120 Bürger informieren sich in Altenbeken über die Ausbaupläne
Die Zeit für Glasfaser läuft

Altenbeken  (WB). „Wir wollen das Kupferzeitalter hinter uns lassen und die Glasfaserrevolution starten“, kündigte Maurice Lottermoser am Montagabend an. Der Projektleiter Vertrieb der Deutschen Glasfaser begrüßte 120 Bürger in der Schulaula in Altenbeken zum Infoabend und läutete die sogenannte Nachfragebündelung ein. Damit flächendeckend Glas­faser für schnelles Internet verlegt wird, müssen sich bis zum 30. März genügend Haushalte dafür aussprechen.

Dienstag, 21.01.2020, 18:07 Uhr aktualisiert: 21.01.2020, 18:10 Uhr
Ein Techniker einer Erdbaufirma bündelt Glasfaser-Leerrohre. Foto: dpa

„Jeder Ortsteil ist aufgefordert, die 40 Prozent zu erreichen“, betonte Lottermoser. Gelingt das, könne die Bauphase drei bis vier Monate danach beginnen, erläuterte der Projektleiter Bau, Peter Kowalski. Bis alle 3500 Wohneinheiten in Altenbeken, Buke und Schwaney angeschlossen seien, dauere es bis zu eineinhalb Jahre.

Die Deutsche Glasfaser liefert FTTH. Die Abkürzung bedeutet Fiber to the Home und meint, dass die Glasfaserkabel in jedes Haus gebracht werden. Anders als bei den Kupferleitungen soll das eine sehr viel höhere Geschwindigkeit der Daten und eine stabilere Verbindung ermöglichen. Im Kreis Paderborn hat das Unternehmen aus Borken nach eigenen Angaben bereits 5000 Kilometer Glasfaser verlegt, sieben Kommunen angeschlossen und 28,5 Millionen Euro investiert. Ein Haushalt produziere immer mehr Daten, rechnete Lottermoser vor. Seien es 2010 nur zehn Gigabyte pro Haushalt und Monat gewesen, kämen heute 137 Gigabyte zusammen. Durch Glasfaser gewinne „die Heimat an Attraktivität, junge Menschen und Familien bleiben vor Ort“, glaubt Lottermoser. Auch Altenbekens Bürgermeister Hans Jürgen Wessels warb dafür, sich auf eine Zukunft vorzubereiten, in der „die Wahrscheinlichkeit, dass es noch mehr Daten werden, groß ist“.

Techniker machen eine Hausbegehung und fertigen ein Protokoll an

Ist die Nachfragebündelung erfolgreich, installiert die Deutsche Glasfaser einen Haupt- und mehrere Unterverteiler. Der Garten der Bürger bleibe unversehrt, verspricht das Unternehmen. Demnach ist der Anschluss an einem Tag machbar. Der Bürgersteig wird geöffnet, das Glasfaserkabel dort hineingelegt und durch den Garten in den Keller verlegt. Zuvor machen Techniker eine Hausbegehung und fertigen ein Protokoll an. An welcher Stelle das Kabel in ihr Haus komme, könnten die Bürger mit entscheiden, sagte Peter Kowalski. Liegt das Kabel, dann haben die Haushalte die Wahl unter vier Tarifen für Internet, Telefon und wahlweise Fernsehen. Im Basistarif garantiert die Firma eine Mindestgeschwindigkeit von 300 Mbit pro Sekunde. Es handelt sich übrigens um ein offenes Netz, das heißt, Konkurrenten wie die Telekom oder Vodafone können es nach einer Übergangszeit für sich mieten. Das soll eine Monopolstellung verhindern.

In Altenbeken hat die Deutsche Glasfaser auf dem Marktplatz ein Servicebüro eingerichtet. Es ist dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Zudem hat sich in der Egge-Gemeinde bereits eine Facebookgruppe (Glasfaser in Altenbeken) gebildet.

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