Kai Abruszat kandidiert erneut für Bürgermeisteramt – Grund zum Optimismus
„Stemwede kommt gut aus der Krise “

Stemwede (WB). Als Kai Abruszat vor fünf Jahren – damals noch FDP-Landtagsabgeordneter – zum Bürgermeister von Stemwede gewählt wurde, überraschte er die Bürger mit seinen unverzüglichen Ortsteilgesprächen in allen Dörfern. So mancher Zuhörer ahnte damals schon: Der neue Amtsinhaber ist alles andere als ein dröger Behördenvertreter. Kai Abruszat hatte viele Visionen für Stemwede und setzte sie mit dem Rat um. Dafür erntete er bei den Stemweder Bürgern unbestreitbar viel Anerkennung.

Samstag, 08.08.2020, 05:00 Uhr
Kai Abruszat, Kandidat von CDU und FDP, hier bei der Eröffnung des Leverner Marktes 2019, kandidiert erneut für das Bürgermeisteramt. Foto: Heidrun Mühlke

Der von CDU und FDP nominierte Kandidat, den auch die FWG unterstützt, hat bei der Kommunalwahl am 13. September keinen Gegenspieler bei der Bürgermeisterwahl. Die SPD hatte zwar angekündigt, einen Mitbewerber suchen zu wollen, zog dann aber zurück. „Ich hätte natürlich auch keinen Wettbewerb gescheut“, betont der Bürgermeister.

„Vieles erreicht”

Kai Abruszat zieht eine sehr positive Bilanz seiner vergangenen fünf Amtsjahre: „Stemwede hat sich in zahlreichen Bereichen außerordentlich gut entwickelt. Dieses ist zunächst das Verdienst einer Gemeinschaftsleistung des Gemeinderates, wo immer ein konstruktives Diskussionsklima und Entscheidungsfreudigkeit herrschte“, betont der Bürgermeister. „Aber auch die Gemeindeverwaltung mit ihren außerordentlich engagierten Beschäftigten trug dazu bei. Vor allem aber sind es die Menschen und Institutionen in den Dörfern selbst, die entweder eigenständige Ideen zur Verbesserung ihrer Orte haben oder auch für innovative, kreative Vorschläge sehr empfänglich sind.“

Natürlich seien die fünf neuen Feuerwehrhäuser ein sichtbares Zeichen von mutigen Schritten zur Erneuerung. Und: „Unsere Grundschulstandorte stehen außerhalb jeglicher Diskussion. Das war nicht immer so. Zudem hat sich unsere Stemweder-Berg-Schule in Wehdem prächtig entwickelt.“

Neuer Busbahnhof

Die Tatsache, dass die Gemeinde in Levern, Dielingen, Oppenwehe zusätzliche Kindergartenplätze schaffe, sei ebenfalls ein erfreulicher Beleg für die gute Entwicklung. In den vergangenen Jahren seien enorme Investitionen in die Erhaltung des Straßen- und Wegenetzes geflossen. Abruszat: „Mit unserem Patchmatic-Lastwagen gehen wir neue Wege in der Straßenunterhaltung. Neben dem Verkehrsträger Straße kommt zudem dem ÖPNV eine steigende Bedeutung zu. Der neue Busbahnhof in Wehdem ist ein Signal, wie wichtig der Stemweder Kommunalpolitik dieses Thema. ist.“

Noch im September dieses Jahres werde das modernste Internet in Stemwede freigeschaltet. „Davon profitieren Haushalte und Unternehmen gleichermaßen.“

Der Name Stemwede habe durch zahlreiche pfiffige Marketing-Initiativen eine Aufwertung erfahren. „Dass wir dabei finanziell auf dem Teppich bleiben und unsere Ausgleichsrücklage im Gemeindehaushalt auf Rekordniveau trotz der Investitionen haben ansparen können, hilft uns jetzt, wo in Folge der Corona-Pandemie Steuereinnahmen rückläufig sind“, sagt Abruszat. „Corona ist ein gutes Stichwort: Der Zusammenhalt der Menschen, die große Hilfsbereitschaft in den Dörfern und Vereinen und die für Stemweder typische Besonnenheit haben mich besonders in den vergangenen Monaten sehr beeindruckt.“

6400 Arbeitsplätze

Dass die Gemeinde Stemwede mit zahlreichen Initiativen ihren Tourismus, aber auch Natur und Landschaft besonders entwickelt habe, könne man in jeder Ortschaft spürbar erkennen. „Im Übrigen: Stemwede ist größer als die Großstädte Freiburg und Bonn. Deshalb fallen die zahlreichen wirtschaftlichen Aktivitäten in unserer Gemeinde vielleicht nicht unmittelbar jedem auf“, findet der Bürgermeister. „Tatsache ist aber, dass sich in den vergangenen Jahren die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Stemwede von 5800 auf mehr als 6400 erhöht hat. Damit haben wir vor Ort mehr Arbeit und Beschäftigung als die meisten Kommunen unserer Größenordnung im gesamten Regierungsbezirk. Wohnen und Arbeiten, Natur und Landschaft, Kultur und Freizeit sind wichtige Faktoren, deren Verknüpfung unsere Standortqualität auszeichnet.“

Außerdem könne jeder die rege Bautätigkeit in den Ortsteilen erkennen. „Das ist ein Anzeichen dafür, dass viele trotz der derzeitigen Krisenlage mit Optimismus in die Zukunft blicken“, betont der Bürgermeister.

