Stellwerk Altenbeken geschlossen – elektronische Steuerung erfolgt nun aus Hamm
Abschied mit Wehmut

Altenbeken (WB). Ein Stück Altenbekener Eisenbahngeschichte weniger: Das alte Spurplan-Drucktasten-Stellwerk von Siemens, das am 1. Dezember 1963 in Betrieb genommen wurde, hat seit dem 1. April ausgedient und wurde in den Morgenstunden um 4 Uhr abgeschaltet. Dadurch konnten vom 1. bis 5. April keine Züge rund um Altenbeken fahren, und es musste ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

Samstag, 06.04.2019, 07:21 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 10:12 Uhr
Zu einen Erinnerungsfoto trafen sich bei der Verabschiedung am Stelltisch ein Teil der aktiven Kollegen (von links): Ludger Goepel, Friedhelm Aust, Anton Schulze, Thomas Hoffmann, Verena Buss und Axel Herrmann (Betriebsleiter Betrieb Paderborn). Foto: Rudolf Koch

Der Fahrdienstleiter, der in den ersten Tagen im Jahre 1963 hier seinen Dienst verrichtete, war Franz Franke. Der letzte Fahrdienstleiter, der in den Tagen vor der Schließung das Stellwerk AF noch bewachte, war Friedhelm Aust aus Neuenbeken. Er war es auch, der im Beisein von Kollegen am Freitag, 5. April, die Tür zum stillgelegten Drucktasten-Stellwerk AF für immer verschloss.

Mit Wehmut war auch Gemeindeheimatpfleger Rudolf Koch vor Ort, dem als Lokomotivführer mehr als 30 Jahre lang vom Stellwerk die Weichen gestellt wurden. Nun werden die Betriebsstellen Altenbeken, Langeland und Himmighausen vom Elektronischen Stellwerk Hamm gesteuert.

Einst 1000 Eisenbahner in Altenbeken

Somit ist kein Fahrdienstleiter mehr in Altenbeken beheimatet. Sie wurden pensioniert oder verrichten auf anderen Stellen ihren verantwortungsvollen Dienst. Nun sind auf dem Bahnhof Altenbeken nur noch Servicekräfte (die früheren Aufsichtsbeamten) beschäftigt. Alle anderen Dienststellen sind Laufe der Jahrzehnte aufgelöst worden. Von etwa 1000 Eisenbahnern, die in Altenbeken beschäftigt oder verwaltet wurden, sind noch fünf übrig geblieben. Die Zeiten, als mehrere Generationen in der Eisenbahnergemeinde ihren Dienst verrichteten, sind damit endgültig vorbei.

Mit Wehmut blicken viele Eisenbahnpensionäre, die als Lokomotivführer, Lokschlosser, Betriebsarbeiter beim Bahnbetriebswerk, Zugführer, Stellwerkmeister, Signaltechniker, Fahrkartenverkäufer, Bahnmeister, Fahrbahnmitarbeiter, Weichenwärter, Gepäckangestellte oder Rottenführer ihren Dienst verrichteten, auf ihre Bahnzeit zurück. »Da wurde Altenbeken mit Recht noch Eisenbahnergemeinde genannt – doch diese Zeiten sind nun leider vorbei«, so Rudolf Koch.

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