Anwohner in Altenbeken fühlen sich durch Lärm auf beliebter Biker-Strecke gestört
Motorrad-Zoff flammt wieder auf

Altenbeken (WB). Erneut rückt die Landesstraße 755 zwischen Altenbeken und Bad Driburg-Lange­land in den Fokus der Polizei. Denn mit den steigenden Temperaturen wird die kurvenreiche Strecke zunehmend von Motorradfahrern frequentiert. Das sorgt bereits seit Jahren für Verdruss bei Anwohnern der Bollerbornstraße, die sich durch den damit einhergehenden Lärm gestört fühlen.

Samstag, 18.04.2020, 08:48 Uhr aktualisiert: 20.04.2020, 13:50 Uhr
Die kurvenreiche Strecke zwischen Altenbeken und Langeland ist bei Motorradfahrern beliebt – bei Anwohnern allerdings weniger, da diese sich vor allem in den Sommermonaten durch den Lärm beschleunigender Biker gestört fühlen. Foto: Oliver Schwabe

Ein Altenbekener, der aus Angst vor Repressalien seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, schildert seine Eindrücke wie folgt: „Am Palmsonntag war auf der Egge viel los. Motorradfahrer fuhren mit hoher Geschwindigkeit hin und her: mehrmals nach Altenbeken bis zum Viadukt und dann wieder Richtung Langeland bis zur Schranke der Eisenbahnstrecke. Besonders Eltern mit Kindern wagten sich kaum, bei der Rehberghütte die Straße zu überqueren. Der Krach ist für die Wanderer und auch für die Altenbekener kaum zu ertragen. Hier muss unbedingt was geschehen. Die Straße muss wie der Köterberg für die ‚Hin und Her‘-Fahrer gesperrt werden“

Polizei kontrolliert

Die Polizei hat bereits auf das erhöhte Verkehrsaufkommen reagiert und Motorradfahrer kontrolliert, die zwischen Altenbeken und Langeland unterwegs waren. Konkret ging es um die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen, aber auch um die Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der L 755. Nach Angaben der Paderborner Polizei seien aber keine Verstöße festgestellt worden. „Auch die Höxteraner Kollegen waren mit einem Motorrad, das die Geschwindigkeit misst, unterwegs, haben aber ebenfalls keine Verstöße ausmachen können“, sagt Paderborns Polizeisprecher Michael Biermann. Er wisse um den Lärm, der teilweise von den Motorradfahrern verursacht werde, doch sei die Nutzung der Strecke für Biker nicht verboten.

Wie die Polizei im Kreis Höxter mitteilte, war in der Woche vor Ostern allerdings eine Gruppe von Motorradfahrern in Brakel aufgefallen, die während einer Pause von einer Polizeistreife aufgefordert wurde, sich aufzulösen. Kurze Zeit später sei dieselbe Gruppe einer weiteren Streife erneut aufgefallen. Daraufhin sei eine Ordnungswidrigkeitenanzeige geschrieben worden.

Gutachten dürfte Anliegern nicht gefallen

Die Diskussionen um die bei Motorradfahrern beliebte Strecke werden bereits seit vielen Jahren geführt. Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 70 Stundenkilometer, Dialog-Displays, Polizeikontrollen und der Einbau von Bodenwellen hatten in der Vergangenheit nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Nach Unterschriftenaktionen von Anwohnern und Resolutionen des Altenbekener Gemeinderates erließ der Kreis Paderborn 2015 ein Sonntags- und Feiertagsfahrverbot auf der Strecke für Biker in den Sommermonaten. Allerdings wurde dies nie umgesetzt, da der Landesbetrieb Straßen NRW als Baulastträger sein Veto bei der Bezirksregierung eingelegt hatte. Begründung: Man könne nicht pauschal eine bestimmte Gruppe, in diesem Fall Motorradfahrer, ausschließen. „In der Folge wurde die Verkehrsanordnung wieder aufgehoben“, erklärt Michaela Pitz, die Sprecherin des Kreises Paderborn. Auch ein im Jahr 2017 erstelltes Gutachten kam zu dem Schluss, dass der Verkehrslärm auf der L 755 deutlich unter der so genannten Zumutbarkeitsschwelle liege. Als Grundlage diente eine Messung an Pfingstmontag 2017. In der Zeit zwischen 11 und 17 Uhr wurden hierbei 379 Motorradfahrer registriert. Eine Rennsituation habe der Gutachter an diesem Tag nicht feststellen können.

Zwar ist an Gründonnerstag ein 21-jähriger Motorradfahrer aus dem Kreis Höxter mit seiner Maschine auf der L 755 verunglückt und schwer verletzt worden, ein Unfallschwerpunkt sei die Verbindung zwischen Altenbeken und Langeland jedoch nicht, betont Polizeisprecher Biermann. „Im vergangenen Jahr gab es dort fünf Unfälle, vier davon waren Wildunfälle. Aber in keinem einzigen Fall waren Motorräder involviert.“

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