Bezirksregierung fördert Projekt in Schwaney mit 55.500 Euro
Mühlenpatt wird barrierefrei

Altenbeken (WB). Das Dorf Schwaney macht sich bereit für sein 1050-jähriges Bestehen 2020. Die Heimat- und Vereinsgemeinschaft will dafür den historischen Mühlenpatt ausbauen und zu einem Treffpunkt für Jung und Alt umgestalten. Dies unterstützt die Bezirksregierung Detmold und hat einen Förderbescheid über 55.500 Euro überbracht.

Samstag, 19.10.2019, 04:00 Uhr
Martin Hempel (3. von rechts) übergibt den Förderbescheid der Bezirksregierung für die Neugestaltung des Mühlenpatts an Hans Jürgen Wessels (2. von links). Mit dabei sind (von links) Hansjosef Knoke, Hermann Striewe, Ludwig Schenk und Maria Lummer. Foto: Sonja Möller

Auf einer Länge von etwa 350 Metern schlängelt sich der Mühlenpatt von der Schwaneyer Kirche zwischen den Grundstücken hindurch bis zur Schützenhalle. »Einst floss hier der Mühlengraben. Daneben verlief der Patt, der dem Müller als Zugang zu den verschiedenen Flotwerken diente«, erzählt Ortsheimatpfleger Hansjosef Knoke.

Doch das ist lange her. Die Mühle ist seit Anfang der sechziger Jahre stillgelegt, der Graben seit 30 Jahren zugeschüttet und der Patt nur noch eine holprige Wiese. »Der Patt ist derzeit nicht als solcher zu erkennen. Hier ist nur Rasen und Schotter«, sagt Knoke.

Umgestaltung kostet 82.000 Euro

Doch das soll sich jetzt ändern: Der Mühlenpatt wird für 82.000 Euro barrierefrei ausgebaut und optisch neu gestaltet, so dass hier ein Treffpunkt für Jung und Alt entsteht. Er bekommt auf der Breite von 1,30 Meter eine wassergebundene Wegedecke, die ältere Menschen mit ihren Rollatoren oder Rollstühlen genauso von Anfang bis Ende nutzen können wie Eltern mit Kinderwagen.

Rechts und links des Weges sollen ein Grünstreifen neu bepflanzt und Bänke aufgestellt werden. Um die Sicherheit zu erhöhen, wird der Weg zudem beleuchtet. Schautafeln sollen auf die historischen Elemente der ehemaligen Nutzung am Mühlengraben hinweisen.

Die schwierigste Stelle für den barrierefreien Ausbau dürfte das erste Stück an der Schützenhalle sein, das nur etwa 80 Zentimeter breit ist. Hier befindet sich noch der letzte Teil des Mühlengrabens, wodurch der Weg an dieser Stelle sehr eng ist.

Ludwig Schenk hatte die Idee

Der einstige Ortsheimatpfleger Ludwig Schenk hatte vor drei Jahren die Idee zur Umgestaltung: »Ich habe damals ein älteres Paar mit Rollator in Richtung Bank gehen sehen. Auf dem Schotterweg kamen sie nicht vorwärts und sind nach zehn Metern wieder umgedreht«, erzählt Schenk. Damals dachte er »Das geht doch nicht« und sprach Bürgermeister Hans Jürgen Wessels an.

Der war sofort begeistert von der Idee und ist es immer noch: »Ich bin beeindruckt von der enormen Bereitschaft der Schwaneyer Bürger, die vereinsorganisiert oder als Einzelpersonen tatkräftig daran mitwirken, dass nicht nur das Jubiläumsjahr erfolgreich wird, sondern dass das Dorf nachhaltig verschönert wird.« Die Gemeinde fördert das Projekt insgesamt mit 28.800 Euro. Die restlichen 53.519 Euro steuert die Bezirksregierung Detmold bei, die sich an 65 Prozent der Kosten beteiligt. »Hinzu kommt die immense Eigenleistung der Schwaneyer«, lobt Wessels das Engagement.

Martin Hempel, Dezernent für Dorferneuerung bei der Bezirksregierung, und Maria Lummer, zuständig für den Bereich ländliche Entwicklung, haben den Förderbescheid jetzt persönlich überbracht. Die Summe stammt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes. Ziel ist es, mit dem Geld den ländlichen Raum zu fördern.

Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen

Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden, teilt Uwe Schrader vom Bauamt Altenbeken mit. Im Frühjahr soll dann mit den Arbeiten begonnen werden, damit alles passend zu den Hauptfeierlichkeiten des Jubiläums Anfang Mai fertig ist.

Ortsvorsteher Hermann Striewe verspricht sich von der Umgestaltung des Mühlenpatts eine Menge: »Der Weg wird im Moment nicht als solcher wahrgenommen, weil er nicht begehbar ist. Wir sind überzeugt, dass es bei den Bürgern einen Aha-Effekt geben wird.«

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