresende abgeschlossen sein. In jedem Fall soll die „alte Dame“ zu ihrem 80. Geburtstag im kommenden Jahr in neuem Glanz erstrahlen.

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