Altenbekener Bäckermeister beendet eine 130-jährige Familientradition
Mertens geht, Mertens kommt

Altenbeken (WB). Altenbekens Bäckermeister Franz-Josef Mertens wird am Sonntag, 12. Mai, seine letzten Brötchen in den Backofen schieben. Damit endet in Altenbeken eine 130-jährige Familientradition.

Freitag, 03.05.2019, 21:30 Uhr
Franz-Josef Mertens (links) hört auf, Bäcker Markus Mertens aus Paderborn kommt und backt weiter. Mitte Mai erfolgt der reibungslose Übergang beim traditionsreichen Haus in Altenbeken. Das Hotel wird der Altenbekener aber weiterhin selbst betreiben. Foto: Liedmann

Doch für den Altenbekener Mertens kommt der Paderborner Mertens: Bäckereimeister Markus Mertens wird übernehmen und damit seinen vierten Standort errichten. Fehlendes Fachpersonal und die eigene angeschlagene Gesundheit sind für Franz-Josef Mertens (59) die maßgebenden Gründe für die Aufgabe der Bäckerei und des Café-Betriebes. Aber auch beim Café wird der Paderborner Bäckermeister Markus Mertens (50) einen reibungslosen Übergang ermöglichen und bereits nach kurzer Renovierung das Geschäft am 15. Mai wieder eröffnen. Übernommen werden auch die sieben Mitarbeiter.

Trotz der Namensgleichheit beendet der Betriebsübergang das Ende der langjährigen Geschichte der Bäckertradition Mertens in Altenbeken. Denn mit dem Paderborner Bäcker ist Franz-Josef Mertens weder verwandt noch verschwägert. Doch die Tradition der Qualität will auch Markus Mertens weiter fortsetzen.

21 Sorten Frühstücksgebäck

In der Altenbekener Backstube wurden täglich 21 Sorten an Frühstücksgebäck hergestellt: Vom Brötchen bis zu Croissants und Laugengebäck. Täglich wechselten damit bis zu 700 Exemplare die Seiten der Landentheke, hinter der vorwiegend Ehefrau Anni Mertens (60) stand. Frisch gebacken gab es auch 15 Sorten Brot, Renner waren natürlich das Paderborner und Kassler Brot, hinzu kamen diverse Varianten an Körnerbroten.

Das große und qualitativ hochwertige Angebot will auch der traditionsreiche Paderborner Bäckermeister mit seinen insgesamt 70 Mitarbeitern weiter anbieten und auch den Café-Betrieb mit den 30 Plätzen.

An wechselnden Standorten in Altenbeken hatte die Familie Mertens ihren Bäckereibetrieb, seit 1961 befand sich die Bäckerei an der Christian-Schütze-Straße und hier entstand im Laufe der Jahre auch der angrenzende Hotelbetrieb mit elf Zimmern und 20 Betten. Mit zwei Sternen plus das einzige qualifizierte Hotel in Altenbeken. Dies wollen Mertens und seine Ehefrau Anni auch weiterhin führen und ausbauen.

Jeden Tag in der Bäckerei

Nicht nur der Fachkräftemangel, den Mertens seit Jahren vergebens versuchte aufzufangen, führte zu seinem Entschluss. Über viele Jahre hatte er auch über die Agentur für Arbeit vergebens versucht, qualifizierte Bäckereimitarbeiter zu gewinnen. Seine drei Kinder gingen beruflich andere Wege und auch die erheblichen Anforderungen des Beruf zwangen ihn zur Aufgabe: Sieben Tage in der Woche stand der Altenbekener vor seinem Backofen. Werktags von 3 Uhr morgens bis zum Mittag, am Samstag von 1 bis 8.30 Uhr und am Sonntag von 4.30 bis 12 Uhr.

Als er vor einem Jahr für eine Woche mal den Betrieb schließen musste und trotzdem die Lieferung mit Backwaren sichern wollte, kam der Kontakt zum Paderborner Namensvetter zustande. Daraus hat sich schließlich die Perspektive für den Betriebsübergang ergeben. An der traditionsreichen Qualität werde sich nichts ändern, ist er überzeugt und auch beruhigt.

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