Badeallee, Spielplätze, Anpflanzungen, Dorfplatz: Zuschüsse vom Land sind beantragt
Stemwede will das Naturerleben stärken

Stemwede (WB). Die Gemeinde Stemwede, ihre Vereine, ihre Schulen und auch die Ortsheimatpfleger haben schon viele Anstrengungen unternommen, um die Natur und die Artenvielfalt in den Dörfern zu fördern. Jetzt bewirbt sich die Gemeinde Stemwede um Landeszuschüsse für weitere Maßnahmen.

Mittwoch, 04.11.2020, 05:02 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 05:10 Uhr
Einige Stemweder Spielplätze, darunter auch das Areal am Westruper Freudeneck, sollen noch mehr Grünräume bekommen. Foto: Dieter Wehbrink

Der neue Gemeinderat beschäftigt sich in seiner konstituierenden Sitzung am 10. November (16.30 Uhr Beginn in der Begegnungsstätte Wehdem) mit einer Dringlichkeitsentscheidung zu diesem Thema. Sie war am 14. Oktober unter der Überschrift „Maßnahmen zur grünen Infrastruktur in Stemwede” von Jörg Bartel (allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters) sowie den Fraktionsvorsitzenden Andreas Weingärtner (CDU), Wilhelm Riesmeier (SPD), Hermann Gesenhues (Bündnis 90 /Grüne), Wolfgang Fricke (FDP) und Jürgen Lückermann (FWG-Stemwede) getroffen worden. Ziel war es, vorsorglich Zuschüsse für vier Maßnahmen zu beantragen. Nun muss der Gemeinderat wie gesetzlich vorgeschrieben diese Entscheidung nachträglich absegnen.

Hoffen auf Geld aus Konjunkturpaket

„Die Gemeinde möchte den Zugang zur Natur für Menschen jedes Alters und Hintergrundes erheblich verbessern“, heißt es in den Erläuterungen zur Ratssitzung. „Die finanziellen Rahmenbedingungen der Gemeinde lassen jedoch derzeit umfangreichere Maßnahmen in die so genannte ‚grüne Infrastruktur‘ zu.“ Daher hat die Gemeinde mit dieser Dringlichkeitsentscheidung bei der Bezirksregierung Detmold für vier Stemweder Maßnahmen im Zuge des Förderprogramms ‚Grüne Infrastruktur‘ (Konjunkturpaket I des Landes NRW) finanzielle Mittel beantragt.“

Das Gesamt-Budget des Förderaufrufs beträgt 5 Millionen Euro. „Sofern die Fördervoraussetzungen vorliegen, kann es sogar eine Vollfinanzierung der Maßnahmen geben“, hofft die Gemeindeverwaltung. Mit dem Dringlichkeitsentscheid wurden folgende Maßnahmen beantragt:

„Um ein naturnahes Erleben des Badeallee-Bereichs in Levern besser zu ermöglichen, beabsichtigt die Gemeinde, den Gehweg ‚Fang‘ auszubauen“, schreibt die Verwaltung. „Hierdurch wird ein wohnortnahes Naturerleben erheblich gesteigert.“

Neuanpflanzungen und Nachpflanzungen

Die Oberfläche des Weges soll in einer wassergebundenen Bauweise erstellt werden. Auch eine Wegebeleuchtung durch Bodenleuchten ist vorgesehen, damit das Erleben der Natur und die Vernetzung des Quartiers mit dem Areal auch bei schlechter Witterung oder in den kalten Jahreszeiten möglich bleibt. Die Gesamtkosten dieses Projekts werden auf 107.205,75 Euro veranschlagt.

Das zweite Projekt lautet: ,Natur erleben durch Neuanpflanzung und Nachpflanzung von Bäumen im Gemeindegebiet sowie Anlegen einer Blühfläche in Oppenwehe am Feuerwehrgerätehaus”. In den vergangenen Jahren mussten an Gemeindewegen zahlreiche Bäume entfernt werden. Wegen der Trockenheit starben insbesondere Birken, Erlen und Eichen . „Es sind daher im gesamten Gemeindegebiet Nachpflanzungen und auch Neuanpflanzungen vorgesehen“, schreibt die Verwaltung. Außerdem ist beabsichtigt, eine größere Fläche mit der „Stemweder Blühmischung” in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses Oppenwehe einzusäen. Die Gesamtkosten dieses Projekts werden auf 72.960,48 Euro geschätzt.

Als drittes Projekt sollen Stemweder Spielplätze naturnaher gestaltet werden. Es wird ein naturverträgliches Spiel-, Sport- und Bewegungserlebnis für die Kinder an folgenden 4 von den 12 Spielplätzen zusätzlich konzipiert: Spielplatz Freudeneck in Westrup; Spielplatz Dillenhöhe in Wehdem; Spielplätze an der Grundschule in Levern und an der Grundschule in Haldem. In Haldem soll der Schulhof entsiegelt sowie Anpflanzungen Blühstreifen angelegt werden. Die Gesamtkosten dieser Maßnahme betragen 251.710 Euro.

Treffpunkt Arrenkamp

Dass die Stemweder Spielplätze naturnaher und mit mehr Grün gestaltet werden sollten, hatte auch das Dortmunder Planungsbüro empfohlen, das das Spielplatzkonzept der Gemeinde aufstellt.

Das vierte Projekt lautet „Natur erleben durch naturnahe Gestaltung des Dorfplatzes in Arrenkamp, einschließlich eines Spielplatzes.“ Der Dorfplatz soll naturnah umgestaltet werden. Träger ist die Dorfgemeinschaft Arrenkamp. Die Aufwertung des Spielplatzes mit neuen Grün- und Freiräumen soll mit einem naturverträglichen Spiel, Sport- und Bewegungserlebnis einhergehen. Es können mehrere Blühstreifen entstehen und nördlich vom Spielplatz eine Streuobstwiese. Die Terrasse kann mit Sitzmöglichkeiten und einer Überdachung aufgewertet werden. Zur Begrünung eignen sich ortsprägende Buchenhecken und Bäume.

Ein Ziel der Arrenkamper Maßnahmen ist es auch, Wander- und Fahrradwege in Stemwede zu vernetzen. Dies kommt dem Tourismus zugute. „Vorhandene Gegebenheiten werden in Arrenkamp dafür genutzt: die Toilettenanlage, Ladestation für E-Bikes, die groß angelegte Wiese sowie öffentlich zugänglich gemachte Internetverbindung“, wirbt die Verwaltung. „Somit bietet der Dorfplatz Arrenkamp einen zentralen Anlaufpunkt in Stemwede und ermöglicht ein naturnahes Erleben.“ Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen 137.000 Euro.

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