Ab Anfang nächster Woche können Stemweder Privatkunden das neue Glasfasernetz nutzen
Startschuss für das schnelle Internet

Dielingen -

In Stemwede und im Kreis Minden-Lübbecke hat jetzt flächendeckend das Highspeed Internet-Zeitalter begonnen:

Mittwoch, 02.12.2020, 02:19 Uhr
Ein besonderer Moment: Landrätin Anna Bölling hat das Kabel in die Box für Highspeed-Internet gesteckt. Foto: Heidrun Mühlke

Als erster Kunde von Greenfiber ist die Dielinger Firma Gamma IT Systems an das neue Glasfasernetz angeschlossen worden und profitiert seit Montagnachmittag vom Breitband-Ausbau im Kreis Minden-Lübbecke (wir berichteten).

Gamma kann dank des Glasfaseranschlusses jetzt mit hohem Tempo im Internet surfen. Gefeiert wurde dieses Ereignis mit einem digitalen Lichterfest. Landrätin Anna Bölling steckte in Begleitung von Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat und Greenfiber-Geschäftsführer Uwe Krabbe den Stecker in die dafür vorgesehene Box – der Startschuss für das gigaschnelle Highspeed-Internet.

22.000 Haushalte profitieren

Dem Netzstart gingen ein gutes Jahr Planungen, Vorbereitungen und Bauarbeiten voraus. Insgesamt werden 1800 Kilometer Glasfaserleitungen im Kreis verlegt, die die Infrastruktur der Zukunft darstellen und die veralteten Kupferkabel ersetzen. Ein großer Teil ist schon geschafft. Damit können bis zu 22.000 Haushalte im Kreis an die glasfaserschnelle Internetleitung angeschlossen werden.

Sowieso sei man deutlich schneller als geplant mit den Bauarbeiten voran gekommen, machte Krabbe deutlich. „Mehr Menschen als ursprünglich geplant könnten davon profitieren“, sagte er.

Das Projekt wird zu großen Teilen von Bund und Land gefördert, ein nicht unerheblicher Eigenanteil verbleibt aber auch bei Städten und Gemeinden. „Stemwede hat knapp eine Million Euro dafür ausgegeben“, sagte der Bürgermeister. „Ziel ist es, dass auch der letzte Winkel im Kreis am Highspeed-Internet teilhaben kann. Dafür sind wir nun auf der Überholspur der digitalen Autobahn“, freute sich Abruszat. Das sei zwar eine enorme Kraftanstrengung, aber gleichzeitig der Neustart in die digitale Welt.

Landrätin Anna Bölling betonte, dass digitale Angebote gerade in Corona-Zeiten viel Raum gewonnen hätten. Sie nannte Home-Office und den digitalen Schulunterricht als Beispiel. „Dieses Projekt ist die Zukunftssicherung der Gemeinde Stemwede und des Mühlenkreises.“

Firma Gamma ist erster Nutzer

Als „Technologie der Zukunft“ bezeichnete Gastgeber Adolf Ey, Gamma-Geschäftsführer und Vorsitzender des Gewerbevereins Stemwede, das schnellste Internet Europas, das nun in Stemwede Wirklichkeit geworden ist. „Zu lange sind wir in der Kupfertechnik der Vergangenheit gefangen gewesen. Die Zukunft wir jetzt von Lichtgeschwindigkeit bestimmt“, freute sich Ey als erster Nutzer des Highspeed-Internets.

Regierungspräsidentin Judith Pirscher war per Video zugeschaltet. In Nordrhein-Westfalen soll bis 2025 ein flächendeckendes Giga-Netz entstehen. Fast nirgendwo in NRW komme die Förderung mehr Teilnehmern zugute als in Minden-Lübbecke. „Unsere Gesellschaft verlagert immer mehr Aufgaben ins Netz“, erklärte Pirscher. „Die aktuelle Pandemie führt das noch einmal deutlich vor Augen. Ein Hochleistungsnetz wird immer mehr zum unverzichtbaren Rückgrat von Wirtschaft, Bildung und Freizeit.“ Sie sprach von Gesamtkosten in Höhe von mehr als 95 Millionen Euro.

Ab Anfang der kommenden Woche können Privatkunden in Stemwede das Glasfasernetz nutzen. Nach Stemwede folgen die Kommunen Rahden, Espelkamp, Preußisch Oldendorf, Hüllhorst und Lübbecke.

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