Rotary Club Stemwede-Dümmer ruft zur Überprüfung des Impfschutzes auf
Ein Piekser kann viel verhindern

Stemwede (WB). Seit Jahren kämpfen die Serviceclubs von Rotary International erfolgreich gegen Polio, ein heimtückisches Virus. Die Ausbreitung in aller Welt konnte stark begrenzt und damit viele Menschen, vor allem Kinder, vor den furchtbaren Folgen der Krankheit Kinderlähmung bewahrt werden. „Nun werden wir aktuell im eigenen Land völlig unvorbereitet von einem Virus überrollt, gegen das es keine vorbeugende Impfung gibt“, sagen die Haldemer Ärzte Dr. Rainer Hafer und Dr. Brigitte Sommer-Hafer. Sie sind Mitglieder im Rotary Club Stemwede-Dümmer und rufen dazu auf, dies zum Anlass zu nehmen, den eigenen Impfschutz zu überprüfen.

Samstag, 06.06.2020, 09:00 Uhr
Impfung ist wichtig für die eigene Gesundheit und für den Schutz der Mitmenschen. Das sagen die Mitglieder des Rotary Clubs Stemwede-Dümmer. Für eine Video-Konferenz haben sie auch ihre eigenen Impfausweise aus der Schublade geholt: (von oben links bis unten rechts) Christoph Droste, Wolfram Wittig, Petra Lösche-Ohrnberger, Johanna Ahlmeier, Dr. Uta Poll, Claudia Schaaf-Gendig, Dr. Brigitte Sommer-Hafer und Dr. Rainer Hafer, Bernd Richter und Karl Ernst Hunting.

Impfen gehört zu den einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten, ist das Ärzte-Ehepaar überzeugt: „Wir sollten sicher sein, dass wenigstens die für uns möglichen Impfungen durchgeführt wurden.“ Dazu gehören in Deutschland unter anderem Polio, Tetanus oder etwa Masern. Doch leider seien die Durchimpfungsraten in der Bevölkerung oft zu niedrig. Denn immer wenn Krankheiten nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen werden, sinke die Impfbereitschaft in der Bevölkerung. Dabei können auch heute die Folgen vieler vermeidbarer Erkrankungen gravierend sein.

Es gibt häufig Lücken im Impfpass

Bei Kindern bestehen inzwischen insbesondere Lücken bei Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten und Hepatitis-B, wissen die Rotarier des Clubs Stemwede-Dümmer. Erwachsene weisen demnach vor allem bei den Auffrischimpfungen für Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten Impflücken auf. Und auch gegen Masern sind viele junge Erwachsene nicht ausreichend geschützt. Grippeimpfungen und Impfungen gegen Lungenentzündungen sind ebenfalls wichtig.

Viele Impfungen müssen regelmäßig aufgefrischt werden, damit der Schutz erhalten bleibt. Deshalb ist Impfen auch für Erwachsene ein Thema, sagen die heimischen Rotarier. Sie unterstützen damit auch die Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die unter dem Motto „Deutschland sucht den Impfpass“ für die Kontrolle des eigenen Impfschutzes und für Auffrischungen wirbt. Der Hausarzt kann nach einem Blick in das gelbe Dokument sofort sagen, wenn Nachimpfungen notwendig sind.

Gruppenimmunisierung ist besonders wichtig

Dabei geht es den Rotariern auch um etwas, was die Corona-Krise in besonderer Weise lehrt, nämlich den Schutz der Mitmenschen. Ihre Überzeugung: Impfungen schützen nicht nur den Geimpften allein. Allgemeinmedizinerin Dr. Brigitte Sommer-Hafer erläutert: „Sind genügend Menschen immunisiert, können einzelne Krankheitserreger wie das Masern-Virus ausgerottet werden.“ Und Dr. Rainer Hafer, zusätzlich Facharzt für Sport- und Betriebsmedizin, ergänzt: „Moderne Impfstoffe gehören zu den sichersten Arzneimitteln überhaupt. Schwere Nebenwirkungen oder dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen sind extrem selten.“ Gelegentlich können nach einer Impfung Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle oder Fieber auftreten, führt der Mediziner aus. Dies seien positive Zeichen dafür, dass der Körper Abwehrkräfte mobilisiere.

Die heimischen Rotarier weisen außerdem darauf hin, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für alle Impfungen übernehmen, die in der Schutzimpfungsrichtlinie als Kassenleistung aufgeführt werden. Grundlage dafür bilden die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes.

Bei Aktion „Deutschland sucht den Impfpass“ mitmachen

Jetzt, wo sich alle plötzlich ohne Schutz einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt sehen, will der Rotary Club Stemwede-Dümmer die Werbekampagne der Bundesregierung mit dem Slogan „Deutschland sucht den Impfpass“ unterstützen.

Club-Präsident Bernd Richter ruft deshalb mit allen anderen Mitgliedern auf: „Lassen Sie Ihren Impfschutz überprüfen und erinnern Sie auch Ihre Mitbürger daran!“ Mit einer Spende über 1000 Euro unterstützt der Rotary Club Stemwede-Dümmer gerade jetzt die Rotary-Kampagne „End Polio Now“. Zum einen soll der Kampf gegen Kinderlähmung auch wirklich zum Ende gebracht werden. Zum anderen lässt Rotary International derzeit für einige Wochen die Polio-Schluckimpfung ruhen und setzt seine weltweite Impf-Infrastruktur für Nothilfe in Sachen Coronavirus ein: Testlabore und das Ehrenamtlichen-Netzwerk werden in dieser Zeit in den Dienst der Bekämpfung der Pandemie gestellt.

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