Massive Zerstörungen an neuer Realschule – Trotzdem fand am Freitag Unterricht statt
Kraftakt nach Verwüstung

Altenbeken (WB). Scherbenberge, Blutspuren und umgerissene Laternen. In der Nacht zu Donnerstag haben noch unbekannte Täter in der Privaten Realschule Altenbeken eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Doch die noch junge Schule ließ sich nicht unterkriegen: Am Freitag fand für die beiden Klassen der Unterricht wie gewohnt statt.

Freitag, 04.10.2019, 22:45 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 23:00 Uhr
Die beiden Geschäftsführer der Bildungswerkstatt Realschule gGmbH Nicole Starke und Marcel Bußkönning am Tag danach vor dem Eingangsbereich, der 24 Stunden zuvor noch ein Trümmerfeld war. Etliche Scheiben wurden eingeschlagen. Foto: Liedmann

Allerdings unter anderen Vorzeichen: »Natürlich haben die Lehrer mit den Kindern über die Geschehnisse gesprochen. Auch wenn noch am Feiertag die schlimmsten Schäden beseitigt wurden, viele Kinder waren tief betroffen und traurig«, beschreibt die Geschäftsführerin der Bildungswerkstatt Realschule Nicole Starke die Situation am Freitagmorgen. Für Eltern, Kinder, Lehrer und alle Involvierten war das Ausmaß der Zerstörung ein Schock.

Offenbar eine ganze Gruppe hat in der Nacht zum Feiertag auf dem Schulhof selbst und in der Schule nach dem Zerschlagen von zahlreichen Eingangsscheiben massive Schäden hinterlassen. Der gesamte Eingangsbereich war mit Scherben übersät, beim Hausmeisterbüro wurden ebenfalls alle Scheiben zerstört. Zuvor hatten die Täter versucht, mehrere Laternen auf dem Schulhof umzubiegen und abzubrechen.

Mit massiver Gewalt wurden die schweren Scheiben so wie hier eingeschlagen. Die Polizei sicherte Blutspuren.

Mit massiver Gewalt wurden die schweren Scheiben so wie hier eingeschlagen. Die Polizei sicherte Blutspuren.

Die Alarmierung der Polizei erfolgte um 22.30, wenig später war auch Hausmeister Heinz-Josef Heinemann mit allen Schlüsseln vor Ort, damit die Polizei in die Räume gelangen konnte. Die Beamten umstellten zunächst mit einigen Hunden das Gebäude, weil nicht sicher war, ob sich noch Täter in den Räumen befinden. Doch diese hatten bereits die Flucht ergriffen. Übersät war der Schulhof von zerstreuten Müllresten und Flaschen aus den abgerissenen Mülleimern. Vor Ort blieben auch zahlreiche Blutspuren als Folge des Einschlagens von Scheiben zurück, die von der Spurensicherung der Polizei auch gesichert wurden.

Trotz der Erschütterung über das Ausmaß der Zerstörung packten am Morgen danach zahlreiche Helfer gleich an, um den Kindern für den Schultag am Freitag das Schlimmste zu ersparen: Schulleiter Hermann Knaup, Hausmeister Heinemann, die Geschäftsführer Marcel Bußkönning und Nicole Starke und Jochen Bee vom Hauptamt der Gemeinde packten über Stunden mit an, um das Schlimmste zu beseitigen. Hausmeister Heinemann flexte die abgeknickte Laterne sogar ab, damit sie entsorgt werden konnte. Der Glaser sorgte bei den meisten Scheiben noch am gleichen Tag für einen provisorischen Ersatz und der ganze Schutt wurde in einen großen Container gepackt und auch noch am gleichen Tag abgefahren. Viele Eltern boten spontan nach Bekanntwerden der Verwüstungen ihre Hilfe an. Auch die Putzkräfte sprangen am Feiertag ein, um die schlimmsten Spuren und nach Freigabe durch die Polizei auch die überall verteilten Blutspuren zu beseitigen

Natürlich denkt man über zusätzliche Sicherungsmaßnahmen nach solch einem Vorfall nach.

Nicole Starke und Marcel Bußkönning

Als dann am Freitag die Schüler der beiden Klassen 5 in ihre Schule kamen, waren äußerlich die meisten Schäden beseitigt, doch das Thema »Warum?« beherrschte die ersten Unterrichtsstunden.

»Zumindest wertvolle Einrichtungen in einzelnen Klassenräumen blieben zum Glück unversehrt«, sagten Starke und Bußkönning. Wären großflächig noch Wände oder anderes beschmiert oder beschädigt worden, hätte man den Freitagsunterricht abgesagt. Doch die Schule, Lehrer und Eltern wollten sich nicht unterkriegen lassen.

Die Beseitigung der Schäden wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Eventuell muss auch ein komplettes Eingangstürelement ausgewechselt werden. Die Schadenhöhe geht in den hohen fünfstelligen Bereich. Ob die Versicherung wegen des Einbruchs einen Teil der Schäden begleicht, ist noch nicht gesichert. »Natürlich denkt man über zusätzliche Sicherungsmaßnahmen nach solch einem Vorfall nach«, sind Starke und Bußkönning betroffen. Denn gerade nach der Schulgründung dringend erforderliches Geld wollte die Schule eigentlich in ein ganz anderes Projekt stecken: Für die Kinder sollte zunächst der Schulhof attraktiv für die Pausenaufhalte gestaltet werden. Dafür werden derzeit Spenden gesammelt, hofft gerade jetzt die Schule auf eine breite Unterstützung.

Die Polizei sucht nach Tatzeugen, zumal nur kurze Zeit danach mehrere Autos an der Bollerbornstraße beschädigt wurden. Hier waren Außenspiegel abgetreten worden. Laut Polizei waren zuvor Jugendliche aus dem Tunnel Richtung Hüttenstraße gelaufen. Hinweise von Zeugen an die Polizei unter Telefon 05251/3030.

Kommentare

Elsener  wrote: 05.10.2019 01:18
Komisch

Altenbeken wirkt immer so bürgerlich, unschuldig, kleine Welt, alles ist in Ordnung.

Und die Nachrichten der letzten Jahre zeigen genau das Gegenteil. Hakenkreuze, Vergewaltigung, Raserei, Steuervergehen, Verwüstung. Habe ich etwas vergessen?

Ziemlich viel Illegalität für so einen kleinen Ort.

Hat jemand eine Erklärung?

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