„ZF in Dielingen bleibt”

Kai Abruszat blickt jetzt nach vorne. „Ich habe bei meiner ersten Kandidatur vor fünf Jahren keine leeren Versprechungen abgegeben. An diesem Prinzip möchte ich festhalten. Die Bürgerschaft erwartet keine Worthülsen, sondern pragmatische Lösungsansätze, besonders in der derzeitigen Krisenlage.“ Die aktuell fehlende Stabilität der Weltwirtschaft und die sich noch nicht abzeichnende Entwicklung der Corona-Krise dürfe in Stemwede nicht dazu führen, „dass wir gegen die Krise ansparen und verzagt und ängstlich werden“.

Er habe allen Grund zu der Annahme, dass Stemwede gut durch die Krise und gut aus ihr herauskommen werde, sagte der Bürgermeister. „Nach meinen Informationen wird der ZF-Standort Dielingen auf Dauer nicht nur gesichert, sondern in seinen Kompetenzen gestärkt werden. Zahlreiche Stemweder Familienbetriebe sind zudem mit ihren speziellen Kompetenzen auch in Zukunft am Markt gefragt. Diesen Akteuren verlässliche Rahmenbedingungen zu geben und als Gemeindeverwaltung ein ehrlicher Partner zu sein, ist und bleibt mir ein wichtiges Anliegen.“

Landwirtschaft ist wichtig

Erfreulich sei, dass sich auch im Gewerbegebiet Toplage in Dielingen etwas tue, wie man an dem fertig gestellten Bau der Firma Wiese erkennen könne. „Unsere Landwirtschaft ist in Stemwede ein wesentlicher Eckpfeiler für eine erfolgreiche Entwicklung des ländlichen Raumes. Ich bin immer wieder beeindruckt, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen aus Brüssel und Berlin mutige Junglandwirte gibt, die tatkräftig ihre traditionsreichen Betriebe weiterführen“, sagt Abruszat. „Das verdient Respekt und Unterstützung. Unsere Landwirtschaft ist ein wichtiger Partner für die Erhaltung unseres Natur- und Landschaftsbildes. Diesen intensiven Dialog fortzusetzen, habe ich mir für die kommenden Jahre fest vorgenommen.“

Mehr schnelles Internet

In Sachen Glasfaserausbau habe Stemwede in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt, dürfe aber bei diesem Thema nicht nachlassen. Auch die Haushalte und Betriebe, die nicht Bestandteil des Masterplans gewesen seien, hätten Anspruch auf das beste Internet, betont der Bürgermeister. „Dasselbe gilt für die Mobilfunkabdeckung. Corona verändert unsere Arbeitswelt. Dass viele in Zukunft vermehrt mobiles Arbeiten von Zuhause erledigen, stärkt im übrigen unseren Standort und erfordert deshalb weitere Investitionen.“

Digitale Lösungen biete die Stemweder Gemeindeverwaltung schon jetzt in einem Maße an, wie man es in anderen Verwaltungen kaum finden werde. „Diesen Weg der Modernisierung öffentlicher Daseinsvorsorge beschreiten wir konsequent weiter. Eine Verwaltung, die es dem Bürger einfacher macht, seine Verwaltungsanliegen zu erledigen, ist dabei der Maßstab.“

Schulgebäude im Blick

Und dennoch müsse es auch persönlich zugehen können: „Die Bürger werden in Zukunft immer die Möglichkeit haben, das direkte Gespräch vor Ort zu führen. In besonderen Fällen kann ich mir sogar vorstellen, dass bei zum Beispiel in der Mobilität eingeschränkten Menschen unsere Mitarbeiter des Amtshauses auf Wunsch den Bürger zu Hause aufsuchen, ihr Laptop aus der Verwaltung mitbringen und das Anliegen gemeinsam in der Wohnung des Bürgers erledigen“, sagt Abruszat.

Die Stemweder-Berg-Schule habe beim digitalen Lernen eine Vorreiterrolle. Das habe sich während der Corona-Krise ausgezahlt. „In der neuen Wahlperiode werden wir sorgfältig prüfen und entscheiden müssen, welche Investitionen nötig und möglich sind, um den Schulstandort auch baulich aufzuwerten“, erklärt der Bürgermeister. „Dieses muss man immer in Kombination mit unserem Life House sehen, wo herausragende Arbeit geleistet wird.“

Hausärztliche Versorgung

Ein großes Augenmerk will Kai Abruszat nach der Wahl auf die Sicherstellung der derzeit noch guten hausärztlichen Versorgung in Stemwede richten. „Da gibt es für mich keine Denkverbote. Von finanziellen Anreizsystemen bis hin zur Überlegung, dass die Kommune in eigener Verantwortung die Sicherstellung gewährleistet, sind viele Varianten denkbar.“

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