Pferd aus Desteler Zucht glänzt bei Bundeschampionat – 2019 Westfalen-Champion
„Diacor H“ ist der Stolz der Hahlers

Stemwede (WB). Auf dem Zuchthof von Ilka Hahler, von Beruf Polizeihauptkommissarin, und ihrem Vater, dem Rentner Reinhold Hahler, haben im Laufe der Jahrzehnte schon viele gute Sportpferde das Licht der Welt in Destel erblickt. Schließlich ist die Familie weithin bekannt für ihre Pferdepassion. Doch jenes Fohlen, das die Hahlersche Schimmelstute »Crystal Rock« vor fünf Jahren nachts zur Welt brachte und das auf dem Hof am Halingerort aufwuchs, sollte ein ganz besonderer „Kracher” im Springsport werden. Hahlers tauften ihn auf den Namen “Diacor” – nach dem Anfangsbuchstaben des Fohlen-Vaters „Diarado” – und versahen den Namen zusätzlich mit dem ersten Buchstaben des Züchterhofs, dem „H“.

Dienstag, 06.10.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 08:26 Uhr
„Diacor H“ zeigt hier beim Bundeschampionat der fünfjährigen Springpferde sein grenzenloses Springvermögen. Seine ständige Reiterin ist Ann-Katrin Dettmer (RV Frotheim-Isenstedt).

Als „Diacor H” errang der braune Wallach im vergangenen Jahr im Alter von vier Jahren mit Berufsreiterin Ann-Katrin Dettmer (RV Frotheim-Isenstedt) den Titel „Westfalen-Champion“ in Münster-Handorf. Doch damit nicht genug: Vor kurzem, im Alter von fünf Jahren, setzte das Pferd mit Dettmer seine Erfolgsserie fort. So ersprang sich „Diacor H” 2020 den fünften Platz beim Westfalenchampionat und erreichte die erste Platzierung in der schwereren Parcoursklasse M.

Hochkarätige Konkurrenz

Zusätzlich qualifizierte sich „Diacor H“ für das überaus renommierte Bundeschampionat in Warendorf, zu dem nur die besten Springpferde aus ganz Deutschland zugelassen werden. Dort, in der berühmten Reiterstadt an der Ems, schaffte es der Braune aus Destel bis ins Finale. Er absolvierte zunächst die Qualifikationsprüfungen ohne Fehler. In der zweiten Prüfung – hier waren Hindernisse von 1,30 Meter zu überspringen – kam „Diacor H“ auf den siebten Platz. Im Finale musste er dann sogar 1,35 Meter überspringen, noch dazu insgesamt 15 Sprünge samt Wassergraben. „Hier kassierte er zwei leichte Fehler“, berichtete Ilka Hahler. „Zuvor war Diacor noch nie einen derart anspruchsvollen Parcours – noch dazu über solche Höhen – gesprungen.” Pferdekenner wissen, dass das allein schon das Erreichen des Bundeschampionats-Finale bei derart hochkarätiger Konkurrenz herausragend ist.

Nach dem Warendorfer Championat war „Diacor H“ in Paderborn bereits der Gewinner der so genannten Growi Trophy 2020 beim großen Paderborner Turnier gewesen. In der Springpferdeprüfung der Klasse M siegte der Desteler Wallach mit der Wertnote 8,6 gegen starke Konkurrenz.

Hohe Hindernisse

„Erschwerend für fünfjährige Pferde kam in den vergangenen Monaten hinzu, dass es wegen der Corona-Schutzbestimmungen eine besonders kurze Saison 2020 war”, sagt Ilka Hahler (46). „Erst mit fünf Jahren dürfen Pferde in einem M-Parcour starten, um sie körperlich nicht zu überfordern. Vor dem Bundeschampionat Ende August/Anfang September konnte Diacor H erst ab Mitte Juni Turniererfahrung über solche hohen Hindernisse sammeln.“

Der Wallach, der für einen Warmblüter mit nur 1,62 Metern Stockmaß relativ klein ist, hat – wie Ilka Hahler und Reiterin Ann-Katrin Dettmer berichten – „ein Riesen-Kämpferherz“. Er hat beste Vorfahren, stammt ab vom Schockemöhle-Hengst „Diarado“ und dem Muttervater „Cornado NRW“.

„Privat– ist der vierbeinige Star zuhause im Trainingsstall in Porta Westfalica ein „ganz normales Pferd“ mit liebenswertem Charakter. So liebt es „Diacor H“, sich nach dem Training auf Dettmers Hof in Porta Westfalica den Wasserschlauch ins Maul halten zu lassen. Dann beißt er begeistert in den Wasserstrahl und freut sich, wenn er eine ordentliche Sauerei veranstalten kann. „Die Wasserspiele sind sein großes Hobby“, lacht Ilka Hahler.

Als Jungspund oft verliebt

So ganz trifft die Bezeichnung „normales Pferd“ allerdings nicht zu, denn während seiner Fohlen- und Jungpferdezeit auf Hahlers Hof war „Diacor H“ ein kleiner Schlingel. „Er nutzte sein damals schon großes Springvermögen und sprang einfach über jeden Zaun, wenn dahinter frisches Gras lockte“, erinnert sich Ilka Hahler schmunzelnd. „Mit zunehmendem Alter interessierte er sich für die Pferdemädels auf der Weide nebenan. Mochte er eine Stute besonders leiden, überwand er schon damals mühlelos 1,50 Meter Zaunhöhe.“ Dieser allzu forsche pubertäre Drang von „Diacor H“ war auf Dauer ein Problem für den Hof. Und so wurde „Diacor H“ damals vorsorglich kastriert. Die Hormone spielten nicht mehr verrückt, und die Sportkarriere des Spring-Talents konnte beginnen.

Natürlich haben schon weltberühmte Springreiter angefragt, ob „Diacor H” verkäuflich ist. Diesen verlockenden Angeboten widerstanden die Hahlers bereits 2019 – und wollen dies – zumindest vorerst – auch weiter durchhalten. „Man hat als Hobbyzüchter ja nicht jedes Jahr ein selbst gezüchtetes Pferde für das Bundeschampionat“, betont Ilka Hahler stolz. „Vorerst bleibt Diacor daher bei Ann-Kathrin in der Ausbildung. Beide sind ein Super-Team.“

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