Heimatfreunde aus Stemwede-Sundern bewerben sich um Preis des Bündnisses Ländlicher Raum
Sundern wirbt mit Kohlenlore und Narzissen

Stemwede (WB). -

In Sundern hat es vor etwa 150 Jahren Bemühungen gegeben, nach Kohle zu schürfen.

Donnerstag, 08.04.2021, 04:15 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 15:16 Uhr
Die Heimatfreunde Sundern waren aktiv: Neben der nachgebauten Kohlelore blühen nun Narzissen. Foto: Jutta Kollweier

Dazu hatte der Osnabrücker Kaufmann Gustav von Gülich Schürfrechte erworben. Teilweise gibt es die unterirdischen Schächte noch heute. Doch da die Sunderner Kohle geringwertig war, kam ein Abbau in größerem Umfang nicht zustande.

Um aber die Geschichte der Sunderner Kohle , die Jahrzehntelang von großer Bedeutung für die Ortschaft war, in Erinnerung zu halten, recherchierte Geologe Reinhard Greger aus Westrup alte Dokumente der zuständigen Bergbauämter. Anhand historischer Zeichnungen gelang es ihm, originalgetreu einen sogenannten Hunt (Lore, Förderwagen) nachzubauen – als Symbol für den damaligen Bergbau in Sundern (wir berichteten).

„Das ist lebendige Geschichte, die nicht nur Sunderns Bürger erinnern und informieren soll, sondern auch die zahlreichen Wanderer und Touristen“, sagt Ortsheimatpflegerin Gertrud Premke .

Die Lore wurde in der Nähe des Glockenturms am Eingang des früheren Schachts „Lina Glück“ aufgestellt. Reinhard Greger arbeitete ab dem vergangenen Herbst an dem Wagen und suchte dafür nach historischen Teile wie einem Unterbau, den er schließlich bei Cuxhaven fand. Er baute Teile aber auch selbst nach und verwendete dabei keinerlei Nägel oder Schrauben – denn die gab es damals noch nicht.

„Im März konnte er dann nach unendlichen Stunden mühevollen Suchens und Bastelns sein kleines Kunstwerk, ein Kulturdenkmal ganz besonderer Art, im Beisein einiger Heimatfreunden aufstellen“, freut sich Gertrud Premke.

Unterdessen waren die Heimatfreunde im Herbst fleißig und pflanzten in der Ortschaft mehr als 1600 Narzissen, auch rund um die Lore auf dem kleinen Hügel. Die gesamten Aktivitäten nahm die Ortsheimatpflegerin zum Anlass, sich mit den Heimatfreunden um einen vom Bündnis Ländlicher Raum im Mühlenkreis ausgelobten Heimatpreis unter dem Motto „Dörfer mit Ideen 2021“ zu bewerben.

Den aktiven Sunderanern wurde im Zuge eines kleinen Foto-Termins am Ort des Geschehens das neu gestaltete Ortswappen als kleines Poster überreicht. Heraldiker Jürgen Batta aus Haldem hatte es anhand der typischen Ortsmerkmale symbolisch umgesetzt.

Wer dieses Poster ebenfalls haben möchte, kann sich an Ortsheimatpflegerin Gertrud Premke, E-Mail gpremke@aol.com, Telefon 05745/478, wenden.

Sie nimmt nicht nur Bestellungen, sondern auch weitere Ideen zur Verwendung des Wappens gerne entgegen.

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